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Es werden Posts vom Dezember, 2025 angezeigt.

Die Raucher von heute – Die Nazis unserer Gesellschaft

Disclaimer vorweg (weil sonst wieder jemand heult): Der folgende Text ist satirisch , zynisch , und übertrieben , also bitte keine empörten Mails von passionierten Tabakfreunden, Ex-Rauchern mit Sendungsbewusstsein oder Menschen mit besonders empfindlichem Humorzentrum. Jetzt, wo das geklärt ist—los geht’s. Also, ich sage es, wie es ist: Raucher sind heute das personifizierte Böse. Einst waren sie die Coolen – Lederjacke, Zigarette im Mundwinkel, Rebellion gegen das Establishment. Heute? Heute stehen sie wie Ausgestoßene auf dem Parkplatz hinterm Bürogebäude, mit der Würde eines Mülleimers, der sich selbst anzündet. Raucherzonen – unsere neuen Ghettos Schön eingezäunt mit rotem Klebeband und schlechtem Gewissen. Dort stehen sie, diese modernen Pariahs, fünf Meter Abstand zur Menschheit, von gelben Schildern verspottet: „Rauchen verboten! Auch dein Selbstwertgefühl, Kevin.“ Aber was ist eigentlich passiert? Wann wurde der Raucher vom charmanten Outlaw zum lebenden Biohazard? Irgend...

Die politischen Ausrutscher des Friedrich Merz im Jahr 2025

Das Jahr 2025 war für Friedrich Merz ein Jahr der Chancen – und der Fehltritte. Der CDU-Vorsitzende, der sich als ordnungspolitischer Gegenentwurf zur Ampelregierung versteht, hat mehrfach gezeigt, wie schmal der Grat zwischen klarer Kante und rhetorischer Entgleisung sein kann. Seine jüngsten Äußerungen offenbaren weniger zufällige Patzer als vielmehr ein Muster: den Versuch, konservative Wähler zurückzugewinnen, auch um den Preis gesellschaftlicher Spaltung. 1. Das „Stadtbild“ als Problem Bei einem Termin in Brandenburg sagte Merz am 17. Oktober sinngemäß, „wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem“. Gemeint war das Thema Migration – und damit begann die Kontroverse. Was als beiläufige Bemerkung erschien, entpuppte sich als rhetorische Grenzüberschreitung. Denn wer Menschen mit Migrationshintergrund in Zusammenhang mit einem „Problem im Stadtbild“ bringt, verschiebt die Perspektive: von sozialen Herausforderungen hin zu einer kulturell-ästhetischen Abwertung. De...

Der 29. Dezember - Ein Datum, das Geschichte bündelt

Macht und Gewissen: 1170 in Canterbury Am 29. Dezember 1170 wurde Erzbischof Thomas Becket im Altarraum der Kathedrale von Canterbury ermordet. Der Konflikt zwischen geistlicher und weltlicher Macht kulminierte in einer Gewalttat, die Europa erschütterte. Beckets Tod steht exemplarisch für die Frage, wie weit Herrschaftsansprüche reichen dürfen – und wo Gewissen und institutionelle Autonomie beginnen. Die anschließende Verehrung als Märtyrer machte den Vorfall zu einem europaweiten Politikum. Gewalt und Erinnerung: 1890 bei Wounded Knee Ebenfalls am 29. Dezember, jedoch im Jahr 1890, tötete das 7. US-Kavallerieregiment bei Wounded Knee hunderte Lakota. Das Massaker markierte das blutige Ende der sogenannten „Indianerkriege“ und wurde zum Symbol für Enteignung, Rassismus und staatliche Gewalt gegen indigene Gemeinschaften. Bis heute prägt es Debatten über historische Verantwortung, Gedenken und die Rechte indigener Völker in den USA. Verfassung und Identität: 1937 in Irland Am 29. Dezem...

28. Dezember - Ein Datum als historische Schneise

Sakraler Auftakt: Westminster und die „Unschuldigen“ Der 28. Dezember trägt seit dem Mittelalter den liturgischen Namen „Tag der Unschuldigen Kinder“. Ausgerechnet an diesem Datum, im Jahr 1065, wurde die Westminster Abbey geweiht – kurz vor dem Tod Eduards des Bekenners. Mehr als ein kirchlicher Termin markiert das den Übergang: vom angelsächsischen England zur normannischen Neuordnung, von der persönlichen Frömmigkeit des Königs zu einer Institution, die bis heute Krönungen und Staatsrituale rahmt. Blick durchs Fernrohr: Galileo und der unfassbare Planet Am 28. Dezember 1612 richtete Galileo Galilei sein Fernrohr auf den Himmel und zeichnete – ohne es zu erkennen – den Planeten Neptun. Der vermeintliche „Fixstern“ bewegte sich zu träge, um ihm als Planet aufzufallen. Die Episode lehrt: Fortschritt ist oft ein Archiv von Beinahe‑Entdeckungen; Erkenntnis wächst nicht linear, sondern tastend, mit Irrtümern als notwendigem Rohstoff. Politische Bruchlinie: Der Rücktritt Calhouns Am 28. De...

