Katastrophen sind selten reine Naturereignisse. Entscheidend ist, wie gut wir vorbereitet sind – oder eben nicht. Seit 1989 erinnern die Vereinten Nationen am 13. Oktober an den Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung. Er soll ins Bewusstsein rufen, dass Vorsorge Leben rettet und Schäden mindert. Doch in Deutschland und Europa wird Prävention oft vernachlässigt – mit fatalen Folgen. Lektion aus dem Ahrtal Die Flut 2021 im Ahrtal war ein Schock: Über hundert Tote, Milliardenschäden, ganze Existenzen zerstört. Dabei waren die Wetterprognosen eindeutig. Was versagte, waren Warnketten, klare Zuständigkeiten und bauliche Vorsorge. Das zeigt ein Muster: Wir setzen auf Reaktion statt auf Prävention – und zahlen am Ende den höheren Preis. Klimawandel als Risikoverstärker Mit dem Klimawandel steigt das Risiko: Dürren, Hitzewellen und Starkregen treten häufiger auf. Trotzdem bleiben Investitionen in Risikovorsorge, nachhaltige Stadtplanung oder widerstandsfähige Infrastrukturen unte...
Der 12. Oktober 1492 markiert den Tag, an dem Christoph Kolumbus auf einer Insel der Bahamas landete. Lange Zeit galt dieser Tag als Symbol für die „Entdeckung Amerikas“ und wurde vielerorts gefeiert – als Triumph europäischen Pioniergeists und als Beginn einer neuen Epoche. Doch diese Perspektive blendet aus, was für die indigenen Völker Amerikas begann: Jahrhunderte der Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt. Heute wissen wir, dass der 12. Oktober weniger ein Tag des Aufbruchs als vielmehr der Startpunkt einer Kolonialisierung war, die ganze Kulturen zerstörte. Krankheiten, Zwangsarbeit und Missionierung führten zu einem drastischen Rückgang der indigenen Bevölkerung. Daher ist es kein Zufall, dass in vielen Ländern der „Kolumbus-Tag“ umbenannt oder gestrichen wurde. In den USA wächst die Zahl der Bundesstaaten, die stattdessen den „Indigenous Peoples' Day“ feiern – ein Gedenktag, der die Stimmen der Unterdrückten würdigt und an ihren Widerstand erinnert. Auch wir sollten diesen ...