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Das „C“ als politische Variable

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Das „C“ als politische Variable Warum das christliche Selbstverständnis in der politischen Debatte selektiv aktiviert wird – und was das über den Zustand konservativer Politik aussagt. Von Ralf Schönert  •  12. Juli 2026 In der aktuellen Debatte um den Schwangerschaftsabbruch wird das „C“ im Parteinamen von CDU und CSU wieder sichtbar. Doch der selektive Rückgriff auf christliche Werte wirft eine grundsätzliche Frage auf: Handelt es sich um einen normativen Kompass oder um ein politisches Instrument, das je nach Thema unterschiedlich stark eingesetzt wird? Politische Parteien greifen seit jeher auf normative Bezugspunkte zurück, um ihre Positionen zu legitimieren. Im Fall der Union ist das „C“ historisch eng mit dem Anspruch verbunden, Politik aus einem christlich geprägten Menschenbild heraus zu gestalten. Dieses Selbstverständnis spielte insbesondere in der Nachkriegszeit eine prägende Rolle, als die christliche Sozi...
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Wenn Maschinen nützlich werden, wird Kontrolle zur Schicksalsfrage

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Wenn Maschinen nützlich werden, wird Kontrolle zur Schicksalsfrage Die These von einer KI, die den Menschen erst entbehrlich macht und sich dann gegen ihn wendet, ist in ihrer extremen Form nicht belegt. Politisch ernst zu nehmen ist jedoch die Frage, wie schnell hochskalierbare, teils autonome Systeme Macht, Arbeit und Verantwortung verschieben. Von Ralf Schönert  •  11. Juli 2026 Die Vorstellung, künstliche Intelligenz könne bald jede menschliche Tätigkeit übernehmen und sich anschließend gegen ihre Schöpfer wenden, klingt nach apokalyptischer Literatur. Doch hinter der Zuspitzung steht eine reale politische Herausforderung: Je leistungsfähiger KI-Systeme werden, desto dringlicher wird die Frage, ob demokratische Gesellschaften ihre Steuerungsfähigkeit behalten. Man sollte die Debatte weder belächeln noch mystifizieren. Die Behauptung, eine Maschine werde in absehbarer Zeit die Menschheit vernichten, ist nicht belas...

Srebrenica mahnt: Erinnerung braucht Verantwortung

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Srebrenica mahnt: Erinnerung braucht Verantwortung Drei Jahrzehnte nach dem Genozid stellt sich erneut die Frage, wie Erinnerung politisch wirksam bleiben kann – und welche Verantwortung daraus für Europa erwächst. Von Ralf Schönert  •  10. Juli 2026 Der Völkermord von Srebrenica im Juli 1995 bleibt ein Einschnitt europäischer Nachkriegsgeschichte. Mehr als 8.000 bosnische Muslime wurden innerhalb weniger Tage ermordet – unter den Augen einer internationalen Öffentlichkeit, die nicht rechtzeitig eingriff. Erinnerung an dieses Verbrechen ist heute mehr als ein Gedenken: Sie ist eine politische Verpflichtung. Srebrenica steht für das Scheitern internationaler Schutzversprechen. Die von den Vereinten Nationen als „Schutzzone“ deklarierte Stadt konnte nicht vor der Einnahme durch bosnisch-serbische Truppen bewahrt werden. Die späteren Urteile internationaler Gerichte, darunter des Internationalen Strafgerichtshofs für das ...

Europas neue Sicherheitsordnung – Zwischen Abschreckung und Eskalation

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Europas neue Sicherheitsordnung – Zwischen Abschreckung und Eskalation Der Krieg in der Ukraine und die strategische Neuaufstellung der NATO markieren eine Zäsur: Entsteht eine dauerhafte Sicherheitsarchitektur der Abschreckung – oder droht eine neue Eskalationslogik? Von Ralf Schönert  •  9. Juli 2026 Europas sicherheitspolitische Ordnung befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Der anhaltende Krieg in der Ukraine hat nicht nur territoriale Fragen neu aufgeworfen, sondern die grundlegenden Annahmen über Stabilität, Abschreckung und Kooperation erschüttert. Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob sich die Sicherheitsarchitektur verändert, sondern in welche Richtung diese Entwicklung führt. Die europäische Sicherheitsordnung der Nachkriegszeit beruhte lange auf einem paradoxen Gleichgewicht: militärische Abschreckung einerseits, institutionalisierte Kooperation andererseits. Während des Kalten Kriege...

Künstliche Intelligenz und Demokratie – Verschiebt sich das Machtgefüge?

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Künstliche Intelligenz und Demokratie – Verschiebt sich das Machtgefüge? Die rasante Entwicklung von KI-Systemen stellt die demokratische Öffentlichkeit vor neue Herausforderungen – zwischen technologischem Fortschritt und politischer Kontrolle. Von Ralf Schönert  •  8. Juli 2026 Künstliche Intelligenz ist längst kein rein technologisches Phänomen mehr. Sie greift tief in gesellschaftliche Kommunikationsprozesse ein und verändert die Bedingungen politischer Öffentlichkeit. Damit stellt sich eine grundlegende Frage: Verschiebt sich durch KI das Machtgefüge demokratischer Systeme? Die gegenwärtige Dynamik erinnert an frühere Medienumbrüche. Der Buchdruck erweiterte den Zugang zu Wissen, der Rundfunk schuf nationale Öffentlichkeiten, das Internet vernetzte globale Diskurse. Künstliche Intelligenz hingegen operiert auf einer anderen Ebene: Sie generiert Inhalte, strukturiert Informationen und beeinflusst Wahrnehmung selbst...