POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Brasiliens Unabhängigkeit: Staatsgründung ohne vollendete Emanzipation Der 7. September 1822 markiert einen historischen Bruch mit Portugal. Politisch entscheidend ist bis heute jedoch die Frage, was nationale Unabhängigkeit bedeutet, wenn soziale Ungleichheit und alte Machtstrukturen fortbestehen. Von Ralf Schönert • 7. September 2026 Der 7. September 1822 war für Brasilien ein Moment von weltgeschichtlicher Tragweite. Doch die Unabhängigkeit bedeutete nicht automatisch den Beginn einer freien und gleichen politischen Gemeinschaft. Sie begründete einen souveränen Staat, ließ aber zentrale soziale und politische Hierarchien zunächst bestehen. Gerade deshalb ist dieses Datum mehr als ein Nationalfeiertag: Es ist ein Prüfstein für die Frage, wie weit politische Selbstbestimmung und gesellschaftliche Emanzipation tatsächlich zusammenfallen. Als Dom Pedro am 7. September 1822 die Loslösung von Portugal erklärte, entstand kein...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt zeigt, wie sich nicht nur Mehrheiten, sondern auch politische Maßstäbe verschieben. redaktionell bearbeitet von Ralf Schönert • 6. September 2026 Kurzthese: Der Aufstieg rechtsnationaler Politik zeigt sich nicht nur in Wahlergebnissen, sondern auch in einer Verschiebung dessen, was im politischen Mainstream sagbar und durchsetzbar wird. Entscheidend bleibt die Grenze zwischen demokratischem Konservatismus und ethnisch-nationaler Ausgrenzung. Warum das wichtig ist: Politische Normalisierung beginnt häufig lange vor einer tatsächlichen Regierungsbeteiligung. Lesedauer: etwa 3 Minuten Themen: AfD, Konservatismus, Migration, Demokratie, Sachsen-Anhalt Deutschland erlebt keinen einfachen Rechtsruck, bei dem sich das gesamte politische Spektrum gleichmäßig verschiebt. Sichtbar wird vielmehr ein Prozess, in dem rechtsnationale Positionen wahlpolitisch an Gewicht gewinnen und zugl...