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Der Heiland von Palm Beach

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Der Heiland von Palm Beach Warum ein Teil der amerikanischen Rechten Donald Trump nicht mehr wie einen Präsidenten behandelt, sondern wie eine Erlösungsfigur, die über Kritik, Institutionen und Wirklichkeit hinausgehoben werden soll. Von Ralf Schönert  •  20. August 2026 Donald Trump hat natürlich kein Wasser in Wein verwandelt, ist nicht über das Wasser von Mar-a-Lago gelaufen und hat auch keine 5000 Menschen gespeist. Satirisch interessant ist etwas anderes: dass ein Teil seiner politischen Umgebung offenbar bereit wäre, genau so etwas irgendwann für plausibel zu halten. Darin liegt die eigentliche Diagnose. Man kennt die Liturgie inzwischen. Trump heilt die Lahmen, weil seine Gegner plötzlich wieder stehen können, sobald es um Fernsehkameras geht. Er stillt Hunger, weil jede Massenveranstaltung aussieht, als sei Fast Food bereits ein Sakrament. Und wenn das politische Drehbuch noch etwas mehr Pathos verlangt, wird er...
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Schrödingers Katze einfach erklärt: Quantenphysik, Paradox und Bedeutung

Wenn man über Quantenphysik spricht, fällt früher oder später ein merkwürdiger Name: Schrödingers Katze . Kaum ein anderes Bild hat sich so stark in unser kulturelles Gedächtnis eingebrannt – von Wissenschaft bis Popkultur. Doch was steckt eigentlich dahinter? Das Gedankenexperiment Der österreichische Physiker Erwin Schrödinger entwickelte 1935 ein Experiment, das gar nicht wirklich durchgeführt, sondern nur gedacht war. Er wollte zeigen, wie absurd die Übertragung quantenmechanischer Regeln auf die sichtbare Welt erscheinen kann. Die Vorstellung: Eine Katze sitzt in einer Kiste. In der Kiste gibt es ein radioaktives Atom, das mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit innerhalb einer Stunde zerfällt. An dieses Atom ist ein Mechanismus gekoppelt: Zerfällt es, löst es eine Giftampulle aus, die die Katze tötet. Zerfällt es nicht, bleibt die Katze am Leben. Nach den Regeln der Quantenmechanik befindet sich das Atom gleichzeitig im Zustand „zerfallen“ und „nicht zerfallen...

Das Einzige und das „Einzigste“

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Das Einzige und das „Einzigste“ Warum die Standardsprache „einzige“ verlangt, weshalb „einzigste“ als falsch gilt und warum Goethe die Form dennoch bewusst verwendete. Von Ralf Schönert  •  18. August 2026 Der kleine Streit zwischen „einzige“ und „einzigste“ ist mehr als eine Schulfrage. Er führt direkt in das Spannungsfeld zwischen Sprachregel, Sprachgebrauch und literarischer Freiheit. In der heutigen Standardsprache gilt „einzige“ als korrekt; „einzigste“ wird normativ abgelehnt. Aber die Sache ist nicht deshalb banal, weil Goethe gerade diese Form benutzt hat. Sie zeigt vielmehr, dass Sprache nicht nur Logik, sondern auch Ausdruck ist. Grammatisch ist der Fall zunächst klar. Das Adjektiv „einzig“ bezeichnet etwas, das nur einmal vorhanden ist. Gerade deshalb wird es in der Standardsprache normalerweise nicht gesteigert. Wer also sagt „mein einziger Freund“, formuliert normgerecht; „mein einzigster Freund“ gilt nach ...

Der Klugscheisser - Gentrifizierung oder was bedeutet der Aufwertungsdruck?

Altbauwohnungen, hippe Cafés, steigende Mieten – kaum ein Begriff steht so deutlich für die Veränderungen moderner Städte wie Gentrifizierung . Doch was genau passiert dabei? Der Begriff beschreibt den sozialen und wirtschaftlichen Aufwertungsprozess von Stadtvierteln, der oft zur Verdrängung einkommensschwächerer Bewohner führt. Der Soziologe Ruth Glass prägte den Begriff 1964 in London. Sie beobachtete, wie Arbeiterquartiere zunehmend von der Mittelschicht „entdeckt“ wurden. Junge Akademiker zogen in günstige Altbauwohnungen, sanierten Häuser, eröffneten Galerien und Cafés. Was zunächst nach urbaner Belebung aussah, führte bald zu steigenden Mieten, teuren Neubauten und einem sozialen Austausch der Bewohnerschaft. Gentrifizierung verläuft meist in vier Phasen: Pionierphase – Künstler, Studierende oder Kreative ziehen in heruntergekommene Viertel, weil sie billig sind. Aufwertungsphase – Investoren erkennen das Potenzial, sanieren Gebäude und locken neue Bewohner an. Ver...

SPD in der Krise: Demokratie gilt auch nach der Abstimmung

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die Kritik an Parteiführung und Regierungskurs wächst. Doch wer heute mit der Koalition hadert, sollte sich auch an das eindeutige Mitgliedervotum vom Frühjahr 2025 erinnern. redaktionell bearbeitet von Ralf Schönert  •  16. August 2026 Kurzthese: Die SPD-Basis hat jedes Recht, Führung und Regierungspolitik scharf zu kritisieren. Glaubwürdig wird diese Kritik aber erst, wenn sie die eigene demokratische Mitverantwortung für den Eintritt in die schwarz-rote Koalition nicht verdrängt. Warum das wichtig ist: Innerparteiliche Demokratie besteht nicht nur aus dem Recht auf Widerspruch, sondern auch aus dem Umgang mit selbst getroffenen Mehrheitsentscheidungen. Lesedauer: etwa 6 Minuten Themen: SPD, Mitgliedervotum, Koalition, Parteidemokratie, politische Verantwortung In der SPD wächst der Unmut. Gliederungen und Arbeitsgemeinschaften verlangen einen Sonderparteitag, die Doppelrolle von Parteivorsitz und Ministeramt wir...