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Quantencomputing und die stille Erosion der Verschlüsselung

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Quantencomputing und die stille Erosion der Verschlüsselung Die politische Frage lautet nicht mehr, ob Staaten und Unternehmen auf post-quantenfeste Kryptografie umstellen müssen, sondern ob sie den Übergang rechtzeitig organisieren. Von Ralf Schönert  •  29. Mai 2026 Quantencomputing ist noch nicht die unmittelbare Auflösung aller digitalen Geheimnisse. Aber die politische und sicherheitstechnische Lage hat sich bereits verändert: Seit 2024 liegen mit den ersten NIST-Standards verbindliche post-quantenfähige Verfahren vor, die EU hat 2024 und 2025 einen koordinierten Übergang angemahnt, und Sicherheitsbehörden drängen auf Migration. Die eigentliche Umwälzung besteht deshalb weniger im plötzlichen Bruch als in einem langen, infrastrukturellen Umbau von Staat, Wirtschaft und Verwaltung. Lange Zeit galt starke Verschlüsselung als unsichtbares Fundament der digitalen Moderne. Sie schützt Bankgeschäfte, Verwaltungsdaten, d...
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Smart Cities zwischen Steuerung und Freiheit

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Smart Cities zwischen Steuerung und Freiheit Digitale Stadtverwaltung verspricht Effizienz, Nachhaltigkeit und bessere Dienste. Die politische Kernfrage lautet jedoch, wie weit Datenerhebung im urbanen Raum gehen darf, ohne das Verhältnis zwischen Bürger und Staat grundlegend zu verändern. Von Ralf Schönert  •  28. Mai 2026 Die Smart City ist kein technisches Detail moderner Stadtplanung mehr, sondern ein politisches Modell des Regierens. Sensoren, urbane Datenplattformen und algorithmische Auswertung können Verkehr flüssiger machen, Energie sparen und kommunale Dienste präziser steuern. Doch dieselben Instrumente verschieben auch die Grenze zwischen nützlicher Verwaltung und permanenter Beobachtbarkeit. Gerade deshalb entscheidet sich an der Smart City nicht nur eine Zukunft der Effizienz, sondern auch eine Zukunft der Freiheit. Der Begriff der intelligenten Stadt trägt ein politisches Versprechen in sich: Komplexe ur...

Das patriotische Wegwerftelefon

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Das sogenannte „Trump-Phone“ versprach technologische Erlösung, nationale Stärke und konservativen Konsumstolz – geblieben ist vor allem ein Lehrstück über politische Vermarktung im Zeitalter der Dauerinszenierung. Von Ralf Schönert  •  27. Mai 2026 Das legendäre „Trump-Phone“ sollte einst das Smartphone des patriotischen Aufbruchs werden: amerikanisch, rebellisch, angeblich unabhängig von den bösen globalen Eliten. Im Grunde war es ein politischer Fanartikel mit Akku. Heute redet kaum noch jemand darüber. Das ist bemerkenswert. Denn selten wurde ein Stück Elektronik so aggressiv als nationale Erlösungsmaschine verkauft – und verschwand dann schneller aus der öffentlichen Wahrnehmung als ein Wahlversprechen nach der Vereidigung. Das Faszinierende am „Trump-Phone“ war nie die Technik. Niemand kaufte dieses Gerät wegen der Kamera. Niemand sagte: „Endlich ein Prozessor, der meine Demokratie rettet.“ Es ging um Zugehörigkeit...

Hörbuchempfehlung Mai 2026 - Der Mythos von Atlantis und die Wahrheit über die Minoer

Der Mythos von Atlantis und die Wahrheit über die Minoer Die Insel Kreta brachte am Anbruch der Zivilisation Europas erste große spirituelle Tradition hervor . Aufgrund ihrer strategischen Lage am Kreuzungspunkt der Seewege zwischen Ägypten, Anatolien und den Kykladen entwickelte sich aus verstreuten neolithischen Weilern eine anspruchsvolle protourbane Kultur . Im Gegensatz zu vielen Festlandkulturen wählten die frühen Inselbewohner Standorte, die auf Zugänglichkeit statt auf Abwehr ausgerichtet waren, was ein grundlegendes Vertrauen und eine Präferenz für Offenheit verriet . Ein florierendes Handelsnetz, das essenzielle Güter wie Obsidian und Kupfer aus Zypern importierte , schuf die ökonomische Basis für eine friedliche Talasokratie (Seemacht) . Um 2000 v. Chr. begannen lokale Führungsgruppen mit dem Bau der ersten monumentalen Hofzentren wie Knossos, Malia und Phaistos . Diese Anlagen waren keine Festungen des Krieges, sondern Zentren des Wohlstands und des Austauschs ,...

Die Grünen: CDU mit Wärmepumpe

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Über eine Partei, die früher den Betrieb stören wollte und heute sehr darauf achtet, beim Stören niemanden zu stören. Von Ralf Schönert  •  26. Mai 2026 Die Grünen waren einmal der politische Stachel im Fleisch der alten Bundesrepublik. Heute wirken sie oft wie die CDU nach einem Achtsamkeitsseminar: bürgerlich, staatstragend, etwas zerknirscht und immer bereit, Verantwortung zu übernehmen, sobald jemand das Wort „Standort“ flüstert. Es gibt politische Verwandlungen, die geschehen nicht dramatisch, sondern im Tonfall der Geschäftsordnung. Aus Protest wird Projektmanagement. Aus Systemkritik wird ein Arbeitskreis. Aus „Keine Macht für niemand“ wird: „Wir prüfen das im Koalitionsausschuss.“ Das ist traurig, aber wenigstens gut abgeheftet. In Baden-Württemberg regieren Grüne und CDU weiter zusammen, unter einem Koalitionsvertrag, der schon im Titel klingt wie ein Beruhigungstee für Mittelständler: „Aus Verantwortung fürs ...