POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Warum Widerspruch notwendig bleibt, obwohl überzeugte Antidemokraten durch Fakten allein selten erreicht werden. Von Ralf Schönert • 24. Juli 2026 Kurzthese: Überzeugte Faschisten lassen sich in einer öffentlichen Debatte meist nicht bekehren. Argumentativer Widerspruch bleibt dennoch notwendig, weil er Behauptungen prüft, Grenzen markiert und vor allem die Zuhörenden erreicht. Warum das wichtig ist: Wo menschenfeindliche Aussagen unwidersprochen bleiben, können sie als gesellschaftlich akzeptabel erscheinen. Lesedauer: etwa 3 Minuten Themen: Faschismus, Rechtsextremismus, politische Debatte, Widerspruch, Demokratie Die Frage, ob man mit Faschisten reden soll, wird oft falsch gestellt. Entscheidend ist nicht nur, ob der ideologisch gefestigte Gegner seine Haltung ändert. Eine öffentliche Auseinandersetzung richtet sich zugleich an Unentschlossene, Mitlesende und Menschen, die aus Unsicherheit einfachen Erklärungen ...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Vergangenheit auf Bestellung Wer über Geschichte spricht, spricht selten nur über die Vergangenheit. Es geht fast immer auch darum, welche Gegenwart legitim erscheinen soll und welche Zukunft sich politisch begründen lässt. Von Ralf Schönert • 24. Juli 2026 Geschichte wird nicht einfach gefunden, sie wird ausgewählt, geordnet und erzählt. Gerade deshalb ist sie politisch so umkämpft: Wer bestimmen kann, was erinnert, verschwiegen oder moralisch hervorgehoben wird, beeinflusst nicht nur das Bild der Vergangenheit, sondern auch die Maßstäbe der Gegenwart. Die Vorstellung einer völlig neutral erzählten Geschichte klingt vernünftig, ist aber irreführend. Schon die Auswahl der Quellen, der Beginn einer Erzählung und die Entscheidung, welche Akteure im Zentrum stehen, enthalten Deutungen. Archive sprechen nicht von selbst, Museen auch nicht, und Schulbücher schon gar nicht. Politisch brisant wird das dort, wo Staaten, Parteien ...