POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die Duma-Wahl 2026 liefert ein bemerkenswertes Lehrstück darüber, wie bescheiden ein Rekordergebnis aussehen kann, wenn man es nur entschlossen genug „Wahl“ nennt. redaktionell bearbeitet von Ralf Schönert • 22. September 2026 Kurzthese: Geeintes Russland hat die Duma-Wahl nicht knapp, sondern mit einer Rekordmehrheit gewonnen. Interessanter als die Größe des Sieges sind deshalb die Bedingungen, unter denen er zustande kam. Warum das wichtig ist: Wahlen entfalten ihre demokratische Aussagekraft erst durch reale Auswahl, Wettbewerb und überprüfbare Verfahren. Lesedauer: etwa 4 Minuten Themen: Russland, Duma-Wahl, Putin, Demokratie, politische Opposition Zunächst also herzlichen Glückwunsch nach Moskau. Nicht an einen Duma-Kandidaten namens Wladimir Putin – der stand gar nicht zur Wahl –, sondern an das politische System, dessen von ihm unterstützte Regierungspartei Geeintes Russland bei parlamentarischen Mehrheiten inzw...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die stille Macht der Länder: Warum der Bundesrat oft unterschätzt wird Nicht alles Entscheidende geschieht im Bundestag: Im Bundesrat wird sichtbar, wie stark der deutsche Föderalismus Gesetze bremst, korrigiert und mitgestaltet. Von Ralf Schönert • 23. September 2026 Wer deutsche Politik nur vom Bundestag her denkt, sieht nur die halbe Wirklichkeit. Der Bundesrat ist kein dekorativer Anhang des parlamentarischen Betriebs, sondern ein Machtzentrum des Föderalismus: Hier wirken die Länder an Bundesgesetzen mit, hier werden Kompromisse erzwungen, hier zeigt sich, dass die Republik nicht nur aus Mehrheiten im Bund, sondern auch aus Interessen, Zuständigkeiten und Vetopositionen der Länder besteht. In der öffentlichen Wahrnehmung dominiert meist der Bundestag. Dort stehen die großen Debatten, die sichtbaren Konflikte und die ritualisierten Schlagabtausche im Zentrum. Der Bundesrat hingegen bleibt oft im Hintergrund: wenig...