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Verlorene Visionen: Warum die SPD ihre Zukunft neu denken muss

Was ist aus den großen Erzählungen der SPD geworden? Aus den klaren Visionen, die Generationen motiviert haben? Heute wirkt es, als stünde die Partei oft im Schatten der eigenen Geschichte, als fehle ihr die Kraft, aus den eigenen Erfolgen Zukunft zu machen.

Visionen sind kein Luxus. Sie sind das Fundament einer Partei, die gesellschaftliche Veränderungen gestalten will. Wann haben wir das letzte Mal eine mutige, klare Zukunftserzählung von der SPD gehört? Wo sind die Ideen, die uns sagen, wie eine gerechte Gesellschaft im Jahr 2040 aussehen soll? Wir reden viel über Krisenmanagement, zu wenig über Aufbruch.

Die Agenda 2010 war ein Wendepunkt, der tiefe Wunden hinterlassen hat. Sie hat die SPD gespalten und viele Wähler entfremdet. Bis heute hat die Partei diese Zäsur nicht vollständig aufgearbeitet. Stattdessen flüchtet sie sich oft in kleinste Reformpakete, in das Verwalten des Status quo. Aber Sozialdemokratie lebt nicht vom Status quo, sondern vom Gestaltungswillen.

Wir brauchen eine SPD, die wieder Geschichten erzählt – Geschichten von sozialer Gerechtigkeit, von Chancen für alle, von einer Gesellschaft, die Solidarität nicht nur predigt, sondern lebt. Wer, wenn nicht die SPD, kann eine solche Erzählung liefern? Doch dafür müssen wir uns von der Angst lösen, anzuecken. Mutige Politik ist nie bequem, aber sie ist notwendig.

Es ist Zeit, dass wir unsere Visionen neu schreiben. Dass wir uns erinnern, wofür wir stehen, und es laut sagen – mit Klarheit und Leidenschaft. Nur so kann die SPD wieder Vertrauen gewinnen und zu der Partei werden, die den Fortschritt nicht nur mitgestaltet, sondern antreibt.

Siehe auch mein Kommentar vom 8.12.2025

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