Der 24. Februar steht seit 2022 für einen Bruch mit Gewissheiten. Mit dem russischen Großangriff auf die Ukraine wurde aus einer latenten Sicherheitskrise ein offener Krieg in Europa. Für viele Beobachter endete an diesem Morgen die Illusion, wirtschaftliche Verflechtung und diplomische Rituale könnten aggressive Machtpolitik dauerhaft zähmen. Das Datum wurde zum Symbol: für die Rückkehr des Krieges als politisches Instrument – und für die Notwendigkeit, Freiheit und Souveränität konkret zu verteidigen. Sicherheit neu denken: Von der Komfortzone zur Resilienz Der 24. Februar markiert den Beginn einer strategischen Neuausrichtung. Staaten, die jahrzehntelang auf Friedensdividende und Abrüstung setzten, überdenken seither Fähigkeiten, Budgets und Bündnisse. Wieder im Fokus: die Unterscheidung zwischen Abschreckung und Verteidigung, die Rolle glaubwürdiger Zusagen innerhalb von Allianzen sowie die Fähigkeit, Material und Munition langfristig zu produzieren. Sicherheit ist weniger ein Zust...
Der Kalender ist ein Archiv verdichteter Erinnerungen. Der 23. Februar sticht dabei als Tag hervor, an dem sich politische Zäsuren, militärische Symbole und wissenschaftliche Durchbrüche über mehr als ein Jahrhundert hinweg überlagern. Ein Streifzug durch ausgewählte Ereignisse zeigt, wie ein Datum zum Brennglas historischer Dynamik wird. Zivilgesellschaft und Globalisierung: Die Geburt des Rotary‑Gedankens (1905) Am 23. Februar 1905 gründete der Anwalt Paul P. Harris in Chicago den ersten Rotary‑Club. Was als Freundeskreis begann, wuchs zur weltweit vernetzten Service‑Organisation. In Zeiten rasanter Urbanisierung bot Rotary ein bürgerliches Gegenmodell zur Anonymität der Großstadt: Bindung, Selbstverpflichtung, lokales Engagement – und ein früher Prototyp transnationaler Zivilgesellschaft. Krieg, Mythos, Macht: Rote Armee, Deportationen und Iwo Jima (1918–1945) Der 23. Februar 1918 gilt in Russland als symbolisches Gründungsdatum der Roten Armee. Daraus speiste sich später der sowjet...