POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Smart Cities zwischen Steuerung und Freiheit Digitale Stadtverwaltung verspricht Effizienz, Nachhaltigkeit und bessere Dienste. Die politische Kernfrage lautet jedoch, wie weit Datenerhebung im urbanen Raum gehen darf, ohne das Verhältnis zwischen Bürger und Staat grundlegend zu verändern. Von Ralf Schönert • 28. Mai 2026 Die Smart City ist kein technisches Detail moderner Stadtplanung mehr, sondern ein politisches Modell des Regierens. Sensoren, urbane Datenplattformen und algorithmische Auswertung können Verkehr flüssiger machen, Energie sparen und kommunale Dienste präziser steuern. Doch dieselben Instrumente verschieben auch die Grenze zwischen nützlicher Verwaltung und permanenter Beobachtbarkeit. Gerade deshalb entscheidet sich an der Smart City nicht nur eine Zukunft der Effizienz, sondern auch eine Zukunft der Freiheit. Der Begriff der intelligenten Stadt trägt ein politisches Versprechen in sich: Komplexe ur...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Das sogenannte „Trump-Phone“ versprach technologische Erlösung, nationale Stärke und konservativen Konsumstolz – geblieben ist vor allem ein Lehrstück über politische Vermarktung im Zeitalter der Dauerinszenierung. Von Ralf Schönert • 27. Mai 2026 Das legendäre „Trump-Phone“ sollte einst das Smartphone des patriotischen Aufbruchs werden: amerikanisch, rebellisch, angeblich unabhängig von den bösen globalen Eliten. Im Grunde war es ein politischer Fanartikel mit Akku. Heute redet kaum noch jemand darüber. Das ist bemerkenswert. Denn selten wurde ein Stück Elektronik so aggressiv als nationale Erlösungsmaschine verkauft – und verschwand dann schneller aus der öffentlichen Wahrnehmung als ein Wahlversprechen nach der Vereidigung. Das Faszinierende am „Trump-Phone“ war nie die Technik. Niemand kaufte dieses Gerät wegen der Kamera. Niemand sagte: „Endlich ein Prozessor, der meine Demokratie rettet.“ Es ging um Zugehörigkeit...