Rosa Luxemburg (1871–1919) war eine der bedeutendsten Vertreterinnen des internationalen Sozialismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als brillante Theoretikerin, unerschrockene Aktivistin und kompromisslose Kritikerin von Reformismus wie auch autoritärem Bolschewismus prägte sie die politische Linke Europas bis weit über ihren gewaltsamen Tod hinaus. Geboren wurde Rosa Luxemburg am 5. März 1871 in Zamość, einer Stadt im damaligen Russisch-Polen, in eine jüdische Familie. Bereits in ihrer Jugend zeigte sie ein außergewöhnliches intellektuelles Talent. Aufgrund politischer Aktivitäten und ihrer Zugehörigkeit zur sozialistischen Bewegung musste sie schon früh ins Exil gehen. 1889 verließ sie Polen und ließ sich in Zürich nieder, wo sie Ökonomie, Philosophie, Geschichte und Mathematik studierte. 1898 promovierte sie mit einer Arbeit über die industrielle Entwicklung Polens. Ihre Doktorarbeit wurde an der Universität Zürich eingereicht – eine beachtliche Leistung für eine Frau in einer Zeit...
Ein Datum mit politischer Geschichte Der 4. März ist kein gewöhnlicher Kalendertag. Über mehr als ein Jahrhundert hinweg markierte er in den USA den Beginn präsidialer Amtszeiten: Präsidenten legten ihren Eid an diesem Datum ab, der Kongress trat neu zusammen, Regierungswechsel wurden vollzogen. Erst mit dem 20. Verfassungszusatz wurde die Amtseinführung auf den 20. Januar vorverlegt. Was zunächst nach einem historischen Detail klingt, verweist auf ein Grundproblem moderner Demokratien: Wie organisiert man den Übergang der Macht so, dass Legitimität und Handlungsfähigkeit nahtlos gesichert sind? Vom Kommunikationszeitalter des 19. Jahrhunderts zur Gegenwart Dass der 4. März ursprünglich als Startschuss diente, hatte viel mit den technischen und logistischen Grenzen des 19. Jahrhunderts zu tun. Nach den Wahlen brauchte es Wochen, bis Ergebnisse zertifiziert, Wahlscheine über weite Distanzen transportiert und neue Amtsträger angereist waren. Die lange Übergangszeit sollte Stabilität sich...