POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Katastrophenvorsorge ist eine soziale Frage Zum Internationalen Tag für Katastrophenvorsorge stellt sich eine unbequeme Frage: Wer kann sich Schutz leisten, und wer bleibt im Ernstfall besonders verwundbar? Von Ralf Schönert • 6. Oktober 2026 Katastrophen treffen Gesellschaften nie gleichmäßig. Starkregen, Hitzewellen, Stromausfälle oder Pandemien legen nicht nur technische Schwachstellen offen, sondern auch soziale Brüche. Vorsorge ist deshalb mehr als ein Vorratsregal im Keller. Sie ist ein Maßstab dafür, wie ernst eine Gesellschaft den Schutz der Schwächeren nimmt. Der Internationale Tag für Katastrophenvorsorge wird jedes Jahr am 13. Oktober begangen. Er erinnert daran, dass Krisen nicht erst beginnen, wenn Wasser in Straßen läuft, Hitze Wohnungen unerträglich macht oder Warnmeldungen auf Mobiltelefonen erscheinen. Krisen beginnen früher: bei schlechter Infrastruktur, fehlender Information, knappen Einkommen, unsi...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Schule als demokratische Infrastruktur Am Welttag der Lehrerin und des Lehrers stellt sich eine Frage, die über Bildungspolitik hinausweist: Wie stabil bleibt eine Demokratie, wenn ihre öffentlichen Schulen schwächer werden? Von Ralf Schönert • 5. Oktober 2026 Schule ist mehr als Unterricht nach Stundentafel. Sie ist einer der wenigen Orte, an denen Kinder sehr unterschiedlicher Herkunft über Jahre hinweg gemeinsam lernen, Regeln einüben, Konflikte austragen und Öffentlichkeit im Kleinen erfahren. Wer über Demokratie spricht, muss deshalb auch über die öffentliche Schule sprechen. Der UNESCO-Welttag der Lehrerin und des Lehrers am 5. Oktober erinnert seit 1994 an die Bedeutung des Lehrerberufs und an die ILO/UNESCO-Empfehlung von 1966 zur Stellung der Lehrkräfte. In Deutschland wird dieser Tag oft freundlich begangen, aber selten politisch ernst genug genommen. Denn die Lage der Schule ist längst kein Randthema mehr...