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Ein Datum, das Geschichte schreibt – von 23‑F bis Supernova 1987A

Der Kalender ist ein Archiv verdichteter Erinnerungen. Der 23. Februar sticht dabei als Tag hervor, an dem sich politische Zäsuren, militärische Symbole und wissenschaftliche Durchbrüche über mehr als ein Jahrhundert hinweg überlagern. Ein Streifzug durch ausgewählte Ereignisse zeigt, wie ein Datum zum Brennglas historischer Dynamik wird. Zivilgesellschaft und Globalisierung: Die Geburt des Rotary‑Gedankens (1905) Am 23. Februar 1905 gründete der Anwalt Paul P. Harris in Chicago den ersten Rotary‑Club. Was als Freundeskreis begann, wuchs zur weltweit vernetzten Service‑Organisation. In Zeiten rasanter Urbanisierung bot Rotary ein bürgerliches Gegenmodell zur Anonymität der Großstadt: Bindung, Selbstverpflichtung, lokales Engagement – und ein früher Prototyp transnationaler Zivilgesellschaft. Krieg, Mythos, Macht: Rote Armee, Deportationen und Iwo Jima (1918–1945) Der 23. Februar 1918 gilt in Russland als symbolisches Gründungsdatum der Roten Armee. Daraus speiste sich später der sowjet...
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Ein unscheinbares Datum mit großen politischen Folgen

Für die regelmäßigen Leserinnen und Leser von meinekommentare.blogspot.com: Dieser Beitrag zeigt, warum ausgerechnet der 22. Februar in unterschiedlichen Epochen zum Kippmoment wurde – knapp erzählt, mit prägnanten historischen Stationen und dem Blick darauf, was sie für unser Verständnis von Macht, Protest und Diplomatie bedeuten. Der 22. Februar wirkt im Kalender unspektakulär – doch historisch betrachtet markiert er an vielen Orten der Welt entscheidende Kippmomente. Von Revolten und Freiheitsbewegungen über Diplomatie bis hin zu Weichenstellungen im Kalten Krieg: Dieses Datum bündelt Ereignisse, die politische Ordnungen veränderten und demokratische Selbstbehauptung sichtbar machten. Paris 1848: Vom Bankettverbot zur Februarrevolution Am 22. Februar 1848 setzte das französische Regime ein erneutes Verbot politischer „Bankette“ durch – und löste damit Massenproteste aus. Die Demonstrationen führten binnen Tagen zum Sturz König Louis-Philippes. Paris wurde zum Ausgangspunkt einer eur...

Das Kommunistische Manifest

Der 21. Februar 1848 markiert eines der folgenreichsten Ereignisse des 19. Jahrhunderts: die Erstveröffentlichung des Kommunistischen Manifests durch Karl Marx und Friedrich Engels. Dieses knapp 30-seitige Schriftstück, im Auftrag des „Bundes der Kommunisten“ entstanden, wurde zu einem der einflussreichsten politischen Texte der Moderne. Seine Veröffentlichung fiel in eine Zeit tiefgreifender wirtschaftlicher, sozialer und politischer Spannungen, die wenig später in den europäischen Revolutionen von 1848 kulminierten. Ein Text für eine Epoche im Umbruch Europa befand sich Mitte des 19. Jahrhunderts in einem dramatischen Wandel. Industrialisierung, Landflucht und proletarische Verelendung prägten den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Zeitgleich erstarkten liberale, republikanische und sozialistische Bewegungen, die die als ungerecht erlebte politische Ordnung herausforderten. In diesem Kontext entwarfen Marx und Engels eine radikale Diagnose: Die Geschichte sei eine Abfolge von ...

Der blutigste Tag des Maidan – Wendepunkt der ukrainischen Revolution

Der 20. Februar 2014 markiert den dramatischsten Tag der Euromaidan-Proteste in Kiew. Nach Wochen eskalierender Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und staatlichen Sicherheitskräften fielen an diesem Morgen auf und um die Institutska-Straße gezielte Schüsse. Dutzende Menschen starben innerhalb weniger Stunden, viele durch Scharfschützenfeuer. Augenzeugenberichte, Foto- und Videomaterial sowie spätere Ermittlungen zeichnen ein Bild, in dem vor allem Spezialeinheiten der damaligen Sicherheitsbehörden eine zentrale Rolle spielten. Noch am selben Wochenende floh Präsident Wiktor Janukowytsch aus Kiew, das Parlament erklärte ihn für abgesetzt – der politische Umbruch nahm Fahrt auf. Politische Folgen und Deutungskämpfe Der 20. Februar wurde zum Sinnbild der „Revolution der Würde“. Er veränderte die politische Dynamik in der Ukraine, ließ die Opposition erstarken und bereitete den Weg für Neuwahlen. Zugleich begann ein bis heute anhaltender Deutungskampf: Wer gab den Schießbefehl?...

Schlacht von Monterrey 1847 – Wendepunkt im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg

Der 19. Februar 1847 markiert ein historisches Ereignis, das tief in die politische und militärische Geschichte Nordamerikas eingreift: die Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Monterrey durch US-Truppen im Zuge des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges (1846–1848). Obwohl der Krieg selbst stark umkämpft und bis heute politisch umstritten ist, gilt dieser Tag als entscheidender Moment auf dem Weg zur territorialen Neuordnung des nordamerikanischen Kontinents. Die politische Lage vor der Schlacht Zu Beginn der 1840er-Jahre erhoben die Vereinigten Staaten im Rahmen der sogenannten Manifest-Destiny-Ideologie Anspruch auf eine Ausdehnung ihres Staatsgebietes bis an den Pazifik. Mexiko, seit 1821 unabhängig, hatte wiederholt mit internen Machtkämpfen zu kämpfen und war nur eingeschränkt in der Lage, seine nördlichen Territorien effektiv zu sichern. Der Vormarsch der US-Armee Unter dem Kommando von General Zachary Taylor rückten US-Truppen 1846 in das umstrittene Gebiet zwischen Rio Grande ...