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Palantirs Manifest und die neue Politik der Macht

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Palantirs Manifest und die neue Politik der Macht Alex Karp fordert eine engere Verbindung von Technologie, Staat und militärischer Stärke. Dahinter steht mehr als Unternehmenskommunikation: Es geht um die politische Rolle digitaler Infrastruktur. Von Ralf Schönert  •  9. Oktober 2026 Das Palantir-Manifest ist kein gewöhnliches Positionspapier eines Technologiekonzerns. Es formuliert den Anspruch, Software, Künstliche Intelligenz und staatliche Macht neu zusammenzudenken. Gerade deshalb verdient es eine nüchterne politische Einordnung. Alex Karp, Mitgründer und Vorstandschef von Palantir, tritt seit Jahren nicht nur als Unternehmer auf, sondern als politischer Deuter des digitalen Zeitalters. Das jüngst breit diskutierte 22-Punkte-Manifest, das an sein Buch „The Technological Republic“ anschließt, verdichtet diese Rolle. Es richtet sich vor allem an das Silicon Valley und fordert, technologische Spitzenkompetenz wieder ...
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Sparkassen unter Druck: Die Krise eines öffentlichen Versprechens

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Sparkassen unter Druck: Die Krise eines öffentlichen Versprechens Zwischen Filialabbau, digitalem Wettbewerb und öffentlichem Auftrag stellt sich die Frage, ob die Sparkassen ihre besondere Rolle noch überzeugend ausfüllen können. Von Ralf Schönert  •  8. Oktober 2026 Die Krise der Sparkassen ist keine klassische Zusammenbruchskrise. Sie ist leiser, aber politisch bedeutsamer: Es geht um die Frage, ob ein öffentlich verankerter Finanzverbund in einer digitalisierten, alternden und sozial ungleichen Gesellschaft noch das leisten kann, wofür er historisch geschaffen wurde. Sparkassen gehören zu den vertrautesten Institutionen des deutschen Alltags. Sie waren nie nur Banken, sondern auch Orte kommunaler Nähe: Girokonto, Sparbuch, Baufinanzierung, Vereinsförderung, Beratung am Schalter. Gerade darin lag ihre politische Bedeutung. Sie verkörperten ein Versprechen: Finanzdienstleistungen sollten nicht allein nach Rendite, Sta...

Europas Vetofalle

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Europas Vetofalle Warum die EU an ihrer eigenen Einstimmigkeit scheitert und weshalb Handlungsfähigkeit zur demokratischen Schlüsselfrage geworden ist. Von Ralf Schönert  •  7. Oktober 2026 Die Europäische Union versteht sich als Raum gemeinsamer Werte und geteilter Souveränität. Doch ausgerechnet dort, wo sie geschlossen handeln müsste, wird sie durch das Prinzip der Einstimmigkeit häufig zur Geisel nationaler Einzelinteressen. Die Frage ist nicht, ob kleine Staaten Schutz verdienen. Die Frage ist, ob ein einzelnes Veto noch legitime Sicherung oder bereits politische Erpressbarkeit bedeutet. Die Einstimmigkeit gehört zum historischen Erbgut der europäischen Integration. Sie entstand aus der Vorsicht souveräner Staaten, die nach Krieg, Diktatur und Blockkonfrontation bereit waren, Kompetenzen zu teilen, aber nicht vollständig aus der Hand zu geben. In sensiblen Bereichen wie Außenpolitik, Steuerfragen, Erweiterung und T...

Katastrophenvorsorge ist eine soziale Frage

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Katastrophenvorsorge ist eine soziale Frage Zum Internationalen Tag für Katastrophenvorsorge stellt sich eine unbequeme Frage: Wer kann sich Schutz leisten, und wer bleibt im Ernstfall besonders verwundbar? Von Ralf Schönert  •  6. Oktober 2026 Katastrophen treffen Gesellschaften nie gleichmäßig. Starkregen, Hitzewellen, Stromausfälle oder Pandemien legen nicht nur technische Schwachstellen offen, sondern auch soziale Brüche. Vorsorge ist deshalb mehr als ein Vorratsregal im Keller. Sie ist ein Maßstab dafür, wie ernst eine Gesellschaft den Schutz der Schwächeren nimmt. Der Internationale Tag für Katastrophenvorsorge wird jedes Jahr am 13. Oktober begangen. Er erinnert daran, dass Krisen nicht erst beginnen, wenn Wasser in Straßen läuft, Hitze Wohnungen unerträglich macht oder Warnmeldungen auf Mobiltelefonen erscheinen. Krisen beginnen früher: bei schlechter Infrastruktur, fehlender Information, knappen Einkommen, unsi...

Schule als demokratische Infrastruktur

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Schule als demokratische Infrastruktur Am Welttag der Lehrerin und des Lehrers stellt sich eine Frage, die über Bildungspolitik hinausweist: Wie stabil bleibt eine Demokratie, wenn ihre öffentlichen Schulen schwächer werden? Von Ralf Schönert  •  5. Oktober 2026 Schule ist mehr als Unterricht nach Stundentafel. Sie ist einer der wenigen Orte, an denen Kinder sehr unterschiedlicher Herkunft über Jahre hinweg gemeinsam lernen, Regeln einüben, Konflikte austragen und Öffentlichkeit im Kleinen erfahren. Wer über Demokratie spricht, muss deshalb auch über die öffentliche Schule sprechen. Der UNESCO-Welttag der Lehrerin und des Lehrers am 5. Oktober erinnert seit 1994 an die Bedeutung des Lehrerberufs und an die ILO/UNESCO-Empfehlung von 1966 zur Stellung der Lehrkräfte. In Deutschland wird dieser Tag oft freundlich begangen, aber selten politisch ernst genug genommen. Denn die Lage der Schule ist längst kein Randthema mehr...