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Warum Reiche und Spahn für die CDU zum Risiko werden

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Warum Reiche und Spahn für die CDU zum Risiko werden Mit Katherina Reiche und Jens Spahn stehen zwei prominente CDU-Gesichter für einen Kurs, der der Partei Macht sichern soll, aber ihre Stellung als bürgerliche Mittepartei untergraben kann. Von Ralf Schönert  •  5. September 2026 Die CDU war stark, solange sie wirtschaftliche Vernunft, soziale Rücksicht und demokratische Verlässlichkeit miteinander verband. Gefährlich wird es für sie dort, wo sie entweder als Partei privilegierter Interessen erscheint oder in der Auseinandersetzung mit der AfD jene politische Eindeutigkeit verliert, die eine Volkspartei der Mitte braucht. Jens Spahn führt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche ist seit Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Beide stehen also nicht am Rand, sondern im Zentrum des unionsgeführten Machtapparats. Gerade deshalb ist ihre politische Wirkung größer als ihr jeweiliges Ressort oder Amt....
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Warum Donald Trump vor den Midterms 2026 auf eine schwere Niederlage zusteuert

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Warum Donald Trump vor den Midterms 2026 auf eine schwere Niederlage zusteuert Die Zwischenwahlen am 3. November 2026 dürften weniger an einzelnen Aufregern entschieden werden als an einer alten amerikanischen Regel: Wenn Kaufkraft schwindet und der Präsident zum Reizpunkt wird, werden Midterms zum Referendum über das Weiße Haus. Von Ralf Schönert  •  4. September 2026 Donald Trumps eigentliches Problem ist nicht der Mangel an Lautstärke, sondern der Verlust an politischer Elastizität. Wo steigende Lebenshaltungskosten, sinkende Zustimmungswerte und eine sichtbar mobilisierte Opposition zusammentreffen, wird aus republikanischem Gegenwind eine strukturelle Midterm-Gefahr. Gerade deshalb spricht vieles dafür, dass Trump 2026 nicht nur verliert, sondern eine Niederlage erlebt, die weit über normale Zwischenwahlverluste hinausreichen könnte. Amerikanische Zwischenwahlen sind selten Wahlen der Schonung. Sie dienen traditi...

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag und die Rückkehr Deutschlands in die volle Souveränität

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Der Zwei-plus-Vier-Vertrag und die Rückkehr Deutschlands in die volle Souveränität Der Vertrag von 1990 war weit mehr als ein diplomatischer Schlussakt der Teilung: Er band die deutsche Einheit an Grenzen, Recht und politische Selbstbegrenzung – und genau darin lag seine historische Stärke. Von Ralf Schönert  •  3. September 2026 Der Zwei-plus-Vier-Vertrag vom 12. September 1990 markierte den entscheidenden völkerrechtlichen Schritt zur deutschen Einheit. Er stellte die volle innere und äußere Souveränität des vereinten Deutschlands her, beendete die Sonderrechte der vier Mächte und schuf zugleich einen Rahmen der Selbstbindung, der bis heute politisch nachwirkt. Der Vertrag war deshalb kein bloßer technischer Anhang zur Wiedervereinigung. Er war die außenpolitische und völkerrechtliche Bedingung dafür, dass aus dem Wunsch nach Einheit ein von den Nachbarn akzeptierter und international abgesicherter Staat werden konn...

Eine Mauer nach Sachsen-Anhalt? Beton war schon einmal keine Lösung

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Vor der Landtagswahl am 6. September wächst die Versuchung, auf einen möglichen Rechtsruck mit Abschottungswitzen zu reagieren. Verständlich vielleicht. Politisch ist die Sache komplizierter. Von Ralf Schönert  •  2. September 2026 Sollte Sachsen-Anhalt am Sonntag sehr weit nach rechts wählen, könnte man natürlich eine Mauer bauen. Deutschland besitzt einschlägige historische Erfahrung mit Beton als politischem Argument. Das Ergebnis dieses Großversuchs war allerdings derart mäßig, dass eine Wiederholung unhöflich gegenüber der Geschichte wäre. Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Umfragen des Sommers deuten auf ein außergewöhnlich starkes Ergebnis der AfD hin. Da liegt der Gedanke nahe, Magdeburg vorsorglich mit einem Ring aus Stahlbeton zu versehen und die Zufahrten nur noch für Harzer Käse und demokratische Bildungsreisen zu öffnen. Nur leider wohnen dort Menschen und keine Wahldiagramme...

Warum der Präsident nicht krank ist, solange der Apparat nickt

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Warum der Präsident nicht krank ist, solange der Apparat nickt An Donald Trump zeigt sich, wie Macht jede Frage nach Amtsfähigkeit in einen Loyalitätstest verwandelt und warum stationäre Behandlung in Washington fast schon als Staatsstreich gelten würde. Von Ralf Schönert  •  2. September 2026 Ob Donald Trump medizinisch an Demenz leidet, ist von außen nicht seriös feststellbar. Politisch aufschlussreicher ist ohnehin etwas anderes: Warum ein System, das jeden Anschein von Schwäche als Verrat behandelt, selbst offenkundige Fragen nach Gesundheit lieber wegmoderiert, bis nur noch die Tapeten ehrlicher wirken als das Personal. Die bequemste Erzählung lautet: Ein Mann zeigt Ausfälle, also gehört er in Behandlung. Das klingt vernünftig, hygienisch, fast staatsbürgerlich. Leider ist die Präsidentschaft kein Wartezimmer, sondern eine Maschine zur Verdrängung. Solange die Kulisse steht, gilt nicht der Befund, sondern die Beleu...