POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Von der Bastille zum Nationalfeiertag: Wie Revolution Erinnerung wird Der 14. Juli zeigt, wie demokratische Staaten aus revolutionärer Unruhe ein dauerhaftes Ritual politischer Legitimation formen. Von Ralf Schönert • 14. Juli 2026 Nationalfeiertage erzählen nie nur von der Vergangenheit. Sie zeigen auch, welche Geschichte ein Gemeinwesen für sich beansprucht. Der französische 14. Juli ist dafür ein besonders aufschlussreicher Fall: Aus einem revolutionären Einschnitt wurde ein staatliches Ritual, das Freiheit, Ordnung und republikanische Zugehörigkeit bis heute miteinander verknüpft. Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 war mehr als die Einnahme eines Gefängnisses. In der politischen Erinnerung wurde er zum Zeichen dafür, dass das Volk als geschichtsmächtiger Akteur auftrat und die Autorität der alten Ordnung offen in Frage stellte. Gerade deshalb eignet sich das Ereignis bis heute als Gründungsbild moderner...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Neue WhatsApp-Benutzernamen schützen die Telefonnummer, aber nicht vor der strukturellen Abhängigkeit von Meta. Europas Aufgabe ist nicht der App-Boykott, sondern echte digitale Wahlfreiheit. Von Ralf Schönert • 13. Juli 2026 Die neuen WhatsApp-Benutzernamen verbessern den Schutz vor fremden Blicken, lösen aber das Grundproblem nicht: Europas private Kommunikation hängt in erheblichem Maß an einem US-Konzern. Die angemessene Antwort ist weder digitale Panik noch ein bequemes Weiter-so, sondern der planvolle Aufbau echter Wahlfreiheit. Seit Ende Juni 2026 können Nutzerinnen und Nutzer nach und nach einen Benutzernamen reservieren. Er soll künftig gegenüber Unbekannten die Telefonnummer ersetzen. Die Verbraucherzentralen begrüßen diesen Schutz, weisen aber zugleich darauf hin, dass die Mobilfunknummer für das Konto weiterhin erforderlich bleibt. Sie empfehlen ein Pseudonym, einen zusätzlichen Benutzernamen...