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20.07.1944 – Zwischen Mut und Tragik: Das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler

Am 20. Juli 1944 versuchte eine Gruppe hochrangiger Offiziere der Wehrmacht, Adolf Hitler durch ein Bombenattentat zu töten. Es war der bekannteste Versuch aus den Reihen des militärischen Widerstands, dem NS-Regime ein Ende zu bereiten. Der Plan scheiterte – doch das Ereignis bleibt bis heute ein Wendepunkt im kollektiven Gedächtnis Deutschlands. Der Plan: Operation „Walküre“ Das Attentat war Teil eines umfassenderen Plans mit dem Codenamen „Walküre“. Ursprünglich für den Fall innerer Unruhen konzipiert, wollten die Verschwörer unter Führung von Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg den Operationsplan zweckentfremden: Nach dem Tod Hitlers sollte „Walküre“ die Machtübernahme sichern, SS und Gestapo entmachten und eine Übergangsregierung einsetzen. Ziel war es, das Deutsche Reich zu befrieden, Verbrechen zu beenden und Friedensverhandlungen mit den Alliierten zu ermöglichen. Stauffenberg brachte am Vormittag des 20. Juli 1944 eine Aktentasche mit Sprengstoff in Hitlers Lagebaracke i...
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Braucht Deutschland ein Grundeinkommen für Künstler:innen?

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Braucht Deutschland ein Grundeinkommen für Künstler:innen? Irlands neues Modell belebt eine alte Frage neu: Reicht in Deutschland die Reform bestehender Sicherungssysteme aus, oder verlangt kulturelle Arbeit eine grundsätzlich andere soziale Absicherung? Von Ralf Schönert  •  19. Juli 2026 Die Debatte über ein Grundeinkommen für Künstler:innen ist keine romantische Nebenfrage der Kulturpolitik. Sie berührt einen zentralen Widerspruch moderner Gesellschaften: Kunst wird öffentlich als unverzichtbar gepriesen, ökonomisch aber oft so behandelt, als sei sie bloß ein Zusatz zum eigentlichen Erwerbsleben. Gerade deshalb spricht einiges dafür, die Frage neu zu stellen. Doch die überzeugendste Antwort für Deutschland liegt vermutlich nicht in einem pauschalen Künstler-Grundeinkommen, sondern in einer verlässlichen sozialen Untergrenze aus fairen Honoraren, reformierter Absicherung und gezielten Modellversuchen. Der Anstoß für ...

Wenn die Nachrichten baden gehen

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Wenn die Nachrichten baden gehen Mit Beginn der Sommerpause in Nordrhein-Westfalen stellt sich eine alte Frage neu: Ist das sogenannte Sommerloch ein reales politisches Phänomen oder vor allem ein mediales Konstrukt? Von Ralf Schönert  •  18. Juli 2026 Mit dem Beginn der parlamentarischen Sommerpause in Nordrhein-Westfalen kehrt ein vertrautes Deutungsmuster zurück: das „Sommerloch“. Doch hinter der scheinbaren Nachrichtenleere verbirgt sich weniger ein tatsächlicher Stillstand politischer Prozesse als vielmehr eine Verschiebung der öffentlichen Aufmerksamkeit – und ein strukturelles Problem moderner Medienlogik. Wenn Landtag und Regierung ihre Sitzungsrhythmen reduzieren, entsteht zunächst der Eindruck politischer Ruhe. Gesetzgebungsverfahren verlangsamen sich, öffentliche Debatten verlieren an Taktung, und spektakuläre Entscheidungen bleiben aus. Doch dieser Zustand ist keineswegs neu. Bereits in der Bonner Republik ...

Der Klugscheisser - Postdemokratie oder was bleibt vom Schein der Demokratie?

Wahlen, Parlamente, Parteien – auf den ersten Blick funktioniert die Demokratie. Doch der britische Politikwissenschaftler Colin Crouch stellte Anfang der 2000er-Jahre die unbequeme Frage: Was, wenn die demokratischen Formen bleiben, aber ihr Inhalt schwindet? Seine Antwort war das Konzept der Postdemokratie – eine Gesellschaftsform, in der demokratische Institutionen zwar weiter existieren, die reale Macht aber zunehmend von wirtschaftlichen und politischen Eliten kontrolliert wird. In einer Postdemokratie gehen Bürgerinnen und Bürger noch wählen, doch die wesentlichen Entscheidungen fallen längst woanders – in Konzernzentralen, Lobbybüros und Regierungsapparaten. Politik wird zum professionellen Management, Parteien ähneln sich programmatisch, und der politische Diskurs verflacht. Die Öffentlichkeit hat das Gefühl, mitreden zu dürfen, während die entscheidenden Weichenstellungen bereits hinter verschlossenen Türen getroffen wurden. Crouch beschreibt die Postdemokratie als eine Ze...

Sind Dänemarks Sozialdemokraten doch nicht unser Vorbild?

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Sind Dänemarks Sozialdemokraten doch nicht unser Vorbild? Der dänische Kurs fasziniert viele europäische Sozialdemokraten. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Er beruht auf nationalen Voraussetzungen, die sich weder politisch noch institutionell einfach nach Deutschland übertragen lassen. Von Ralf Schönert  •  16. Juli 2026 Der dänische Weg unter Mette Frederiksen hat viele Sozialdemokraten in Europa beeindruckt: klare Grenzen, starker Staat, verteidigter Wohlfahrtsstaat. Aber gerade der Blick auf die jüngste Entwicklung zeigt, dass daraus kein schlichtes Erfolgsrezept folgt. Dänemark ist eher ein lehrreicher Sonderfall als ein übertragbarer Bauplan. Seit den Migrationskrisen der 2010er Jahre haben die dänischen Sozialdemokraten ihre politische Sprache deutlich verändert. In aktuellen Positionspapieren betonen sie Kontrolle, Begrenzung der Zuwanderung, Ausweisung straffälliger Ausländer und stärkere Hilfe in den Herk...