Wenn man über Quantenphysik spricht, fällt früher oder später ein merkwürdiger Name: Schrödingers Katze . Kaum ein anderes Bild hat sich so stark in unser kulturelles Gedächtnis eingebrannt – von Wissenschaft bis Popkultur. Doch was steckt eigentlich dahinter? Das Gedankenexperiment Der österreichische Physiker Erwin Schrödinger entwickelte 1935 ein Experiment, das gar nicht wirklich durchgeführt, sondern nur gedacht war. Er wollte zeigen, wie absurd die Übertragung quantenmechanischer Regeln auf die sichtbare Welt erscheinen kann. Die Vorstellung: Eine Katze sitzt in einer Kiste. In der Kiste gibt es ein radioaktives Atom, das mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit innerhalb einer Stunde zerfällt. An dieses Atom ist ein Mechanismus gekoppelt: Zerfällt es, löst es eine Giftampulle aus, die die Katze tötet. Zerfällt es nicht, bleibt die Katze am Leben. Nach den Regeln der Quantenmechanik befindet sich das Atom gleichzeitig im Zustand „zerfallen“ und „nicht zerfallen...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Das Einzige und das „Einzigste“ Warum die Standardsprache „einzige“ verlangt, weshalb „einzigste“ als falsch gilt und warum Goethe die Form dennoch bewusst verwendete. Von Ralf Schönert • 18. August 2026 Der kleine Streit zwischen „einzige“ und „einzigste“ ist mehr als eine Schulfrage. Er führt direkt in das Spannungsfeld zwischen Sprachregel, Sprachgebrauch und literarischer Freiheit. In der heutigen Standardsprache gilt „einzige“ als korrekt; „einzigste“ wird normativ abgelehnt. Aber die Sache ist nicht deshalb banal, weil Goethe gerade diese Form benutzt hat. Sie zeigt vielmehr, dass Sprache nicht nur Logik, sondern auch Ausdruck ist. Grammatisch ist der Fall zunächst klar. Das Adjektiv „einzig“ bezeichnet etwas, das nur einmal vorhanden ist. Gerade deshalb wird es in der Standardsprache normalerweise nicht gesteigert. Wer also sagt „mein einziger Freund“, formuliert normgerecht; „mein einzigster Freund“ gilt nach ...