Globalisierung ist kein abstrakter Prozess, sondern greift tief in den Alltag moderner Gesellschaften ein. Sie verbindet Märkte, beschleunigt Kapitalströme, verlagert Produktionsketten und verdichtet Kommunikation in bislang unbekanntem Ausmaß. Daraus sind Wohlstandsgewinne entstanden, aber auch neue Unsicherheiten. Gerade dort, wo wirtschaftliche Öffnung mit sozialer Entsicherung, regionalem Strukturverlust und politischem Kontrollverlust zusammenfällt, wachsen Gegenbewegungen. Diese richten sich nicht nur gegen einzelne Fehlentwicklungen, sondern oft gegen die liberale Ordnung insgesamt. Wirtschaftliche Öffnung und soziale Spaltung Seit den 1990er Jahren wurde Globalisierung vielfach als Sachzwang beschrieben. Freihandel, Deregulierung und internationale Arbeitsteilung galten als nahezu alternativlos. Tatsächlich haben exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland erheblich profitiert. Zugleich aber wurden die Lasten ungleich verteilt. Industrieregionen verloren Arbeitsplätze...
Christi Himmelfahrt – der Tag, an dem laut christlicher Überlieferung Jesus in den Himmel aufgefahren ist. Ein zutiefst spirituelles Ereignis. Ein Moment der Andacht. Der Erhebung. Der Transzendenz. Und dann kam Deutschland. Hier wurde aus diesem religiösen Feiertag eine Art inoffizielle Feldstudie über männliches Sozialverhalten unter Alkoholeinfluss. Statt stiller Besinnung gibt es heute Bollerwagen-Karawanen, die aussehen, als hätten sich Pfadfinder und Kneipentouristen auf ein Experiment eingelassen. Ergebnis: unklar, aber laut. Man muss es bewundern: Ein Ereignis, das ursprünglich von göttlicher Erhöhung handelt, wird hierzulande konsequent in Richtung Erdanziehungskraft interpretiert – vor allem nach dem fünften Bier. Die Ironie ist fast schon poetisch. Natürlich gibt es auch die Fraktion, die tapfer versucht, den religiösen Kern zu bewahren. Kirchenbesuche, Gebete, vielleicht ein kurzer Gedanke an die Bedeutung des Tages. Diese Menschen wirken an Christi Himmelfahrt ungefähr so ...