Hörbuchempfehlung Dezember 2025

Das Hörbuch beleuchtet die brutale Realität der italienischen Mafia über 150 Jahre hinweg und beginnt mit ihren blutigen Wurzeln, die tief in die italienische Gesellschaft reichten . Die Entstehung dieser kriminellen Parallelgesellschaften fällt in die Zeit der italienischen Einigung um 1860. Auf Sizilien nutzten Verwalter großer Landgüter, die Gabelotti , bewaffnete Männer, um Macht auszuüben, was zur Geburtsstunde der Cosa Nostra führte . Die Organisation entwickelte eine hierarchische Struktur mit einem strengen Ehrenkodex, der Omertà (Gesetz des Schweigens), und etablierte das Schutzgeld ( Pizzo ) als wichtigste Einnahmequelle . Parallel dazu entstanden in Neapel die Kamorra , eine chaotische, urbane Organisation mit Wurzeln in den Gefängnissen , und in den isolierten Bergdörfern Kalabriens die 'Ndrangheta , die ihre Macht auf Blutsverwandtschaft und Jahrhunderte alte Ehrvorstellungen gründete . Die italienische Auswanderung zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachte die M...

Starb die Jungfrau Maria als Jungfrau?

Kurzfassung für Ungeduldige: Ja – nach kirchlicher Lehre starb Maria als Jungfrau. Langfassung für Leute, die gerne genauer hinschauen (also offenbar dich): Es ist komplizierter, interessanter – und erstaunlich wenig skandalös. Was die Kirche eigentlich behauptet In der traditionellen christlichen Theologie gilt Maria von Nazareth als aeiparthenos – „immerwährende Jungfrau“. Das bedeutet drei Dinge auf einmal: Jungfrau vor der Geburt Jesu Jungfrau während der Geburt Jesu Jungfrau nach der Geburt Jesu Ja, alle drei. Nein, das ist kein Tippfehler. Und nein, es geht dabei nicht primär um Biologie, sondern um Theologie. Die Kirche interessiert sich hier weniger für gynäkologische Details als für symbolische Aussagen über Heiligkeit, Hingabe und göttliches Handeln. „Aber hatte Jesus nicht Brüder?“ Ah, der Klassiker. Die Bibel erwähnt „Brüder“ Jesu – was sofort moderne Alarmglocken auslöst. Im damaligen jüdischen Sprachgebrauch konnten damit jedoch auch Cousins, nahe Ve...

Schwarze Löcher - Die CDU im Jahre 2025 – Eine Reise ins konservative Niemandsland

Noch ist es 2025. Friedrich Merz steht immer noch an der Spitze der CDU, oder sagen wir lieber: Er sitzt da, wie ein Chefarzt auf einer Station, auf der nur noch Placebos verteilt werden. Der Mann, der einst versprach, die Partei „zu alter Stärke“ zurückzuführen, steht nun mit einem Bein im Faxgerät und dem anderen im Aktienportfolio. Die CDU, das ist jetzt nicht mehr die „Partei der Mitte“, sondern eher der Parteitag der Mitte-Links-gegen-Mitte-Rechts-gegen-Mitte-Mitte. Merz selbst wirkt wie ein schlecht gelaunter Sparkassenberater, der dem Land erklärt, warum es gut ist, wenn keiner mehr weiß, wofür die CDU steht. Die „neue Klarheit“ besteht vor allem aus nostalgischem Nebel und neoliberaler Schonkost. Im Bundestag murmelt man inzwischen ehrfürchtig, die CDU wolle wieder „regierungsfähig“ werden. Das ist süß. Wie ein Vierjähriger, der behauptet, er werde Astronaut – obwohl er panische Angst vor der Badewanne hat. Merz ruft nach Ordnung, Leistung und Eigenverantwortung – also allem,...

Europa liebt Trump. Solange es WLAN und Cheeseburger gibt

Fangen wir mit dem Elefanten im Raum an: dem orangenen in Washington. Die Erzählung, dass Trump „eine innere Angelegenheit der USA“ sei, ist niedlich. So wie zu glauben, ein Hausbrand im Nachbarhaus ginge dich nichts an, weil „es ja deren Wohnzimmer ist“. Für Europa ist Trump aus mehreren Gründen tödlich unpraktisch: Sicherheits- und Bündnispolitik : Ein US-Präsident, der NATO wie ein Netflix-Abo behandelt („Nutze ich das wirklich genug?“), ist für Europa ungefähr so beruhigend wie ein ausgelaufener Tanklastwagen vor der Haustür. Klimapolitik : Während Europa sich mühsam an Klimaziele klammert, bläst ein trumpistisches Amerika fröhlich CO₂ in die Luft und erklärt den Klimawandel zur Meinungssache. Ist auch klar: Die Atmosphäre kennt bekanntlich Landesgrenzen. Genau wie WLAN. Rechtsruck als Exportgut : Trumpismus ist nicht einfach US-Innenpolitik, er ist Markenware. Ein Franchise für autoritäre Ego-Showpolitik, das sich in Europa bestens verkauft – von Orbán über Le Pen bis z...

