POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Der ICC einfach erklärt: Gerichtshof, Grenzen und politische Bedeutung Was der Internationale Strafgerichtshof leisten kann, wie seine Verfahren beginnen und warum gerade seine Grenzen viel über den Zustand der internationalen Ordnung verraten. Von Ralf Schönert • 22. September 2026 Der Internationale Strafgerichtshof ist weder Weltpolizei noch moralisches Symbolgericht. Er ist ein rechtlich eng begrenztes Tribunal, das nur unter bestimmten Voraussetzungen tätig wird. Gerade deshalb ist er politisch so aufschlussreich: An ihm zeigt sich, ob Staaten internationales Strafrecht auch dann gelten lassen wollen, wenn mächtige Regierungen, Militärs oder Milizenführer betroffen sind. Der Internationale Strafgerichtshof, meist nach seiner englischen Abkürzung ICC bezeichnet, wurde durch das Römische Statut geschaffen und arbeitet seit 2002 in Den Haag. Er ist völkerrechtlich eigenständig und nicht Teil der Vereinten Nationen, auch w...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Weltfrieden ist kein Gedenktag Zwischen Symbolpolitik, Völkerrecht und Machtkonflikten zeigt der Begriff „Weltfriedenstag“, dass Frieden nicht gefeiert, sondern politisch organisiert werden muss. Von Ralf Schönert • 21. September 2026 Der Weltfriedenstag klingt nach moralischer Eindeutigkeit. Politisch betrachtet verweist der Begriff jedoch auf ein Problem: Frieden ist kein Zustand, der durch Appelle entsteht, sondern das Ergebnis von Regeln, Institutionen, Abschreckung, Diplomatie und der Bereitschaft, Gewalt zu begrenzen. Gerade deshalb lohnt es sich, den symbolischen Wert solcher Gedenktage ernst zu nehmen, ohne ihre reale Reichweite zu überschätzen. Schon die Bezeichnung ist nicht eindeutig. Die Vereinten Nationen begehen den Internationalen Tag des Friedens am 21. September, die katholische Kirche ihren Weltfriedenstag am 1. Januar. Diese Unschärfe ist mehr als eine kalendertechnische Randnotiz. Sie zeigt, dass F...