POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Als aus der Verhaftung ein Weltzeichen wurde Der 5. August 1962 markiert nicht nur den Beginn von Nelson Mandelas Haft, sondern zeigt bis heute, wie politische Gefangenschaft Regime entlarven und Widerstand historisch vergrößern kann. Von Ralf Schönert • 5. August 2026 Am 5. August 1962 wurde Nelson Mandela an einer Straßensperre nahe Howick festgenommen. Was das Apartheidregime als Ausschaltung eines Untergrundpolitikers verstand, erwies sich im Rückblick als Beginn einer politischen Umkehrung: Der Gefangene verlor seine Freiheit, gewann aber eine historische Sichtbarkeit, die weit über Südafrika hinausreichte. Mandela war zu diesem Zeitpunkt bereits seit längerem im Untergrund. Nach einer Auslandsreise, auf der er Unterstützung für den antiapartheidischen Widerstand suchte, kehrte er am 23. Juli 1962 nach Südafrika zurück; nur wenige Tage später wurde er bei Howick gestoppt und verhaftet. Die Nelson-Mandela-Stiftung...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT 4. August 1914: Als die Politik ihre Stimme dämpfte Mit Burgfrieden und Kriegskrediten begann im Deutschen Reich nicht nur der Weltkrieg, sondern auch eine innere Mobilmachung, die Opposition in nationale Pflichterfüllung verwandelte. Von Ralf Schönert • 4. August 2026 Der 4. August 1914 gehört zu den Schlüsseldaten deutscher Politikgeschichte. An diesem Tag bewilligte der Reichstag die Kriegskredite, und aus parteipolitischem Streit wurde der sogenannte Burgfrieden. Darin lag mehr als ein taktisches Arrangement für den Ausnahmezustand. Es war der Beginn einer politischen Selbstdisziplinierung, in der nationale Einheit höher bewertet wurde als öffentliche Kritik. Historische Jahrestage sind dann aufschlussreich, wenn sie nicht museal behandelt werden. Der 4. August 1914 ist ein solcher Fall. Er zeigt, wie schnell eine Gesellschaft in der Krise dazu neigt, Pluralität als Störung und Widerspruch als Mangel an Loyalitä...