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Es werden Posts vom August, 2026 angezeigt.

Der 2. August und die Lücke im europäischen Gedächtnis

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Warum der Genozid an den Sinti und Roma bis heute eine Gegenwartsfrage ist. Von Ralf Schönert  •  2. August 2026 Kurzthese: Der Genozid an den Sinti und Roma war Teil der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, wurde nach 1945 jedoch jahrzehntelang verdrängt. Der 2. August erinnert deshalb auch an die Lücken und Versäumnisse der europäischen Erinnerungskultur. Warum das wichtig ist: Glaubwürdiges Gedenken verbindet historische Aufklärung mit dem Einsatz gegen heutigen Antiziganismus. Lesedauer: etwa 6 Minuten Themen: Sinti und Roma, Nationalsozialismus, Völkermord, Antiziganismus, Erinnerungskultur Der 2. August erinnert an die Ermordung der letzten im sogenannten „Zigeunerfamilienlager“ von Auschwitz-Birkenau gefangenen Sinti und Roma. Der Gedenktag verweist zugleich auf einen Völkermord, dessen Anerkennung in Deutschland und Europa viel zu lange hinausgezögert wurde. Der 2. August gehört zu jenen Ged...

Wenn Trump den Friedensnobelpreis bekommt, beantrage ich den Pulitzer

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Wenn Trump den Friedensnobelpreis bekommt, beantrage ich den Pulitzer Preis Die öffentliche Kampagne um Trumps Nobelwürdigkeit ist weniger ein Friedensprojekt als eine Lehrstunde darüber, wie politische Eitelkeit Institutionen in Requisiten verwandelt. Von Ralf Schönert  •  2. August 2026 Die Vorstellung, Donald Trump könne mit dem Friedensnobelpreis dekoriert werden, ist nicht deshalb unerquicklich, weil sie absurd wäre. Unangenehm ist vielmehr, dass sie im Zeitalter der Dauerinszenierung gar nicht mehr absurd genug wirkt. Wenn Macht, Aufmerksamkeit und geopolitische Selbsterzählung ineinanderfallen, wird selbst ein Preis für Friedensarbeit zur Kulisse für gekränkte Eitelkeit. Dass Trump den Preis sichtbar begehrt, ist keine linke Fieberfantasie. Pakistan kündigte im Juni 2025 an, ihn für seine behauptete Rolle bei der Waffenruhe zwischen Indien und Pakistan nominieren zu wollen; Benjamin Netanyahu erklärte im Juli 202...

Die Skandale des Alexander Dobrindt

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Vom gescheiterten Mautprojekt bis zur umstrittenen Grenzpolitik: Was die Kontroversen über Dobrindts Verständnis von Macht, Recht und politischer Sprache verraten. Von Ralf Schönert  •  1. August 2026 Kurzthese: Alexander Dobrindts Laufbahn ist weniger von einem persönlichen Korruptionsskandal als von einer Serie politischer Grenzüberschreitungen geprägt: rechtlich riskante Prestigeprojekte, kalkulierte Sprachverschärfung und Konflikte mit gerichtlicher Kontrolle. Warum das wichtig ist: An Dobrindts Aufstieg zeigt sich, wie politische Zuspitzung zur dauerhaften Machtstrategie werden kann. Lesedauer: etwa 6 Minuten Themen: Alexander Dobrindt, CSU, Pkw-Maut, Migration, Rechtsstaat Alexander Dobrindt versteht es wie nur wenige Politiker, sachpolitische Fragen in symbolische Machtkämpfe zu verwandeln. Seine Kontroversen sind deshalb keine zufällige Sammlung misslungener Auftritte. Sie folgen einem erkennbaren Muster: E...

Die Julikrise 1914 - wie aus Diplomatie Kriegslogik wurde

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die Julikrise 1914 - wie aus Diplomatie Kriegslogik wurde Ende Juli 1914 zeigte sich, wie schnell politische Führung, Bündnisse und militärische Planungen den Raum für Verhandlungen verengen konnten - und wie aus einer regionalen Krise ein europäischer Krieg wurde. Von Ralf Schönert  •  1. August 2026 Die Julikrise war keine schicksalhafte Kettenreaktion, die Europa willenlos in den Krieg trieb. Sie war vielmehr das Ergebnis politischer Entscheidungen unter Zeitdruck, geprägt von Machtkalkül, Misstrauen und dem fatalen Glauben, militärische Entschlossenheit könne Diplomatie ersetzen. Gerade darin liegt ihre bleibende historische und politische Bedeutung. Als am 28. Juni 1914 in Sarajevo der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand ermordet wurde, war das Ereignis zunächst noch kein europäischer Krieg. Entscheidend war, was die Regierungen daraus machten. In Wien wuchs der Wille, Serbien militärisch zu bestrafen. In Berli...