Geld, Bildung, Besitz – das sind klassische Formen von Kapital. Doch es gibt noch eine weitere, oft übersehene Ressource, die unser Leben und unsere Gesellschaft prägt: das Sozialkapital . Es meint das Vertrauen, die Beziehungen und die Netzwerke, die Menschen miteinander verbinden – und es ist genauso wertvoll wie ökonomisches Kapital. Wer über Sozialkapital verfügt, kann auf Unterstützung zählen, Wissen austauschen und Kooperation ermöglichen. Der Soziologe Pierre Bourdieu prägte den Begriff in den 1980er-Jahren. Für ihn war Sozialkapital das „Netz dauerhafter Beziehungen“, die Zugang zu Ressourcen verschaffen. Robert Putnam, ein amerikanischer Politikwissenschaftler, erweiterte das Konzept und stellte fest, dass Gesellschaften mit hohem Sozialkapital besser funktionieren: Menschen vertrauen einander, engagieren sich, gründen Vereine, helfen Nachbarn – kurz: sie halten zusammen. Sozialkapital entsteht nicht zufällig. Es wächst durch Interaktion, durch gemeinsame Ziele und geteilte ...
J.D. Vance, dieser selbsternannte Leuchtturm des gesunden Menschenverstands, trat auf der Münchner Sicherheitskonferenz auf wie ein schlecht gelaunter Onkel auf einer Familienfeier – laut, unangenehm und überzeugt davon, dass er als Einziger die Wahrheit kennt. Anstelle einer sicherheitspolitischen Einordnung zum Ukraine-Krieg – was der Anlass der Konferenz gewesen wäre, aber warum sich mit Details aufhalten – servierte er ein Potpourri aus halbgaren Vorurteilen, schlecht kaschierter Europaverachtung und, man muss es sagen, einer bemerkenswerten Ignoranz gegenüber den Grundlagen von Demokratie und Rechtsstaat. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, das alte populistische Lieblingsmärchen aufzuwärmen: Die Meinungsfreiheit in Europa sei bedroht! Ja, wirklich – in seinen Augen leben wir offenbar in einem Kontinent voller Meinungsstasi und Gedankenpolizei, wo jede abweichende Meinung mit einem Hausverbot im Café und einer nächtlichen Razzia geahndet wird. Besonders tragisch ist dabei, d...