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SPD im Stillstand? Warum ein Aufstand der Anständigen überfällig ist

Die SPD wirkt müde, beinahe ausgezehrt von den Mühen der Regierungsarbeit. Viele in der Partei fühlen es: Die Kompromisse der Ampel kosten Substanz, und die sozialdemokratische Handschrift droht, in der kleinteiligen Tagespolitik unsichtbar zu werden. Immer wieder stellt sich mir die Frage: Wo bleibt der Aufstand der Anständigen? Wo sind die Stimmen, die offen sagen: „Wir können nicht länger so weitermachen, wenn wir als Partei überleben wollen“?

Ein solcher Aufstand wäre kein Akt der Zerstörung, sondern ein Akt der Erneuerung. Er würde bedeuten, dass wir Sozialdemokraten wieder das tun, wofür wir einmal standen: Haltung zeigen, auch wenn es unbequem ist. Gerade in schwierigen Zeiten braucht es ein klares „Nein“ zu politischen Entscheidungen, die unseren Grundwerten widersprechen, und ein lautes „Ja“ zu sozialer Gerechtigkeit.

Die SPD hat über Jahrzehnte bewiesen, dass sie gestalten kann. Doch allzu oft haben wir uns mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner zufriedengegeben. Wir müssen uns fragen: Wollen wir nur verwalten oder endlich wieder gestalten?

Ein „Aufstand der Anständigen“ bedeutet nicht, alles auf Konfrontation zu setzen. Er bedeutet, dass wir uns daran erinnern, warum es uns gibt: Nicht, um Mehrheiten zu sichern, sondern um den Mut aufzubringen, das Leben der Menschen besser zu machen. Die SPD muss jetzt zeigen, dass sie bereit ist, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für die Regierung, sondern für ihre eigenen Überzeugungen.

Es ist höchste Zeit, dass wir diesen inneren Ruck spüren. Ohne ihn riskieren wir, zu einer bloßen Verhandlungspartei zu verkommen. Die SPD war immer dann stark, wenn sie an ihre eigenen Ideale geglaubt hat – und nicht, wenn sie sich von der Angst vor Konflikten treiben ließ.

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