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Posts mit dem Label "Demokratie" werden angezeigt.

Jeder zweite ein Anti-Demokrat? Was der Sachsen-Anhalt-Monitor wirklich zeigt

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die Studie belegt keine Mehrheit überzeugter Gegner der Demokratie. Sie zeigt jedoch, dass die liberale Demokratie bei vielen Menschen nur bedingt verankert ist. redaktionell bearbeitet von Ralf Schönert  •  13. August 2026 Kurzthese: Der Sachsen-Anhalt-Monitor 2025 weist nicht die Hälfte der Bevölkerung als Anti-Demokraten aus. Er zeigt vielmehr eine große Gruppe sogenannter fragiler Demokraten, deren Bekenntnis zur liberalen Demokratie mit Offenheit gegenüber autoritären Alternativen verbunden ist. Warum das wichtig ist: Demokratische Stabilität hängt nicht nur von abstrakter Zustimmung, sondern auch von der klaren Ablehnung autoritärer Alternativen ab. Lesedauer: etwa 6 Minuten Themen: Sachsen-Anhalt, Demokratie, Autoritarismus, politische Kultur, Demokratievertrauen Die Schlagzeile klingt eindeutig: Jeder zweite Bürger in Sachsen-Anhalt sei ein Anti-Demokrat. Doch so eindeutig ist die Datenlage nicht. Der Sachsen-Anh...

Vom Kanzler zur Karikatur: Wie die CDU ihre Seele an die AfD vermietet

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Vom Kanzler zur Karikatur: Wie die CDU ihre Seele an die AfD vermietet Das eigentliche Problem ist nicht die offene Kooperation, sondern die schleichende Übernahme von Tonlage, Konfliktlogik und Themenhierarchie einer Partei, von der sich die Union offiziell abgrenzt. Von Ralf Schönert  •  10. August 2026 Die CDU verliert nicht erst dann ihre politische Mitte, wenn sie mit der AfD paktiert. Sie verliert sie schon dann, wenn sie beginnt, die Wirklichkeit durch deren Begriffe zu ordnen. Der Preis einer solchen Annäherung ist nicht nur taktischer Natur. Er betrifft das Selbstverständnis einer Volkspartei, die einst für Stabilität, Maß und institutionelle Vernunft stand. Spätestens die Migrationsabstimmungen im Bundestag Ende Januar 2025 haben diesen Wandel sichtbar gemacht. Ein Unionsantrag erhielt am 29. Januar eine Mehrheit, und zwar auch mit Stimmen der AfD; zwei Tage später scheiterte das sogenannte Zustrombegrenzungsg...

Palantir in Deutschland: Sicherheitsversprechen, Datenschutzrisiko, Souveränitätsfrage

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Palantir in Deutschland: Sicherheitsversprechen, Datenschutzrisiko, Souveränitätsfrage Die Debatte über polizeiliche Analysesoftware ist keine bloße Technikfrage. Sie berührt die Grenzen staatlicher Datennutzung, den Schutz Unbeteiligter und die digitale Handlungsfähigkeit des Rechtsstaats. Von Ralf Schönert  •  7. August 2026 Wer in Deutschland über Palantir spricht, spricht nicht nur über Software, sondern über ein Staatsverständnis. Das Versprechen lautet: schneller erkennen, besser verknüpfen, entschlossener handeln. Die Gegenfrage lautet jedoch, ob aus legitimer Gefahrenabwehr eine Infrastruktur entsteht, die Datenbestände massenhaft zusammenzieht, Unbeteiligte miterfasst und demokratische Kontrolle technisch wie rechtlich erschwert. Genau hier haben Bundesverfassungsgericht und Datenschutzaufsicht die entscheidenden Warnmarken gesetzt. Die politische Aktualität des Themas ist offenkundig. Auf Bundesebene war die E...

Als aus der Verhaftung ein Weltzeichen wurde

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Als aus der Verhaftung ein Weltzeichen wurde Der 5. August 1962 markiert nicht nur den Beginn von Nelson Mandelas Haft, sondern zeigt bis heute, wie politische Gefangenschaft Regime entlarven und Widerstand historisch vergrößern kann. Von Ralf Schönert  •  5. August 2026 Am 5. August 1962 wurde Nelson Mandela an einer Straßensperre nahe Howick festgenommen. Was das Apartheidregime als Ausschaltung eines Untergrundpolitikers verstand, erwies sich im Rückblick als Beginn einer politischen Umkehrung: Der Gefangene verlor seine Freiheit, gewann aber eine historische Sichtbarkeit, die weit über Südafrika hinausreichte. Mandela war zu diesem Zeitpunkt bereits seit längerem im Untergrund. Nach einer Auslandsreise, auf der er Unterstützung für den antiapartheidischen Widerstand suchte, kehrte er am 23. Juli 1962 nach Südafrika zurück; nur wenige Tage später wurde er bei Howick gestoppt und verhaftet. Die Nelson-Mandela-Stiftung...

