Es war einmal eine Frau, nennen wir sie Sandra, weil das der Name ist, den man automatisch bekommt, wenn man Entscheidungen trifft, die man später bereut.
Sandra war unzufrieden. Nicht mit sich selbst – nein, das wäre ja reflektiert. Sie war unzufrieden mit der Welt. Genauer gesagt: mit Männern. Genauer gesagt: damit, dass sie ihr nicht permanent hinterherliefen wie schlecht programmierte NPCs in einem mittelmäßigen Videospiel.
Also tat sie, was rationale Menschen eben tun: Sie ging in den Wald, traf eine Fee und äußerte einen Wunsch.
Die Fee – ein leicht überarbeiteter, zynischer Kosmos-Subunternehmer – hörte sich Sandras Anliegen an. „Ich möchte, dass mir alle Männer nachlaufen“, sagte Sandra, mit dem Selbstbewusstsein einer Person, die nie über die Konsequenzen nachdenkt.
Die Fee lächelte dieses spezielle Lächeln, das man nur aufsetzt, wenn man gleich jemandem eine Lektion erteilt, die er definitiv nicht verstehen wird.
„Wie du willst.“
Und schwupp.
Sandra wurde zu einem Fußball.
Ein wirklich guter Fußball übrigens. FIFA-zertifiziert, perfekte Aerodynamik, schönes Leder. Qualität war der Fee wichtig.
Und tatsächlich: Männer liefen ihr nach.
Hunderte. Tausende. Auf Sportplätzen, in Parks, auf staubigen Bolzplätzen irgendwo zwischen Midlife-Crisis und Muskelkater. Sie rannten, schwitzten, schrien, diskutierten Abseitsregeln, während sie Sandra mit erstaunlicher Begeisterung durch die Gegend traten.
Sie bekam Aufmerksamkeit. Endlich.
Nur eben in Form von Tritten.
Manchmal wurde sie besonders hart geschossen, manchmal liebevoll gepasst – aber nie, wirklich nie, wurde sie gefragt, wie es ihr eigentlich ging. Kommunikation war plötzlich sehr einseitig geworden, und das, obwohl sie jetzt buchstäblich im Mittelpunkt stand.
Ironisch, nicht wahr?
Am Ende eines langen Spiels lag Sandra im Netz, leicht aufgepumpt und vollkommen leer zugleich. Ein Symbol für alles, was sie sich gewünscht hatte – und alles, was daran falsch war.
Die Fee tauchte noch einmal auf, betrachtete das Ergebnis und zuckte mit den Schultern.
„Du wolltest Aufmerksamkeit, nicht Respekt. Klassischer Anfängerfehler.“
Und irgendwo, ganz tief im Inneren des Balls – da, wo früher Gedanken waren – dämmerte Sandra langsam, dass Wünsche ohne Selbstreflexion ungefähr so sinnvoll sind wie ein Eigentor in der Nachspielzeit.
Aber hey. Wenigstens liefen sie ihr jetzt alle nach.
Mission erfüllt, oder?
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