POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Menschenhandel in Europa: Das Geschäft mit der Verwundbarkeit Zum Welttag gegen Menschenhandel stellt sich eine unbequeme Frage: Warum bleibt ein Verbrechen so unsichtbar, das mitten in Europas Arbeitsmärkten, Grenzräumen und digitalen Vermittlungsstrukturen stattfindet? Von Ralf Schönert • 30. Juli 2026 Menschenhandel erscheint oft als Ausnahmefall des kriminellen Milieus. Tatsächlich verweist er auf strukturelle Schwächen moderner Gesellschaften: auf prekäre Migration, auf ausbeutbare Arbeit, auf lückenhafte Kontrolle und auf eine Nachfrage, die billige Dienstleistungen hinnimmt, ohne nach ihren Bedingungen zu fragen. Gerade deshalb ist dieses Verbrechen politisch brisanter, als seine geringe öffentliche Sichtbarkeit vermuten lässt. Der von den Vereinten Nationen ausgerufene Welttag gegen Menschenhandel am 30. Juli erinnert daran, dass es hier nicht um ein Randphänomen geht. Nach Eurostat wurden 2024 in der Europä...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die Geburt der IAEO: Das Friedensversprechen der Kontrolle Am 29. Juli 1957 entstand die Internationale Atomenergie-Organisation. Ihre Gründung markierte den Versuch, die zerstörerischste Technologie des 20. Jahrhunderts politisch zu bändigen, ohne auf ihre zivilen Versprechen zu verzichten. Von Ralf Schönert • 29. Juli 2026 Die Geburt der IAEO war mehr als ein institutioneller Gründungsakt. Mit ihr begann der politische Versuch, Atomenergie zugleich zu fördern, zu überwachen und einzuhegen. Darin liegt bis heute ihre eigentliche Bedeutung: Nicht die Technik allein schafft Sicherheit, sondern nur ihre internationale Kontrolle. Am 29. Juli 1957 trat das Statut der Internationalen Atomenergie-Organisation in Kraft. Vorausgegangen waren die Erfahrungen von Hiroshima und Nagasaki, der frühe Kalte Krieg und die Einsicht, dass die neue Atomtechnik nicht einfach nationale Angelegenheit bleiben konnte. Die IAEO entstand damit...