Alternde Gesellschaften stellen den Sozialstaat nicht deshalb infrage, weil mehr ältere Menschen per se ein Problem wären. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, dass auf weniger Menschen im Erwerbsalter mehr Renten-, Gesundheits- und Pflegeaufgaben entfallen. In Deutschland kamen 2024 auf 100 Personen im Alter von 20 bis unter 65 Jahren bereits rund 39 Personen ab 65 Jahren. Zugleich schrumpft langfristig die Zahl der Menschen im Erwerbsalter. Damit wächst der Druck auf umlagefinanzierte Systeme – aber ebenso die politische Verantwortung, sie klug zu modernisieren. Demografie ist kein Naturgesetz der Kürzung Aus dem demografischen Wandel folgt nicht automatisch der Abbau sozialer Sicherung. Entscheidend ist, wie produktiv eine Volkswirtschaft ist, wie viele Menschen arbeiten und wie stabil die Finanzierung organisiert wird. Wer Alterung nur als Kostenproblem begreift, verengt die Debatte. Historisch waren Sozialstaaten immer dann besonders tragfähig, wenn sie wirtschaftliche D...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Parlamentswahl in Slowenien: Warum die Sozialdemokratie zu wenig sichtbar war Zwischen liberaler Regierungspartei, rechter Opposition und neuen linken Konkurrenten blieb die slowenische Sozialdemokratie politisch präsent, aber öffentlich blass. Die Wahl vom 22. März 2026 zeigt, wie schnell eine traditionsreiche Partei in einer polarisierten Auseinandersetzung an Profil verlieren kann. Von Ralf Schönert • 10. April 2026 Die slowenische Parlamentswahl war vor allem ein Duell zwischen Robert Golobs Freiheitsbewegung und Janez Janšas SDS. Gerade in dieser zugespitzten Konstellation wurde sichtbar, was der Sozialdemokratie fehlte: nicht Organisation oder Regierungserfahrung, sondern ein eigenes erkennbares politisches Narrativ. Ihr schwaches Abschneiden war deshalb weniger ein Betriebsunfall als Ausdruck einer strategischen Unschärfe. Nach den amtlich veröffentlichten Ergebnissen gewann Golobs Gibanje Svoboda 29 Sitze, Janšas ...