POLITIK / GESCHICHTE / GESELLSCHAFT Wasser als Machtfrage und Friedensaufgabe Je knapper und unberechenbarer Wasser wird, desto deutlicher zeigt sich: Sicherheitspolitik beginnt nicht erst mit Truppenbewegungen, sondern oft mit der Fähigkeit, Flüsse, Grundwasser und Stauseen gemeinsam zu regeln. Von Ralf Schönert • 22. Juni 2026 Wasser galt lange als technische Frage von Versorgung und Infrastruktur. Inzwischen wird deutlicher, dass es sich ebenso um eine Frage der internationalen Ordnung handelt. Wo Niederschläge ausbleiben, Gletscher schwinden und Flüsse mehrere Staaten durchqueren, entscheidet Wasserdiplomatie mit darüber, ob aus Knappheit Kooperation oder Konflikt entsteht. Die politische Brisanz ist offenkundig. Weltweit leben nach UN-Angaben weiterhin 2,2 Milliarden Menschen ohne sicher bewirtschaftete Trinkwasserversorgung; zugleich erlebt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung zumindest zeitweise schwere Wasserknappheit. Das allein erzeugt noch ke...
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