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Jeder zweite ein Anti-Demokrat? Was der Sachsen-Anhalt-Monitor wirklich zeigt

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die Studie belegt keine Mehrheit überzeugter Gegner der Demokratie. Sie zeigt jedoch, dass die liberale Demokratie bei vielen Menschen nur bedingt verankert ist. redaktionell bearbeitet von Ralf Schönert  •  13. August 2026 Kurzthese: Der Sachsen-Anhalt-Monitor 2025 weist nicht die Hälfte der Bevölkerung als Anti-Demokraten aus. Er zeigt vielmehr eine große Gruppe sogenannter fragiler Demokraten, deren Bekenntnis zur liberalen Demokratie mit Offenheit gegenüber autoritären Alternativen verbunden ist. Warum das wichtig ist: Demokratische Stabilität hängt nicht nur von abstrakter Zustimmung, sondern auch von der klaren Ablehnung autoritärer Alternativen ab. Lesedauer: etwa 6 Minuten Themen: Sachsen-Anhalt, Demokratie, Autoritarismus, politische Kultur, Demokratievertrauen Die Schlagzeile klingt eindeutig: Jeder zweite Bürger in Sachsen-Anhalt sei ein Anti-Demokrat. Doch so eindeutig ist die Datenlage nicht. Der Sachsen-Anh...
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aus der Geschichte: 13. August 1961 - Bau der Berliner Mauer – Ursachen, Ablauf und Folgen

In den frühen Morgenstunden des 13. August 1961 wurde Berlin schlagartig zu einer geteilten Stadt. Mitten in der Nacht begann die DDR, die Sektorengrenze zwischen Ost- und West-Berlin zu schließen – ein Wendepunkt in der Geschichte Europas. Wo gestern noch Menschen frei zwischen beiden Teilen der Stadt pendelten, standen plötzlich Stacheldraht und bewaffnete Soldaten. Der Bau der Berliner Mauer hatte begonnen – und mit ihr ein neues Kapitel des Kalten Krieges. Wie es dazu kam Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Berlin aufgeteilt – vier Sektoren, kontrolliert von den USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion. Mit der Gründung der DDR 1949 verlor die Osthälfte Berlins zunehmend Menschen an den Westen. Zwischen 1949 und 1961 flohen rund 2,7 Millionen Menschen in die Bundesrepublik – darunter viele junge, gut ausgebildete Fachkräfte. Für die DDR war das ein ernsthaftes Problem: Wirtschaftlich schwächte es das Land, politisch untergrub es das Vertrauen in das System. Die Ents...

Mordraten weltweit: Wie sicher ist Deutschland wirklich?

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Mordraten weltweit: Wie sicher ist Deutschland wirklich? Internationale Vergleichsdaten zeigen ein Land mit niedriger Tötungsrate. Die politisch wichtigere Frage lautet, warum sich Unsicherheit in Deutschland dennoch so hartnäckig festsetzt. Von Ralf Schönert  •  12. August 2026 Wer über die Sicherheit eines Landes sprechen will, sollte sich nicht von Schlagzeilen, Einzelfällen oder politischen Alarmrufen leiten lassen. Im internationalen Vergleich steht Deutschland bei vorsätzlichen Tötungen weiterhin relativ niedrig. Das entlastet die Politik nicht, zwingt sie aber zu einem nüchternen Blick: Das Problem ist weniger eine explodierende Mordrate als die wachsende Kluft zwischen statistischer Lage und öffentlicher Wahrnehmung. Schon der Begriff führt leicht in die Irre. Im politischen Alltag ist oft von der „Mordrate“ die Rede, statistisch belastbarer ist jedoch die Zahl vorsätzlicher Tötungen pro 100.000 Einwohner. Diese...

Preußens Abschied vom Adel

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Preußens Abschied vom Adel Die Standesvorrechte sind seit mehr als einem Jahrhundert aufgehoben. Politisch aktuell bleibt dennoch die Frage, wie viel symbolische Ungleichheit eine moderne Demokratie dulden will. Von Ralf Schönert  •  11. August 2026 Wer heute von der Abschaffung der Adelstitel in Preußen spricht, berührt weit mehr als ein Randthema der Verfassungsgeschichte. Juristisch wurde die ständische Sonderstellung schon 1919 im Reich und 1920 in Preußen beseitigt. Doch die politische Pointe dieser Entscheidung reicht bis in die Gegenwart: Gleichheit beginnt nicht erst bei sozialen Programmen, sondern bei der klaren Absage an erblich begründete Vorrangansprüche. Die historische Reihenfolge ist eindeutig. Die Weimarer Reichsverfassung wurde am 31. Juli 1919 beschlossen, am 11. August unterzeichnet und trat am 14. August in Kraft. Artikel 109 erklärte alle Deutschen für gleich vor dem Gesetz und hob öffentlich-recht...

Vom Kanzler zur Karikatur: Wie die CDU ihre Seele an die AfD vermietet

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Vom Kanzler zur Karikatur: Wie die CDU ihre Seele an die AfD vermietet Das eigentliche Problem ist nicht die offene Kooperation, sondern die schleichende Übernahme von Tonlage, Konfliktlogik und Themenhierarchie einer Partei, von der sich die Union offiziell abgrenzt. Von Ralf Schönert  •  10. August 2026 Die CDU verliert nicht erst dann ihre politische Mitte, wenn sie mit der AfD paktiert. Sie verliert sie schon dann, wenn sie beginnt, die Wirklichkeit durch deren Begriffe zu ordnen. Der Preis einer solchen Annäherung ist nicht nur taktischer Natur. Er betrifft das Selbstverständnis einer Volkspartei, die einst für Stabilität, Maß und institutionelle Vernunft stand. Spätestens die Migrationsabstimmungen im Bundestag Ende Januar 2025 haben diesen Wandel sichtbar gemacht. Ein Unionsantrag erhielt am 29. Januar eine Mehrheit, und zwar auch mit Stimmen der AfD; zwei Tage später scheiterte das sogenannte Zustrombegrenzungsg...