POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Bye-bye X: Wenn die Sperre mehr über die Plattform verrät als über den Post Der Fall ist kleiner als die großen Debatten über Meinungsfreiheit im Netz – und gerade deshalb aufschlussreich: Was sagt eine Accountsperre über die politische Kultur einer Plattform aus? Von Ralf Schönert • 15. April 2026 Die Sperrung meines Accounts ist heute selten nur eine private Unannehmlichkeit. Sie ist ein politischer Hinweis darauf, wie weit private Plattformen über Sichtbarkeit, Reichweite und Teilnahme am öffentlichen Gespräch verfügen. Wenn ein argumentierender politischer Beitrag (Link s.u.) zur Sanktion führt, dann liegt das eigentliche Problem nicht zuerst im verletzten Ego des Autors, sondern in der Intransparenz eines digitalen Machtzentrums. Der Anlass ist konkret. Mein Blogbeitrag vom 3. April 2026 (Link s.u.) über „Trump und den neuen Machtblock der Technik“ argumentiert zugespitzt, aber erkennbar analytisch. Der Text wa...
Geschichte liefert keine fertigen Handlungsanweisungen. Aber sie schärft den Blick für Muster, Brüche und Gefährdungen. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, politischer Polarisierung und sinkenden Vertrauens in Institutionen wird historische Urteilskraft zu einer demokratischen Schlüsselkompetenz. Wer das 20. Jahrhundert nicht nur als Abfolge von Daten, sondern als Erfahrungsraum von Krisen und Entscheidungen versteht, erkennt schneller, wie verletzlich offene Gesellschaften sind. Demokratie zerfällt selten auf einen Schlag Eine der wichtigsten Lehren des 20. Jahrhunderts lautet: Demokratien verschwinden meist nicht plötzlich, sondern schrittweise. In der Weimarer Republik kamen ökonomische Krisen, soziale Abstiegsängste, politische Radikalisierung und institutionelle Schwäche zusammen. Entscheidend war nicht nur die Existenz extremistischer Kräfte, sondern das Versagen demokratischer Eliten, rechtzeitig gegenzusteuern. Das ist auch heute relevant. Wenn Parlamente verächt...