POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Der Zwei-plus-Vier-Vertrag und die Rückkehr Deutschlands in die volle Souveränität Der Vertrag von 1990 war weit mehr als ein diplomatischer Schlussakt der Teilung: Er band die deutsche Einheit an Grenzen, Recht und politische Selbstbegrenzung – und genau darin lag seine historische Stärke. Von Ralf Schönert • 3. September 2026 Der Zwei-plus-Vier-Vertrag vom 12. September 1990 markierte den entscheidenden völkerrechtlichen Schritt zur deutschen Einheit. Er stellte die volle innere und äußere Souveränität des vereinten Deutschlands her, beendete die Sonderrechte der vier Mächte und schuf zugleich einen Rahmen der Selbstbindung, der bis heute politisch nachwirkt. Der Vertrag war deshalb kein bloßer technischer Anhang zur Wiedervereinigung. Er war die außenpolitische und völkerrechtliche Bedingung dafür, dass aus dem Wunsch nach Einheit ein von den Nachbarn akzeptierter und international abgesicherter Staat werden konn...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Vor der Landtagswahl am 6. September wächst die Versuchung, auf einen möglichen Rechtsruck mit Abschottungswitzen zu reagieren. Verständlich vielleicht. Politisch ist die Sache komplizierter. Von Ralf Schönert • 2. September 2026 Sollte Sachsen-Anhalt am Sonntag sehr weit nach rechts wählen, könnte man natürlich eine Mauer bauen. Deutschland besitzt einschlägige historische Erfahrung mit Beton als politischem Argument. Das Ergebnis dieses Großversuchs war allerdings derart mäßig, dass eine Wiederholung unhöflich gegenüber der Geschichte wäre. Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Umfragen des Sommers deuten auf ein außergewöhnlich starkes Ergebnis der AfD hin. Da liegt der Gedanke nahe, Magdeburg vorsorglich mit einem Ring aus Stahlbeton zu versehen und die Zufahrten nur noch für Harzer Käse und demokratische Bildungsreisen zu öffnen. Nur leider wohnen dort Menschen und keine Wahldiagramme...