POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Wilhelm Liebknecht und die demokratische Idee der Sozialdemokratie Der Mitbegründer der SPD steht für einen Typus sozialdemokratischer Politik, in dem Bildung, Organisation und Demokratie untrennbar zusammengehören. :contentReference[oaicite:0]{index=0} Von Ralf Schönert • 28. September 2026 Wilhelm Liebknecht war nicht nur ein früher Parteiführer, sondern ein politischer Lehrer der deutschen Sozialdemokratie. Wer verstehen will, warum diese Partei historisch mehr war als ein Wahlverein und mehr sein musste als eine reine Regierungspartei, stößt bei ihm auf einen Grundgedanken: Soziale Emanzipation braucht politische Bildung, organisatorische Selbstständigkeit und demokratische Praxis zugleich. Aus der Revolution von 1848/49, dem Exil in London und den Kontakten zu Marx und Engels brachte Liebknecht eine Erfahrung mit, die seine Politik prägte: Demokratie war für ihn keine Nebensache der sozialen Frage, sondern ihre...
POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Ehegattensplitting: Warum eine Reform sinnvoll ist Das deutsche Steuerrecht schützt die Ehe, setzt aber weiterhin Anreize, die Erwerbsungleichheit in Partnerschaften zu verfestigen. Genau darin liegt der Kern der Reformfrage. Von Ralf Schönert • 27. September 2026 Das Ehegattensplitting war einst als steuerrechtlicher Schutz der Ehe plausibel. Heute wirkt es in vieler Hinsicht wie ein Instrument aus einer anderen Sozialordnung: Es begünstigt vor allem ungleiche Erwerbskonstellationen, dämpft den Anreiz für Zweitverdienende und passt nur noch begrenzt zu einem Arbeitsmarkt, der auf höhere Erwerbsbeteiligung, Eigenständigkeit und partnerschaftliche Verantwortung angewiesen ist. Die Debatte über das Ehegattensplitting ist deshalb keine bloße Steuertechnik. Sie berührt das Verhältnis von Familienbild, Gleichstellung und Sozialstaat. Wer die Regelung verteidigt, verweist meist auf den Schutz der Ehe und auf die finanzielle...