Der 21. Februar 1848 markiert eines der folgenreichsten Ereignisse des 19. Jahrhunderts: die Erstveröffentlichung des Kommunistischen Manifests durch Karl Marx und Friedrich Engels. Dieses knapp 30-seitige Schriftstück, im Auftrag des „Bundes der Kommunisten“ entstanden, wurde zu einem der einflussreichsten politischen Texte der Moderne. Seine Veröffentlichung fiel in eine Zeit tiefgreifender wirtschaftlicher, sozialer und politischer Spannungen, die wenig später in den europäischen Revolutionen von 1848 kulminierten. Ein Text für eine Epoche im Umbruch Europa befand sich Mitte des 19. Jahrhunderts in einem dramatischen Wandel. Industrialisierung, Landflucht und proletarische Verelendung prägten den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Zeitgleich erstarkten liberale, republikanische und sozialistische Bewegungen, die die als ungerecht erlebte politische Ordnung herausforderten. In diesem Kontext entwarfen Marx und Engels eine radikale Diagnose: Die Geschichte sei eine Abfolge von ...
Der 20. Februar 2014 markiert den dramatischsten Tag der Euromaidan-Proteste in Kiew. Nach Wochen eskalierender Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und staatlichen Sicherheitskräften fielen an diesem Morgen auf und um die Institutska-Straße gezielte Schüsse. Dutzende Menschen starben innerhalb weniger Stunden, viele durch Scharfschützenfeuer. Augenzeugenberichte, Foto- und Videomaterial sowie spätere Ermittlungen zeichnen ein Bild, in dem vor allem Spezialeinheiten der damaligen Sicherheitsbehörden eine zentrale Rolle spielten. Noch am selben Wochenende floh Präsident Wiktor Janukowytsch aus Kiew, das Parlament erklärte ihn für abgesetzt – der politische Umbruch nahm Fahrt auf. Politische Folgen und Deutungskämpfe Der 20. Februar wurde zum Sinnbild der „Revolution der Würde“. Er veränderte die politische Dynamik in der Ukraine, ließ die Opposition erstarken und bereitete den Weg für Neuwahlen. Zugleich begann ein bis heute anhaltender Deutungskampf: Wer gab den Schießbefehl?...