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3. Februar 1945 - Der Beginn der Schlacht um Manila – ein politischer Wendepunkt

Befreiung als politisches Signal Am 3. Februar 1945 drang die 1. US‑Kavalleriedivision in Manila ein und leitete die Befreiung der philippinischen Hauptstadt von der japanischen Besatzung ein. Noch am Abend erreichten amerikanische Vorausabteilungen die Universität Santo Tomas, wo seit 1942 Tausende Zivilisten interniert waren, und befreiten mehr als 3.700 Menschen. Mit diesem Tag begann die einmonatige Schlacht um Manila, die bis zum 3. März 1945 dauerte. Politisch markierte der 3. Februar das sichtbare Ende der von Japan gestützten „Zweiten Philippinischen Republik“ und stärkte die Position der Exilregierung um Sergio Osmeña, die auf die Wiederherstellung staatlicher Souveränität hinarbeitete. Kriegsschauplatz Stadt: Zerstörung und Verantwortlichkeiten Die Kämpfe in Manila entwickelten sich zu einem der brutalsten Stadtkonflikte des Zweiten Weltkriegs im Pazifik. Während nördlich des Pasig‑Flusses die Befreiung relativ rasch gelang, kam es im Süden zu systematischen Massakern an der ...
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Was heißt heute sozialdemokratisch? Neue Antworten für eine alte Frage

Die Welt hat sich verändert, und mit ihr die Anforderungen an sozialdemokratische Politik. Doch was bedeutet es heute eigentlich, sozialdemokratisch zu sein? Geht es nur darum, Arbeitnehmerrechte zu schützen und soziale Härten abzufedern? Oder steckt mehr dahinter? Sozialdemokratisch bedeutet im Jahr 2025 , Antworten auf die Herausforderungen der Zeit zu geben – auf die Klimakrise, auf die digitale Transformation, auf die wachsende soziale Spaltung. Es bedeutet, eine Politik zu machen, die niemanden zurücklässt und die gleichzeitig den Fortschritt wagt. Das Problem der SPD ist nicht, dass sie keine Ideen hat. Es ist, dass sie diese Ideen zu selten konsequent vertritt. Statt eine klare sozialdemokratische Agenda zu formulieren, verliert sie sich oft in Koalitionsarithmetik und taktischen Rücksichten. Doch Politik, die nur verwaltet, wird nie begeistern. Sozialdemokratisch zu sein heißt, Haltung zu zeigen und nicht zu vergessen, warum wir überhaupt Politik machen: Um eine Gesellschaft z...

Teil 3 - Die unsichtbare Macht der Beratung – Wer oder was ist die Boston Consulting Group?

Hier der Teil 1 -->   Die unsichtbare Macht der Beratung – Wer oder was ist die Boston Consulting Group? Hier der Teil 2 -->   Die unsichtbare Macht der Beratung – Wer oder was ist die Boston Consulting Group? Die stille Verschiebung der Entscheidungsgewalt In den vergangenen Jahrzehnten hat sich eine Entwicklung vollzogen, die man als stille Machtverschiebung bezeichnen kann: Entscheidungen, die einst in politischen Gremien oder unternehmerischen Führungsetagen getroffen wurden, entstehen heute in den Analyselabors der Berater. Die Boston Consulting Group ist eine der treibenden Kräfte dieser Entwicklung. Sie übersetzt komplexe gesellschaftliche Fragen in strategische Modelle und Zahlenreihen – und prägt damit die Richtung, in die Regierungen und Unternehmen steuern. Diese Form der Rationalisierung hat Vorteile: Sie ermöglicht strukturiertes Denken, fördert Effizienz und liefert Entscheidungsgrundlagen auf Basis von Daten. Doch sie birgt auch Risiken. Denn w...

aus der Geschichte: 31. Januar 1933 – Tag der „Machtergreifung“

Inmitten der politischen und wirtschaftlichen Krisen der Weimarer Republik erlebte Deutschland Anfang 1933 einen dramatischen Wendepunkt. Nach mehrfachen Wahlen und instabilen Regierungen ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg am 30. Januar 1933 den Führer der NSDAP, Adolf Hitler, zum Reichskanzler. Diese Entscheidung entstand aus Verhandlungen konservativer Kreise, die den Nationalsozialisten einhegen wollten. Der Begriff „Machtergreifung“ klingt nach einem Putsch, doch es war eine rechtliche Machtübertragung. Hitler führte zunächst eine Koalition mit deutschnationalen Ministern; außer ihm erhielten nur Wilhelm Frick und Hermann Göring Ministerposten. Trotzdem inszenierte die NSDAP den Tag als historische Zäsur. Am Abend des 30. Januar marschierten SA‑ und SS‑Kolonnen mit Fackeln durch die Berliner Wilhelmstraße, während Hitler und Hindenburg vom Fenster der Reichskanzlei aus die jubelnde Menge beobachteten. Propagandachef Joseph Goebbels notierte begeistert, die Wilhelmstraße g...

Bloody Sunday 1972 - Warum der 30. Januar zum Wendepunkt des Nordirlandkonflikts wurde

Ein Datum, das die Politik veränderte Am 30. Januar 1972 erschossen Soldaten des britischen Parachute Regiment in Derry (Nordirland) 14 unbewaffnete Zivilisten und verletzten weitere Menschen zum Teil schwer. Der Tag, als „Bloody Sunday“ in die Geschichte eingegangen, markierte nicht nur eine Eskalation der Gewalt, sondern veränderte dauerhaft die politische Landschaft des Vereinigten Königreichs und Irlands. Die Ereignisse trafen auf einen ohnehin polarisierten Kontext: Bürgerrechtsbewegungen katholischer Nationalisten standen einer Sicherheitsstrategie gegenüber, die intern als „law and order“ firmierte, jedoch in der Praxis häufig kollektive Kontrolle statt gezielter Deeskalation bedeutete. Vom Protest zur Zäsur Ausgelöst wurde der Tag durch einen Marsch gegen Internierung ohne Anklage. Als die Demonstration im Bogside-Viertel zusammentraf, drangen Einheiten der Fallschirmjäger in das Gebiet vor. Innerhalb weniger Minuten fielen Schüsse. Bereits am selben Abend dominierte die Frage,...