POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Der digitale Euro ist ein Macht- und Vertrauensprojekt Zwischen Zahlungssouveränität, Datenschutz und demokratischer Kontrolle entscheidet sich, ob Europas Währung auch im digitalen Alltag öffentlich verankert bleibt. Von Ralf Schönert • 8. September 2026 Der digitale Euro ist kein technisches Randthema für Notenbanker und Zahlungsdienstleister. Er berührt eine grundsätzliche politische Frage: Wer garantiert im digitalen Zeitalter noch, dass Geld mehr ist als ein privat vermittelter Service? Gerade deshalb muss die Debatte nüchtern geführt werden. Es geht nicht um die Abschaffung des Bargelds, aber auch nicht bloß um eine neue Bezahl-App. Es geht um die öffentliche Infrastruktur des Geldes. Seit die EU-Kommission 2023 ihren Rechtsrahmen für einen möglichen digitalen Euro vorgelegt hat, ist klar, dass hier ein institutionelles Großprojekt entsteht, an dem EZB, Rat und Europäisches Parlament gleichermaßen beteiligt sind...
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