Digitalisierung, Demokratie und Dystopie – Ein Zeitzeuge im digitalen Wandel

Als Kind der Nachkriegszeit lernte ich noch, Telefongespräche sorgsam zu planen, weil jedes Ferngespräch spürbar ins monatliche Budget fraß. Heute, nur wenige Jahrzehnte später, tragen wir Smartphones in der Tasche, die mehr Rechenleistung besitzen als das gesamte Apollo-Programm. Dieser rasante technologische Wandel prägt nicht nur unseren Alltag, sondern stellt auch die Fundamente demokratischer Gesellschaften infrage – mitunter mit erschreckender Radikalität. Mein erster "Computer" war ein programmierbarer Taschenrechner in den 1970er-Jahren. Er konnte kaum mehr als Grundrechenarten und einfache Schleifen, aber ich hielt ihn für ein Wunder. Später folgte ein Heimcomputer wie der C64, klackernde Diskettenlaufwerke, flimmernde Bildschirme. Heute verwalte ich, damals noch spielerisch technikbegeistert, über smarte Geräte fast mein gesamtes Leben – vom Einkauf über die Steuererklärung bis zur Partnerwahl. Die Technik ist dabei nicht neutral geblieben: Sie hat meine Wahrnehmung...

Kann man Faschisten argumentativ stellen?

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Warum Widerspruch notwendig bleibt, obwohl überzeugte Antidemokraten durch Fakten allein selten erreicht werden. Von Ralf Schönert  •  24. Juli 2026 Kurzthese: Überzeugte Faschisten lassen sich in einer öffentlichen Debatte meist nicht bekehren. Argumentativer Widerspruch bleibt dennoch notwendig, weil er Behauptungen prüft, Grenzen markiert und vor allem die Zuhörenden erreicht. Warum das wichtig ist: Wo menschenfeindliche Aussagen unwidersprochen bleiben, können sie als gesellschaftlich akzeptabel erscheinen. Lesedauer: etwa 3 Minuten Themen: Faschismus, Rechtsextremismus, politische Debatte, Widerspruch, Demokratie Die Frage, ob man mit Faschisten reden soll, wird oft falsch gestellt. Entscheidend ist nicht nur, ob der ideologisch gefestigte Gegner seine Haltung ändert. Eine öffentliche Auseinandersetzung richtet sich zugleich an Unentschlossene, Mitlesende und Menschen, die aus Unsicherheit einfachen Erklärungen ...

Warum das ZDF Danger Dan auslädt und Alice Weidel interviewt

MEDIEN / DEMOKRATIE / KUNSTFREIHEIT Die beiden Entscheidungen folgen unterschiedlichen journalistischen Regeln. Dennoch offenbaren sie einen problematischen Umgang mit kontroverser Kunst und redaktioneller Verantwortung. Von Ralf Schönert  •  21. Juli 2026 Kurzthese: Das ZDF muss Alice Weidel als einflussreiche Parteivorsitzende kritisch befragen. Fragwürdig ist jedoch, dass der Sender einem politischen Interview mehr journalistische Einordnungskraft zutraut als einer Satire- und Diskussionssendung. Warum das wichtig ist: Der Fall zeigt, wie öffentlich-rechtliche Medien zwischen Kunstfreiheit, politischer Pluralität und der Abwehr extremistischer Botschaften abwägen. Lesedauer: etwa 6 Minuten. Themen: ZDF, Kunstfreiheit, Danger Dan, Alice Weidel, öffentlich-rechtlicher Rundfunk. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss Kunstfreiheit, journalistische Verantwortung und politische Pluralität zugleich schützen. Gerade deshalb wirkt die kurzfristige Absage e...

