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Die Gründung des US-amerikanischen Committee on Internal Security – Ein Wendepunkt der frühen McCarthy-Ära

Der 9. Februar des Jahres 1950 markiert in der politischen Geschichte der Vereinigten Staaten einen tiefgreifenden Einschnitt: An diesem Tag beschloss das Repräsentantenhaus die Einrichtung des Committee on Internal Security, eines ständigen Ausschusses, der mit weitreichenden Befugnissen zur Überwachung, Untersuchung und Bekämpfung vermeintlicher subversiver Aktivitäten ausgestattet war. Damit institutionalisierten die USA eine der zentralen Säulen der später sogenannten McCarthy-Ära – einer Phase politischer Hysterie, in der der Antikommunismus zu einem beherrschenden innenpolitischen Paradigma wurde. Hintergrund: Die wachsende Angst vor kommunistischer Unterwanderung Nach dem Zweiten Weltkrieg verschärften die sich abzeichnenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion das innenpolitische Klima. Die Berlin-Blockade (1948/49), der Sieg der Kommunisten im chinesischen Bürgerkrieg (1949) und die Entwicklung sowjetischer Atombomben verstärkten die Befürchtung, die...
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Pariser Friedensverträge treten in Kraft - Wendepunkt der europäischen Nachkriegsordnung

Am 8. Februar 1947 traten die Pariser Friedensverträge in Kraft – ein politisches Ereignis von historischer Tragweite, das die Nachkriegsordnung Europas entscheidend prägte. Diese Verträge markierten das Ende der formalen Kriegszustände zwischen den Alliierten und fünf ehemaligen Verbündeten des nationalsozialistischen Deutschlands: Italien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Finnland . Neuordnung Europas nach 1945 Mit dem Inkrafttreten der Verträge begann eine Phase der Stabilisierung. Die Siegermächte versuchten, die politischen, territorialen und wirtschaftlichen Strukturen Europas neu zu justieren. Ein zentrales Ziel war es, die ehemaligen Achsenpartner in ein System einzubinden, das sowohl Sicherheit als auch politische Neuorientierung ermöglichte. Ein anschauliches Beispiel bietet Italien: Das Land musste erhebliche Gebiete abtreten, insbesondere an Jugoslawien, und umfangreiche Reparationen leisten. Gleichzeitig eröffnete der Vertrag den Weg zurück in die internationale Gemeinsch...

Wie Kennedys Kuba‑Embargo bis heute Weltpolitik prägt

Der Tag, an dem ein Provisorium zur Strategie wurde Am 7. Februar 1962 trat in den USA um 00:01 Uhr (EST) ein umfassendes Handelsembargo gegen Kuba in Kraft. Ausgelöst durch Präsident John F. Kennedys Proklamation 3447, wurde die bis dahin stückweise verschärfte Sanktionspolitik zur Gesamtstrategie erhoben: Alle Importe „kubanischen Ursprungs“ wurden untersagt, Ausnahmen nur per Lizenz möglich. Juristisch stützte sich Kennedy auf den Foreign Assistance Act von 1961 – politisch auf die Logik des Kalten Krieges: Eindämmung einer mit Moskau verbündeten, revolutionären Regierung vor der US‑Küste. Vorgeschichte: Von punktuellen Exportverboten zur Totalblockade Bereits 1960 hatte die Eisenhower‑Administration Exportrestriktionen verhängt, nachdem Havanna US‑Eigentum verstaatlicht hatte. Die Eskalation kulminierte 1961 in der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht und in verdeckten Programmen („Cuba Project“) zur Destabilisierung des Castro‑Regimes. Kennedys Schritt vom 3./7. Februar 196...

6. Februar 1989 - Der Runde Tisch in Polen – Startsignal für den demokratischen Umbruch in Europa

Am 6. Februar 1989 begann in Warschau ein politisches Experiment, das den Eisernern Vorhang ins Wanken brachte: Regierung und Opposition in der Volksrepublik Polen setzten sich an den „Runden Tisch“. Ziel war es, die tiefe soziale, wirtschaftliche und politische Krise friedlich zu entschärfen – und zugleich Regeln für einen schrittweisen Machtwechsel auszuhandeln. Was als taktisches Manöver der kommunistischen Führung gedacht war, wurde zum Auftakt einer verhandelten Revolution. Vorgeschichte: Krise, Protest, Gegenmacht Seit Anfang der 1980er Jahre formte sich um die unabhängige Gewerkschaft Solidarność eine gesellschaftliche Gegenmacht. Die Ausrufung des Kriegsrechts 1981 unterbrach den Aufstieg der Bewegung, aber sie verschwand nie. Ende der Dekade waren Inflation, Versorgungsengpässe und Legitimitätsverlust so gravierend, dass selbst die Parteiführung einen neuen Anlauf zur Stabilisierung suchte. Vermittelt durch die Kirche trafen sich Lech Wałęsa und Innenminister Czesław Kiszczak ...

Der Dammbruch am 5. Februar 2020: Wie die Wahl Thomas Kemmerichs das Ende der Brandmauer der CDU einläutete

Erinnern Sie sich noch? 5. Februar 2020 – Der Tag, an dem die Brandmauer bröckelte Am 5. Februar 2020 schrieb Thüringen ein historisches und zugleich schmerzhaftes Kapitel deutscher Partei­geschichte: Thomas Kemmerich (FDP) wurde mit den Stimmen der CDU, FDP und AfD zum Ministerpräsidenten gewählt. Dieser Moment gilt vielen als Beginn des sichtbaren Abbruchs jener sogenannten „Brandmauer“, mit der sich die CDU stets gradlinig gegen jede Kooperation oder Einflussnahme durch die AfD abzugrenzen versuchte. Der politische Kontext: Kurz erklärt Was war geschehen? Beim Thüringer Landtag wählte man Kemmerich zum Ministerpräsidenten – allerdings mit Stimmen aus der AfD. Obwohl die CDU und FDP offiziell keine Zusammenarbeit mit der AfD befürworten, unterstützten einzelne Mitglieder oder Fraktionen ihn in dieser Wahl. Warum erzeugte das Empörung? Weil das – zumindest symbolisch – eine Überschreitung einer ungeschriebenen Grenze bedeutete: Zwar wurde die AfD nicht Teil der Regierung, a...