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Ich bin ja so kuhl


(Ein Erfahrungsbericht aus der Eiszeit menschlicher Selbstüberschätzung)

Es gibt Menschen, die sind cool. Und dann gibt’s mich: die Steigerungsform davon, also kuhl. Ja, du hast richtig gelesen. So kuhl, dass selbst Kühe neidisch würden, wenn sie nicht gerade beschäftigt wären, Gras zu essen und einen kompletteren Lebensplan zu haben als manche Leute, die ich kenne.

Kuhl sein bedeutet, nicht einfach nur durch den Alltag zu schleichen wie ein Zombie mit Terminkalender. Nein, kuhl sein ist ein ganzheitliches Lifestylekonzept. Es beginnt damit, dass man ständig behauptet, man wäre total entspannt – während man innerlich brennt wie ein vergessener Topf Milch auf der Herdplatte. Herrlich ironisch.

Ich zum Beispiel mache alles kuhl:

  • Ich trinke meinen Kaffee kuhl – also lauwarm, weil ich wieder vergessen habe, ihn zu trinken.

  • Ich arbeite kuhl – mit stoischer Gleichgültigkeit und existenziellen Zweifeln als stabilem Rückgrat.

  • Und natürlich lebe ich kuhl – indem ich so tue, als würde mich nichts stressen, obwohl schon der Blick in meinen E-Mail-Posteingang meinen Puls in die Höhe treibt wie ein schlecht eingestelltes Laufband.

Das Beste an dieser selbst auferlegten Kuhligkeit ist allerdings, dass niemand merkt, wie unfassbar anstrengend es ist, so tut-man-als-wäre-man-über-den-Dingen zu stehen. Es ist Performancekunst. Avantgarde sogar. Alle denken: „Wow, die Person hat richtig ihr Leben im Griff!“ Und ich so: Haha, nein.

Natürlich kann jeder kuhl sein. Es erfordert nur eine Prise Zynismus, eine Messerspitze Selbstironie und die Fähigkeit, so zu schauen, als hätte man die Weltherrschaft im Blutdruckbereich von 105/70. Also viel Glück damit.

Bis dahin bleibe ich kuhl. Und du kannst ja versuchen, mitzuhalten. Nur pass auf, dass du nicht stolperst—Selbstüberschätzung ist rutschiges Terrain.


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