Direkt zum Hauptbereich

Posts

Jürgen Schmidhuber – Architekt des modernen Deep Learning

Jürgen Schmidhuber gehört zu den einflussreichsten Forschern der Künstlichen Intelligenz. Seit den 1990er-Jahren prägt er mit theoretischen Modellen und praktischen Durchbrüchen die Entwicklung hin zu lernfähigen Systemen, die heute in Spracherkennung, Übersetzung oder autonomem Handeln eingesetzt werden. Sein wissenschaftlicher Weg begann an der TU München, wo er Informatik und Mathematik studierte und sich früh mit selbstoptimierenden Systemen beschäftigte. Die zentrale Idee: Intelligenz entsteht aus der Fähigkeit, Muster zu erkennen, Informationen effizient zu komprimieren und eigenes Verhalten zu verbessern. Diese Grundannahme zieht sich durch sein gesamtes Werk. Weltweite Bedeutung erlangte Schmidhuber gemeinsam mit Sepp Hochreiter 1997 durch die Entwicklung der Long Short-Term Memory-Netze (LSTM) . Diese Architektur löste das Problem der verschwindenden Gradienten und bildete über viele Jahre das Rückgrat moderner KI-Anwendungen. Ohne LSTM wären automatische Übersetzungssysteme...
Letzte Posts

Ein Tag, der die Ordnung erschütterte

Der 24. Februar steht seit 2022 für einen Bruch mit Gewissheiten. Mit dem russischen Großangriff auf die Ukraine wurde aus einer latenten Sicherheitskrise ein offener Krieg in Europa. Für viele Beobachter endete an diesem Morgen die Illusion, wirtschaftliche Verflechtung und diplomische Rituale könnten aggressive Machtpolitik dauerhaft zähmen. Das Datum wurde zum Symbol: für die Rückkehr des Krieges als politisches Instrument – und für die Notwendigkeit, Freiheit und Souveränität konkret zu verteidigen. Sicherheit neu denken: Von der Komfortzone zur Resilienz Der 24. Februar markiert den Beginn einer strategischen Neuausrichtung. Staaten, die jahrzehntelang auf Friedensdividende und Abrüstung setzten, überdenken seither Fähigkeiten, Budgets und Bündnisse. Wieder im Fokus: die Unterscheidung zwischen Abschreckung und Verteidigung, die Rolle glaubwürdiger Zusagen innerhalb von Allianzen sowie die Fähigkeit, Material und Munition langfristig zu produzieren. Sicherheit ist weniger ein Zust...

Ein Datum, das Geschichte schreibt – von 23‑F bis Supernova 1987A

Der Kalender ist ein Archiv verdichteter Erinnerungen. Der 23. Februar sticht dabei als Tag hervor, an dem sich politische Zäsuren, militärische Symbole und wissenschaftliche Durchbrüche über mehr als ein Jahrhundert hinweg überlagern. Ein Streifzug durch ausgewählte Ereignisse zeigt, wie ein Datum zum Brennglas historischer Dynamik wird. Zivilgesellschaft und Globalisierung: Die Geburt des Rotary‑Gedankens (1905) Am 23. Februar 1905 gründete der Anwalt Paul P. Harris in Chicago den ersten Rotary‑Club. Was als Freundeskreis begann, wuchs zur weltweit vernetzten Service‑Organisation. In Zeiten rasanter Urbanisierung bot Rotary ein bürgerliches Gegenmodell zur Anonymität der Großstadt: Bindung, Selbstverpflichtung, lokales Engagement – und ein früher Prototyp transnationaler Zivilgesellschaft. Krieg, Mythos, Macht: Rote Armee, Deportationen und Iwo Jima (1918–1945) Der 23. Februar 1918 gilt in Russland als symbolisches Gründungsdatum der Roten Armee. Daraus speiste sich später der sowjet...

Ein unscheinbares Datum mit großen politischen Folgen

Für die regelmäßigen Leserinnen und Leser von meinekommentare.blogspot.com: Dieser Beitrag zeigt, warum ausgerechnet der 22. Februar in unterschiedlichen Epochen zum Kippmoment wurde – knapp erzählt, mit prägnanten historischen Stationen und dem Blick darauf, was sie für unser Verständnis von Macht, Protest und Diplomatie bedeuten. Der 22. Februar wirkt im Kalender unspektakulär – doch historisch betrachtet markiert er an vielen Orten der Welt entscheidende Kippmomente. Von Revolten und Freiheitsbewegungen über Diplomatie bis hin zu Weichenstellungen im Kalten Krieg: Dieses Datum bündelt Ereignisse, die politische Ordnungen veränderten und demokratische Selbstbehauptung sichtbar machten. Paris 1848: Vom Bankettverbot zur Februarrevolution Am 22. Februar 1848 setzte das französische Regime ein erneutes Verbot politischer „Bankette“ durch – und löste damit Massenproteste aus. Die Demonstrationen führten binnen Tagen zum Sturz König Louis-Philippes. Paris wurde zum Ausgangspunkt einer eur...

Das Kommunistische Manifest

Der 21. Februar 1848 markiert eines der folgenreichsten Ereignisse des 19. Jahrhunderts: die Erstveröffentlichung des Kommunistischen Manifests durch Karl Marx und Friedrich Engels. Dieses knapp 30-seitige Schriftstück, im Auftrag des „Bundes der Kommunisten“ entstanden, wurde zu einem der einflussreichsten politischen Texte der Moderne. Seine Veröffentlichung fiel in eine Zeit tiefgreifender wirtschaftlicher, sozialer und politischer Spannungen, die wenig später in den europäischen Revolutionen von 1848 kulminierten. Ein Text für eine Epoche im Umbruch Europa befand sich Mitte des 19. Jahrhunderts in einem dramatischen Wandel. Industrialisierung, Landflucht und proletarische Verelendung prägten den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Zeitgleich erstarkten liberale, republikanische und sozialistische Bewegungen, die die als ungerecht erlebte politische Ordnung herausforderten. In diesem Kontext entwarfen Marx und Engels eine radikale Diagnose: Die Geschichte sei eine Abfolge von ...