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18. Januar 1871 – Gründung des Deutschen Reichs in Versailles

Die Proklamation des deutschen Kaisers Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles am 18. Januar 1871 gilt als symbolische Geburtsstunde des Deutschen Reichs.

Obwohl der neue Staat verfassungsrechtlich bereits zum 1. Januar 1871 existierte, erlebten die Deutschen erst mit der feierlichen Proklamation die Einheit. Bismarcks „kleindeutsche“ Lösung ohne Österreich, wirtschaftliche Verflechtungen und die erfolgreichen Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich schufen die Voraussetzungen für das Reich. Im besetzten Versailles versammelten sich 1.391 Gäste, um König Wilhelm I. zum „Deutschen Kaiser“ zu rufen; Bismarck setzte sich gegen den Titel „Kaiser von Deutschland“ durch. Das Datum 18. Januar wurde gewählt, um an die Königskrönung Friedrichs I. am selben Tag 1701 zu erinnern.

Die Gründung des Reichs brachte einen föderalen Staat mit starken preußischen Einflüssen hervor. Sie bedeutete einen Schritt zur nationalen Einheit, legte aber auch den Grundstein für zukünftige Konflikte zwischen Monarchie und Demokratie sowie zwischen Militarismus und modernen sozialen Bewegungen. Die Reichsgründung von 1871 bleibt als tiefgreifender Wendepunkt in der deutschen Geschichte präsent.



Kommentare

  1. Hartwig Benzler19 Januar, 2026 04:30

    Danke für den Eintrag. Weitere Informationen zu diesem 155. Jahrestag wie zu vielen anderen geschichtlichen und politischen Ereignissen bis 2015 sind auch auf dem altdeutschen digitalen Geschichtsnachschlagewerk Dullophob einsehbar. http://www.dullophob.org/Kalendertage/2015-01/15-01-18%20Kaiser%201871.html
    In memoriam: Ludwig Warnke, Im Brinkmannsfeld 31, Bottrop, geb. 26.9.1937, gest. 20.12.2025

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