POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Zwischen Regierung und Selbstsuche: Die SPD im Frühjahr 2026 Die deutsche Sozialdemokratie steht vor der Frage, ob sie noch gestaltende Kraft ist oder zunehmend zum administrativen Stabilitätsfaktor einer fragmentierten politischen Landschaft wird. Von Ralf Schönert • 22. April 2026 Die Sozialdemokratie in Deutschland befindet sich im Frühjahr 2026 in einer eigentümlichen Zwischenlage: Sie trägt Regierungsverantwortung, ohne daraus politische Dominanz zu gewinnen. Ihre Rolle ist stabilisierend, aber selten richtungsweisend. Daraus ergibt sich eine zentrale Frage: Hat die SPD noch eine eigene politische Erzählung, die über das Verwalten hinausweist? Seit den 1990er Jahren hat sich das Selbstverständnis der deutschen Sozialdemokratie mehrfach verschoben. Die Phase der programmatischen Neujustierung mit der Agenda 2010 markierte einen Einschnitt, dessen politische und gesellschaftliche Nachwirkungen bis heute spürbar si...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Olympia im Revier: Zustimmung mit eingebauter Entlastung für die Politik Die Ratsbürgerentscheide in den Ruhrgebietsstädten haben der NRW-Bewerbung Rückenwind gegeben. Doch die politische Konstruktion des Verfahrens wirft die Frage auf, ob Bürgerbeteiligung hier vor allem auch der späteren Verantwortungsverschiebung dient. Von Ralf Schönert • 21. April 2026 Die Zustimmung in den Ratsbürgerentscheiden zur Bewerbung KölnRheinRuhr ist politisch bedeutsam, aber sie beendet die Debatte nicht. Im Gegenteil: Gerade weil die Landesregierung das Votum so stark als demokratische Legitimation hervorhebt, stellt sich die Frage, ob hier nicht schon die Argumentationslinie für den Fall künftiger Kostensteigerungen vorbereitet wird: Man habe lediglich umgesetzt, was die Bürgerinnen und Bürger gewollt hätten. Die Ausgangslage ist klar. Am 19. April 2026 konnten rund...