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Trump will US-Truppen aus Deutschland abziehen: Nehmen die Amerikaner dann auch McDonald’s, Burger King und Starbucks wieder mit?

Faktenbremse, bevor der Empörungsbus ohne TÜV losrollt: Aktuell geht es laut Berichten um eine mögliche Reduzierung der US-Truppen in Deutschland, nicht um einen offiziell beschlossenen Totalabzug. In Deutschland sind ungefähr 36.000 bis 39.000 US-Soldaten stationiert. Wenn Amerika seine Soldaten mitnimmt, behalten wir dann wenigstens die Kalorien? Donald Trump will also wieder US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Oder damit drohen. Oder darüber nachdenken. Oder es in ein Mikrofon bellen, während irgendwo ein Berater versucht, die Weltkarte richtig herum zu halten. Man weiß es bei ihm ja nie so genau. Bei normalen Politikern gibt es Programme, bei Trump gibt es Geräusche. Dabei dachte man doch, der große transatlantische Deal sei längst geklärt: Die Amerikaner dürfen ihre Streitkräfte bei uns stationieren, wir stellen dafür brav Flächen, Infrastruktur, Geduld und kaufen im Gegenzug jeden zivilisatorischen Fettbrand, den sie uns über den Atlantik werfen. McDonald’s, Burger King, S...
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Vermögenskonzentration in Europa - Neue Zahlen, alte Probleme

Die Debatte über soziale Ungleichheit wird in Europa oft über Einkommen geführt. Politisch entscheidender ist jedoch der Blick auf Vermögen. Denn Vermögen schafft Sicherheit, Einfluss und Vererbbarkeit von Chancen. Neue Daten der Europäischen Zentralbank zeigen, dass das reichste Zehntel der Haushalte im Euroraum Ende 2024 rund 57,3 Prozent des Nettovermögens hielt – ein Wert, der sich zuletzt kaum verändert hat. Das ist kein konjunktureller Ausreißer, sondern Ausdruck einer strukturellen Schieflage. Stabile Konzentration trotz wachsender Gesamtvermögen Das Problem lautet nicht nur, dass Vermögen ungleich verteilt ist, sondern dass steigende Gesamtvermögen die Konzentration oft sogar absichern. Die EZB verweist darauf, dass die Vermögen der Haushalte in den vergangenen Jahren insgesamt gewachsen sind, ohne dass sich die Ungleichheit grundlegend verringerte. Wer bereits Immobilien, Unternehmensanteile oder Wertpapiervermögen besitzt, profitiert von Preissteigerungen stärker als Hausha...

Die Republik der vorgezogenen Verjüngung

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die Republik der vorgezogenen Verjüngung Die absurde Frage nach der tödlichen Anti-Aging-Creme führt direkt in den politischen Maschinenraum einer Gesellschaft, die Jugend nicht schützt, sondern vermarktet. Von Ralf Schönert  •  20. April 2026 Stirbt man sofort, wenn man mit 18 eine Creme benutzt, die 20 Jahre jünger macht? Nein. Wahrscheinlicher ist, dass man in exakt jene Denkweise eintritt, die unsere Gegenwart so unerquicklich macht: die Vorstellung, jedes Problem sei eine Frage der Oberfläche, jedes Alter ein Makel und jede Angst ein Geschäftsmodell. Die Pointe dieser grotesken Frage liegt nicht in der Biologie, sondern in der Ideologie. Niemand wird durch Gesichtscreme in den Kindergarten zurückgestuft. Aber die Kultur, die so etwas überhaupt als halbernste Sorge hervorbringt, hat sich längst daran gewöhnt, Menschen nach Verwertbarkeit zu sortieren: jung gleich sichtbar, älter gleich reparaturbedürftig, dazwische...

Sozialdemokratie 2026 - Zwischen Tradition und Transformation

Eine Partei im Spannungsfeld der Gegenwart Die Sozialdemokratie gehört zu den prägenden politischen Kräften Europas. Über mehr als ein Jahrhundert hinweg hat sie entscheidende Beiträge zur Demokratisierung, zum Ausbau des Sozialstaats und zur wirtschaftlichen Modernisierung geleistet. Doch im Jahr 2026 steht sie erneut vor einer grundlegenden Herausforderung: Wie kann eine politische Bewegung, deren historische Stärke in der Vertretung der industriellen Arbeiterschaft lag, auf eine Gesellschaft reagieren, die durch Globalisierung, Digitalisierung und soziale Fragmentierung tiefgreifend verändert wurde? Die gegenwärtige Lage der Sozialdemokratie ist daher weniger eine kurzfristige Krise als vielmehr Ausdruck eines strukturellen Wandels. Traditionelle Milieus lösen sich auf, neue gesellschaftliche Konfliktlinien entstehen, und politische Loyalitäten werden brüchiger. Die zentrale Frage lautet deshalb: Kann die Sozialdemokratie ihre historischen Werte bewahren und zugleich eine überzeug...

Der Preis politischer Kompromisse in der Demokratie

Kompromisse gehören zum Kern parlamentarischer Demokratie. Wo unterschiedliche Interessen, soziale Lagen und politische Überzeugungen aufeinandertreffen, ist Einigung selten als reiner Prinzipiensieg zu haben. Gerade in pluralistischen Gesellschaften ist der Kompromiss deshalb kein Makel, sondern eine zivilisatorische Leistung. Das Problem beginnt dort, wo er nicht mehr als verantwortlicher Ausgleich erscheint, sondern als Verzicht auf erkennbare politische Richtung. Dann wächst in der Öffentlichkeit der Eindruck, Politik wolle es allen recht machen und stehe am Ende für nichts mehr. Kompromisse sind notwendig – aber nicht folgenlos Demokratische Politik muss Interessen bündeln: die von Beschäftigten und Unternehmen, von Kommunen und Bund, von sozialem Ausgleich und fiskalischer Stabilität. Wer regieren will, kann gesellschaftliche Konflikte nicht einfach ignorieren. In diesem Sinne ist Pragmatismus vernünftig. Ein Haushaltskompromiss, der Investitionen ermöglicht, ohne die Tragfähig...