Friedrich Merz – Prophet der Plastikweisheiten

Willkommen, werte Leserschaft, zu einer kleinen literarischen Spritztour durch das Merziversum – jenem glanzvollen Paralleluniversum, in dem neoliberale Phrasendrescherei zur Staatskunst erhoben wird. Nachdem ich euch gestern schon die "frohe" Botschaft verkündet habe, ist mir für heute nichts mehr eingefallen. Deshalb drei Zitate, drei Gelegenheiten für intellektuelles Yoga: Wir biegen uns die Realität so zurecht, dass sie in Friedrich Merz’ geistiges Tupperdosen-Regal passt. Los geht’s. „Aus eigener Kraft heraus bestehen und daraus etwas Gutes machen kann.“ (14. Mai 2025, Regierungserklärung) Ach, das klingt doch nach einem Werbeslogan für einen proteinreichen Magerquark, nicht nach der nüchternen Analyse eines Landes am Rande des haushaltspolitischen Nervenzusammenbruchs. "Aus eigener Kraft heraus bestehen" – klingt heldenhaft, fast schon mythisch. Man sieht förmlich, wie Deutschland seine Gürtel enger schnallt, den Bausparvertrag küsst und im Akkord Eigenver...

Allen Leser*innen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ...

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Chris Rea ist tot - Warum seine raue Stimme bleibt – ein Nachruf auf den „Driving Home for Christmas“-Sänger

Ein Musiker zwischen Blues und Mainstream Chris Rea (1951–2025) war kein glitzernder Popstar, sondern ein Handwerker des Songs. Seine markante, rauchige Stimme und das geschmeidige Slide-Gitarrenspiel verbanden britische Blues-Tradition mit eingängigen Melodien. Internationale Bekanntheit erreichte er mit dem saisonalen Evergreen „Driving Home for Christmas“, doch sein Werk ist breiter: Von der kontemplativen Küstenmelancholie in „On the Beach“ bis zu den düsteren Stauszenen von „The Road to Hell“ zeichnete Rea musikalische Landkarten der Moderne – Autobahnen, Vororte, Sehnsüchte. Karriere ohne Spektakel, mit Substanz Rea veröffentlichte über zwei Dutzend Studioalben und blieb dabei bemerkenswert autark. Seine großen UK-Erfolge Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre entsprangen keiner Imagekampagne, sondern einer klaren Klangästhetik: warme Analogfarben, ökonomische Arrangements, eine Gitarre, die mehr erzählt als demonstriert. Das verschaffte ihm eine treue Fangemeinde in Europa ...

Warum der Dezember ein politischer Brennpunkt ist – Haushaltsstreit, Steuerpolitik und Jahresbilanz

Der Dezember ist nicht nur der Monat der Adventszeit, sondern auch ein politischer Höhepunkt des Jahres. Kurz vor dem Jahreswechsel stehen Regierungen und Parlamente unter Druck, offene Haushaltsfragen zu klären, Steuerentscheidungen zu treffen und politische Jahresbilanzen zu ziehen. Dieser Monat ist häufig von intensiven Verhandlungen geprägt, die entscheidende Weichenstellungen für das kommende Jahr bedeuten. 1. Haushaltsverhandlungen auf der Zielgeraden Im Dezember werden die letzten Etatentscheidungen für das kommende Jahr getroffen. Oft eskalieren dabei politische Differenzen zwischen Regierung und Opposition. Themen wie Sozialausgaben, Investitionen in Infrastruktur oder Verteidigung werden kontrovers diskutiert. Besonders in Wahljahren wird der Haushalt zur Bühne politischer Profilierung. 2. Steuerpolitik als Dauerbrenner Viele steuerpolitische Änderungen treten zum 1. Januar in Kraft. Die Diskussionen über Steuererhöhungen, Entlastungen oder neue Abgaben kulminieren daher im...

Die Mitte-Studie 2024/25 der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)

Die gesamte Studie (428 Seiten) kann hier heruntergladen werden! 1. Ziel der Studie Die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) wird seit 2006 regelmäßig durchgeführt, um Einstellungen, Werte und politische Orientierungen in der gesellschaftlichen „Mitte“ zu erfassen. Die Ausgabe 2024/25 steht unter dem Titel „Die angespannte Mitte“ und untersucht, inwieweit sich rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellungen in der gesellschaftlichen Mitte verfestigt und normalisiert haben. Die Studie wurde im Frühjahr/Sommer 2025 durchgeführt, in einer Zeit politischer und sozialer Umbrüche: Nach den Landtagswahlen in Ostdeutschland erzielte die AfD Rekordergebnisse, das Bündnis Sahra Wagenknecht trat neu auf, der Krieg in der Ukraine und der Nahostkonflikt belasteten Europa, während die Rückkehr Donald Trumps in das US-Präsidentenamt globale Unsicherheit verstärkte. Diese Umstände bildeten den gesellschaftlichen Hintergrund, vor dem die Wahrnehmung von Demokratie, Gerechtigkeit und Z...