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Mordraten weltweit: Wie sicher ist Deutschland wirklich?

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Mordraten weltweit: Wie sicher ist Deutschland wirklich? Internationale Vergleichsdaten zeigen ein Land mit niedriger Tötungsrate. Die politisch wichtigere Frage lautet, warum sich Unsicherheit in Deutschland dennoch so hartnäckig festsetzt. Von Ralf Schönert  •  12. August 2026 Wer über die Sicherheit eines Landes sprechen will, sollte sich nicht von Schlagzeilen, Einzelfällen oder politischen Alarmrufen leiten lassen. Im internationalen Vergleich steht Deutschland bei vorsätzlichen Tötungen weiterhin relativ niedrig. Das entlastet die Politik nicht, zwingt sie aber zu einem nüchternen Blick: Das Problem ist weniger eine explodierende Mordrate als die wachsende Kluft zwischen statistischer Lage und öffentlicher Wahrnehmung. Schon der Begriff führt leicht in die Irre. Im politischen Alltag ist oft von der „Mordrate“ die Rede, statistisch belastbarer ist jedoch die Zahl vorsätzlicher Tötungen pro 100.000 Einwohner. Diese...
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Preußens Abschied vom Adel

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Preußens Abschied vom Adel Die Standesvorrechte sind seit mehr als einem Jahrhundert aufgehoben. Politisch aktuell bleibt dennoch die Frage, wie viel symbolische Ungleichheit eine moderne Demokratie dulden will. Von Ralf Schönert  •  11. August 2026 Wer heute von der Abschaffung der Adelstitel in Preußen spricht, berührt weit mehr als ein Randthema der Verfassungsgeschichte. Juristisch wurde die ständische Sonderstellung schon 1919 im Reich und 1920 in Preußen beseitigt. Doch die politische Pointe dieser Entscheidung reicht bis in die Gegenwart: Gleichheit beginnt nicht erst bei sozialen Programmen, sondern bei der klaren Absage an erblich begründete Vorrangansprüche. Die historische Reihenfolge ist eindeutig. Die Weimarer Reichsverfassung wurde am 31. Juli 1919 beschlossen, am 11. August unterzeichnet und trat am 14. August in Kraft. Artikel 109 erklärte alle Deutschen für gleich vor dem Gesetz und hob öffentlich-recht...

Vom Kanzler zur Karikatur: Wie die CDU ihre Seele an die AfD vermietet

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Vom Kanzler zur Karikatur: Wie die CDU ihre Seele an die AfD vermietet Das eigentliche Problem ist nicht die offene Kooperation, sondern die schleichende Übernahme von Tonlage, Konfliktlogik und Themenhierarchie einer Partei, von der sich die Union offiziell abgrenzt. Von Ralf Schönert  •  10. August 2026 Die CDU verliert nicht erst dann ihre politische Mitte, wenn sie mit der AfD paktiert. Sie verliert sie schon dann, wenn sie beginnt, die Wirklichkeit durch deren Begriffe zu ordnen. Der Preis einer solchen Annäherung ist nicht nur taktischer Natur. Er betrifft das Selbstverständnis einer Volkspartei, die einst für Stabilität, Maß und institutionelle Vernunft stand. Spätestens die Migrationsabstimmungen im Bundestag Ende Januar 2025 haben diesen Wandel sichtbar gemacht. Ein Unionsantrag erhielt am 29. Januar eine Mehrheit, und zwar auch mit Stimmen der AfD; zwei Tage später scheiterte das sogenannte Zustrombegrenzungsg...

Die letzte bedrohte Minderheit heißt Mehrheitskultur

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Die letzte bedrohte Minderheit heißt Mehrheitskultur Am 9. August erinnert der Internationale Tag der indigenen Völker an reale Entrechtung. In Bayern hingegen wird gern so getan, als sei schon Widerspruch gegen Folklore eine Form kultureller Verfolgung. Von Ralf Schönert  •  9. August 2026 Der 9. August ist kein Folkloretermin für beleidigte Provinzseelen, sondern ein Gedenk- und Mahntag für Rechte, die indigenen Gemeinschaften vielerorts bis heute streitig gemacht werden. Gerade deshalb wirkt der bayerische Hang, Mehrheitsmacht als bedrohte Eigenart zu verkleiden, so unerquicklich komisch. Die Vereinten Nationen begehen den Internationalen Tag der indigenen Völker jedes Jahr am 9. August; das Datum erinnert an das erste Treffen der einschlägigen UN-Arbeitsgruppe im Jahr 1982. Seit der UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker von 2007 geht es dabei um Selbstbestimmung, Sprache, Teilhabe und Schutz vor erzwungener ...

Wie Deutschland Lebensmittel einkauft

POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Wie Deutschland Lebensmittel einkauft Zwischen Discounter, App-Rabatt und Nachhaltigkeitsanspruch zeigt sich, dass der Lebensmitteleinkauf längst mehr ist als Privatsache: Er ist ein Gradmesser für Kaufkraft, Marktmacht und Verbraucherschutz. Von Ralf Schönert  •  8. August 2026 Wer in Deutschland Lebensmittel einkauft, handelt nicht nur nach Geschmack oder Gewohnheit. Er reagiert auf hohe Preise, auf ein stark konzentriertes Handelssystem und zunehmend auch auf digitale Rabattlogiken. Der Wocheneinkauf ist damit zu einer politischen Alltagserfahrung geworden. Lange galt der Supermarkt als unpolitischer Ort: Man kaufte ein, was man brauchte, und zahlte, was auf dem Schild stand. Diese Selbstverständlichkeit ist brüchig geworden. Preisbewusstsein, Herkunft, Tierwohl, Nachhaltigkeit und die Frage nach fairen Angeboten konkurrieren heute bei fast jedem Einkauf miteinander. Gerade darin spiegelt sich ein gesellschaftliche...