POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Weltfrieden ist kein Gedenktag Zwischen Symbolpolitik, Völkerrecht und Machtkonflikten zeigt der Begriff „Weltfriedenstag“, dass Frieden nicht gefeiert, sondern politisch organisiert werden muss. Von Ralf Schönert • 21. September 2026 Der Weltfriedenstag klingt nach moralischer Eindeutigkeit. Politisch betrachtet verweist der Begriff jedoch auf ein Problem: Frieden ist kein Zustand, der durch Appelle entsteht, sondern das Ergebnis von Regeln, Institutionen, Abschreckung, Diplomatie und der Bereitschaft, Gewalt zu begrenzen. Gerade deshalb lohnt es sich, den symbolischen Wert solcher Gedenktage ernst zu nehmen, ohne ihre reale Reichweite zu überschätzen. Schon die Bezeichnung ist nicht eindeutig. Die Vereinten Nationen begehen den Internationalen Tag des Friedens am 21. September, die katholische Kirche ihren Weltfriedenstag am 1. Januar. Diese Unschärfe ist mehr als eine kalendertechnische Randnotiz. Sie zeigt, dass F...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Egomanen wie J.D. Vance gehören nicht an die Spitze der Politik Nicht Pathologie ist hier das Thema, sondern Machtcharakter: Was geschieht, wenn politische Verantwortung zur Bühne für Selbstinszenierung, Kränkbarkeit und demonstrative Verachtung anderer wird? Von Ralf Schönert • 20. September 2026 J.D. Vance ist nicht deshalb problematisch, weil er exzentrisch wäre, sondern weil er das Laster unserer Epoche in Reinform verkörpert: die Umdeutung von Politik in ein Eitelkeitstheater, in dem Kränkung als Stärke, Aggression als Klartext und diplomatische Verwüstung als Führungsfähigkeit verkauft werden. Vance ist heute Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Schon diese Tatsache besitzt den Charme einer politischen Groteske: Ein Mann, der das eigene Ressentiment mit der Gravität staatsmännischer Sorge verwechselt, sitzt im Zentrum der westlichen Machtarchitektur. Die Selbstverliebtheit tritt dabei nicht als peinliche Marotte auf...