Kaum ein Wort ist in der deutschen Sprache so aufgeladen wie „Freiheit“ . Es steht für politische Selbstbestimmung, persönliche Unabhängigkeit und geistige Entfaltung. Doch seine Wurzeln erzählen von einem ganz anderen Verständnis: Freiheit war einst ein sozialer Status , kein Ideal. Die sprachliche Entwicklung dieses Begriffs spiegelt den Wandel von einer ständischen Ordnung hin zu einer Gesellschaft der Rechte. Herkunft und Etymologie Das Wort Freiheit stammt vom althochdeutschen frīhals oder frīheit , was wörtlich „der freie Hals“ bedeutete – also der Hals, der nicht durch ein Joch oder eine Fessel gebunden ist. Das Grundwort frei geht zurück auf das urgermanische frija- („geliebt, zugehörig zu den Eigenen“) und ist verwandt mit dem altenglischen freo und dem altnordischen frjáls . Bemerkenswert ist: Freiheit hatte anfangs nichts mit Abstraktion zu tun, sondern bezeichnete den Stand eines freien Menschen – im Gegensatz zum Knecht, Leibeigenen oder Sklaven. Wer frei war,...
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