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SPD in der Krise: Demokratie gilt auch nach der Abstimmung

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die Kritik an Parteiführung und Regierungskurs wächst. Doch wer heute mit der Koalition hadert, sollte sich auch an das eindeutige Mitgliedervotum vom Frühjahr 2025 erinnern. redaktionell bearbeitet von Ralf Schönert  •  16. August 2026 Kurzthese: Die SPD-Basis hat jedes Recht, Führung und Regierungspolitik scharf zu kritisieren. Glaubwürdig wird diese Kritik aber erst, wenn sie die eigene demokratische Mitverantwortung für den Eintritt in die schwarz-rote Koalition nicht verdrängt. Warum das wichtig ist: Innerparteiliche Demokratie besteht nicht nur aus dem Recht auf Widerspruch, sondern auch aus dem Umgang mit selbst getroffenen Mehrheitsentscheidungen. Lesedauer: etwa 6 Minuten Themen: SPD, Mitgliedervotum, Koalition, Parteidemokratie, politische Verantwortung In der SPD wächst der Unmut. Gliederungen und Arbeitsgemeinschaften verlangen einen Sonderparteitag, die Doppelrolle von Parteivorsitz und Ministeramt wir...
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Curtis Yarvin und die elegante Verachtung der Demokratie

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Curtis Yarvin und die elegante Verachtung der Demokratie Warum der neoreaktionäre US-Ideengeber politisch nicht wegen seiner Exzentrik, sondern wegen der Anschlussfähigkeit seiner antidemokratischen Denkfigur ernst genommen werden muss. Von Ralf Schönert  •  16. August 2026 Curtis Yarvin ist keine Randfigur mehr, die man achselzuckend dem exzentrischen Internet überlassen könnte. Sein Denken bündelt eine alte autoritäre Sehnsucht in neuer, technokratischer Sprache: Demokratie erscheint bei ihm nicht als unvollkommene, aber korrigierbare Ordnung, sondern als Betriebsunfall, der durch konzentrierte Exekutivmacht ersetzt werden solle. Gerade diese Verbindung aus Elitenarroganz, digitaler Kühle und politischer Anschlussfähigkeit macht seine Texte so problematisch. Wer Curtis Yarvin nur als exzentrischen Blogger abtut, unterschätzt den Vorgang. Unter dem Pseudonym Mencius Moldbug hat er seit Jahren eine Denkfigur ausgearbei...

Moses und das elfte Gebot von eBay

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Moses und das elfte Gebot von eBay Eine absurde Frage mit erstaunlich politischem Kern: Warum Plattformregeln heute wichtiger sind als Namen, Empörung und die deutsche Lust, jede Hausordnung in Weltanschauung zu verwandeln. Von Ralf Schönert  •  15. August 2026 Die Frage ist albern, aber politisch ergiebig. Nicht weil eBay heimlich alttestamentarische Obergrenzen verwaltet, sondern weil sie zeigt, wie bereitwillig wir private Plattformregeln für Naturgesetze halten und jede technische Einschränkung sofort als Identitätsdrama aufführen. Natürlich darf ein Mensch namens Moses nach den derzeit öffentlich zugänglichen eBay-Regeln mehr als zehn Gebote abgeben. eBay arbeitet mit Maximalgeboten, automatischen Erhöhungsschritten und bindenden Geboten, nicht mit Namensexegese. Gerade deshalb ist die Frage hübsch. Sie legt die deutsche Spezialbegabung frei, Verwaltungslogik mit Kulturkampf zu marinieren. Aus einem Konto wird eine Wel...

Pflicht-Fortbildungen für Geschichtslehrkräfte: sinnvoller Impuls oder politischer Kurzschluss?

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Pflicht-Fortbildungen für Geschichtslehrkräfte: sinnvoller Impuls oder politischer Kurzschluss? Die Debatte über verpflichtende Weiterbildungen reagiert auf reale Wissenslücken und digitale Geschichtsfälschung – doch sie verfehlt das Ziel, wenn sie Strukturprobleme des Schulsystems moralisch an einzelne Lehrkräfte delegiert. Von Ralf Schönert  •  14. August 2026 Die Forderung nach Pflicht-Fortbildungen für Geschichtslehrkräfte wirkt auf den ersten Blick plausibel. Wo historische Unkenntnis wächst, antisemitische Verzerrungen zirkulieren und soziale Medien Geschichte in Sekunden deformieren, liegt der Ruf nach mehr Professionalisierung nahe. Entscheidend ist jedoch die politische Pointe dieser Debatte: Nicht ob Fortbildung nötig ist, sondern ob ein zusätzlicher Zwang ohne bessere Rahmenbedingungen das Problem tatsächlich löst. Ausgelöst wurde die jüngere Debatte vor allem durch den Historikerverband. Dessen Vorsitzender ...

Jeder zweite ein Anti-Demokrat? Was der Sachsen-Anhalt-Monitor wirklich zeigt

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die Studie belegt keine Mehrheit überzeugter Gegner der Demokratie. Sie zeigt jedoch, dass die liberale Demokratie bei vielen Menschen nur bedingt verankert ist. redaktionell bearbeitet von Ralf Schönert  •  13. August 2026 Kurzthese: Der Sachsen-Anhalt-Monitor 2025 weist nicht die Hälfte der Bevölkerung als Anti-Demokraten aus. Er zeigt vielmehr eine große Gruppe sogenannter fragiler Demokraten, deren Bekenntnis zur liberalen Demokratie mit Offenheit gegenüber autoritären Alternativen verbunden ist. Warum das wichtig ist: Demokratische Stabilität hängt nicht nur von abstrakter Zustimmung, sondern auch von der klaren Ablehnung autoritärer Alternativen ab. Lesedauer: etwa 6 Minuten Themen: Sachsen-Anhalt, Demokratie, Autoritarismus, politische Kultur, Demokratievertrauen Die Schlagzeile klingt eindeutig: Jeder zweite Bürger in Sachsen-Anhalt sei ein Anti-Demokrat. Doch so eindeutig ist die Datenlage nicht. Der Sachsen-Anh...