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Die stille Transformation der Bibliotheken

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die stille Transformation der Bibliotheken Zwischen digitalem Wandel und sozialer Infrastruktur: Welche Rolle öffentliche Bibliotheken im 21. Jahrhundert für Bildung, Teilhabe und demokratische Öffentlichkeit spielen. Von Ralf Schönert  •  12. Juni 2026 Öffentliche Bibliotheken haben sich im 21. Jahrhundert grundlegend gewandelt. Sie sind längst nicht mehr nur Orte der Aufbewahrung von Wissen, sondern entwickeln sich zu offenen, niedrigschwelligen Begegnungsräumen. In einer Zeit zunehmender sozialer Fragmentierung und digitaler Beschleunigung stellt sich die Frage, welche politische und gesellschaftliche Funktion diese Institutionen heute erfüllen. Historisch betrachtet waren Bibliotheken stets mehr als reine Bucharchive. Bereits im 19. Jahrhundert verstanden sie sich als Bildungsinstitutionen im Dienste einer breiteren Öffentlichkeit. Mit der Ausweitung allgemeiner Schulbildung und der Demokratisierung von Wissen gewa...
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Einsamkeit als Volkskrankheit

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Einsamkeit als Volkskrankheit Wie eine hypervernetzte Gesellschaft soziale Isolation hervorbringt – und welche politischen Antworten möglich sind. Von Ralf Schönert  •  11. Juni 2026 Einsamkeit ist kein Randphänomen mehr, sondern entwickelt sich in vielen westlichen Gesellschaften zu einem strukturellen Problem. Die zentrale Frage lautet daher nicht mehr, ob Einsamkeit existiert, sondern wie Politik und Gesellschaft auf eine Form sozialer Isolation reagieren, die mitten in einer digital vernetzten Welt entsteht. Die Diagnose ist inzwischen breit anerkannt: Trotz wachsender Kommunikationsmöglichkeiten berichten immer mehr Menschen von sozialer Isolation. Studien internationaler Organisationen weisen darauf hin, dass Einsamkeit nicht nur ältere Menschen betrifft, sondern zunehmend auch jüngere Generationen. Der paradoxe Befund besteht darin, dass technische Vernetzung soziale Beziehungen nicht automatisch vertieft, sonde...

Die Rückkehr der Gelassenheit

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die Rückkehr der Gelassenheit Moderner Stoizismus als Antwort auf politische und gesellschaftliche Verunsicherung – individuelle Haltung oder Symptom kollektiver Ohnmacht? Von Ralf Schönert  •  10. Juni 2026 In einer Zeit wachsender politischer Unsicherheiten und gesellschaftlicher Spannungen erlebt eine antike Philosophie eine bemerkenswerte Renaissance: der Stoizismus. Seine Betonung von Selbstkontrolle, Gelassenheit und innerer Unabhängigkeit wirkt auf viele Menschen wie ein Gegenmittel zu einer als überfordernd empfundenen Gegenwart. Doch diese Rückkehr wirft Fragen auf – nicht nur nach individueller Resilienz, sondern auch nach den politischen Implikationen einer Haltung, die das Unverfügbare akzeptiert. Die gegenwärtige Popularität stoischer Denkmuster ist eng mit einer Wahrnehmung permanenter Krise verbunden. Klimawandel, geopolitische Spannungen, ökonomische Unsicherheiten und digitale Beschleunigung erzeugen e...

Handwerk unter Zeitdruck

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Handwerk unter Zeitdruck Der demografische Wandel verschärft den Nachwuchsmangel in essenziellen Dienstleistungssektoren. Die politische Kernfrage lautet, ob Deutschland berufliche Bildung, Zuwanderung und betriebliche Modernisierung endlich als zusammenhängende Strukturaufgabe begreift. Von Ralf Schönert  •  9. Juni 2026 Der Nachwuchsmangel im Handwerk ist kein vorübergehendes Marktproblem, sondern Ausdruck einer tieferen Verschiebung: Weniger junge Menschen treffen auf alternde Betriebe, wachsende Investitionsbedarfe und politische Erwartungen, die ohne ausreichend qualifizierte Fachkräfte kaum einzulösen sind. Wer über Wärmewende, Wohnungsbau, Pflegeinfrastruktur oder kommunale Daseinsvorsorge spricht, spricht deshalb immer auch über das Handwerk. Die Diagnose ist seit Jahren bekannt, wird aber oft zu eng behandelt. Es geht nicht nur um offene Stellen, sondern um eine strukturelle Verknappung von Arbeitskraft. Das St...

Generationenvertrag 2.0: Was zwischen Jung und Alt neu austariert werden muss

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Generationenvertrag 2.0: Was zwischen Jung und Alt neu austariert werden muss Die eigentliche Frage lautet nicht, ob die Älteren den Jüngeren etwas wegnehmen, sondern wie ein alternder Sozialstaat Sicherheit, Leistungsgerechtigkeit und Zukunftsinvestitionen zugleich organisieren kann. Von Ralf Schönert  •  8. Juni 2026 Der Generationenvertrag war nie ein statisches Versprechen, sondern stets ein politisch geformtes Arrangement. Unter Bedingungen des demografischen Wandels reicht es deshalb nicht mehr, nur über Rentenhöhen oder Beitragssätze zu sprechen. Neu verhandelt werden muss die Balance zwischen Alterssicherung, Pflege, Bildung, Wohnen und öffentlicher Infrastruktur. Erst dort entscheidet sich, ob Solidarität zwischen den Generationen auch künftig mehr ist als eine wohlklingende Formel. Die politische Debatte neigt zur Vereinfachung. Auf der einen Seite steht die Sorge der Älteren vor sozialem Abstieg, auf der ande...