Carl Sandburg und die Sprache der Demokratie

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Carl Sandburg und die Sprache der Demokratie Zum Todestag am 22. Juli 1967: Welche politische Bedeutung hat ein Dichter, der das Alltägliche zur Stimme einer demokratischen Gesellschaft machte? Von Ralf Schönert  •  21. Juli 2026 Carl Sandburg war kein politischer Theoretiker, aber ein Chronist der amerikanischen Demokratie im Alltag. Sein Werk verweist auf eine grundlegende Frage, die bis heute aktuell ist: Wie kann eine demokratische Öffentlichkeit ihre eigene Sprache bewahren – gegen Vereinfachung, Polarisierung und den Verlust gesellschaftlicher Bindekräfte? Als Carl Sandburg am 22. Juli 1967 starb, verlor die amerikanische Literatur nicht nur einen bedeutenden Lyriker, sondern auch einen Beobachter der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Sandburgs Gedichte, Reportagen und biografischen Arbeiten – insbesondere seine vielbeachtete Darstellung Abraham Lincolns – waren geprägt von einem nüchternen, zugleich empathischen ...

Der Klugscheisser - Postdemokratie oder was bleibt vom Schein der Demokratie?

Wahlen, Parlamente, Parteien – auf den ersten Blick funktioniert die Demokratie. Doch der britische Politikwissenschaftler Colin Crouch stellte Anfang der 2000er-Jahre die unbequeme Frage: Was, wenn die demokratischen Formen bleiben, aber ihr Inhalt schwindet? Seine Antwort war das Konzept der Postdemokratie – eine Gesellschaftsform, in der demokratische Institutionen zwar weiter existieren, die reale Macht aber zunehmend von wirtschaftlichen und politischen Eliten kontrolliert wird. In einer Postdemokratie gehen Bürgerinnen und Bürger noch wählen, doch die wesentlichen Entscheidungen fallen längst woanders – in Konzernzentralen, Lobbybüros und Regierungsapparaten. Politik wird zum professionellen Management, Parteien ähneln sich programmatisch, und der politische Diskurs verflacht. Die Öffentlichkeit hat das Gefühl, mitreden zu dürfen, während die entscheidenden Weichenstellungen bereits hinter verschlossenen Türen getroffen wurden. Crouch beschreibt die Postdemokratie als eine Ze...

Wenn Maschinen nützlich werden, wird Kontrolle zur Schicksalsfrage

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Wenn Maschinen nützlich werden, wird Kontrolle zur Schicksalsfrage Die These von einer KI, die den Menschen erst entbehrlich macht und sich dann gegen ihn wendet, ist in ihrer extremen Form nicht belegt. Politisch ernst zu nehmen ist jedoch die Frage, wie schnell hochskalierbare, teils autonome Systeme Macht, Arbeit und Verantwortung verschieben. Von Ralf Schönert  •  11. Juli 2026 Die Vorstellung, künstliche Intelligenz könne bald jede menschliche Tätigkeit übernehmen und sich anschließend gegen ihre Schöpfer wenden, klingt nach apokalyptischer Literatur. Doch hinter der Zuspitzung steht eine reale politische Herausforderung: Je leistungsfähiger KI-Systeme werden, desto dringlicher wird die Frage, ob demokratische Gesellschaften ihre Steuerungsfähigkeit behalten. Man sollte die Debatte weder belächeln noch mystifizieren. Die Behauptung, eine Maschine werde in absehbarer Zeit die Menschheit vernichten, ist nicht belas...

Künstliche Intelligenz und Demokratie – Verschiebt sich das Machtgefüge?

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Künstliche Intelligenz und Demokratie – Verschiebt sich das Machtgefüge? Die rasante Entwicklung von KI-Systemen stellt die demokratische Öffentlichkeit vor neue Herausforderungen – zwischen technologischem Fortschritt und politischer Kontrolle. Von Ralf Schönert  •  8. Juli 2026 Künstliche Intelligenz ist längst kein rein technologisches Phänomen mehr. Sie greift tief in gesellschaftliche Kommunikationsprozesse ein und verändert die Bedingungen politischer Öffentlichkeit. Damit stellt sich eine grundlegende Frage: Verschiebt sich durch KI das Machtgefüge demokratischer Systeme? Die gegenwärtige Dynamik erinnert an frühere Medienumbrüche. Der Buchdruck erweiterte den Zugang zu Wissen, der Rundfunk schuf nationale Öffentlichkeiten, das Internet vernetzte globale Diskurse. Künstliche Intelligenz hingegen operiert auf einer anderen Ebene: Sie generiert Inhalte, strukturiert Informationen und beeinflusst Wahrnehmung selbst...