Am 12. Februar 2002 begann vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag der Prozess gegen Slobodan Milošević. Der frühere Präsident Serbiens und der Bundesrepublik Jugoslawien war der ranghöchste politische Akteur, der sich bis dahin vor einem internationalen Tribunal verantworten musste. Dieses Ereignis markierte einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung des internationalen Strafrechts und sendete ein klares Signal: Auch Staatschefs können für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord zur Verantwortung gezogen werden.
Ein politisch wie historisch bedeutender Moment
Der Prozess war mehr als eine juristische Auseinandersetzung. Er bündelte Jahre politischer Konflikte, ethnischer Spannungen und brutaler Kriegsführung auf dem Balkan. Die Anklage umfasste Verbrechen während der Kriege in Kroatien, Bosnien und im Kosovo. Besonders bemerkenswert war, dass Milošević sich weigerte, die Legitimität des Gerichts anzuerkennen, und sich selbst verteidigte.
Für die internationale Politik war der Prozess ein Prüfstein. Die Europäische Union, die NATO und die Vereinten Nationen verfolgten aufmerksam, ob der Internationale Strafgerichtshof in der Lage sein würde, ein gerechtes und transparentes Verfahren durchzuführen. Auch für die Nachfolgestaaten Jugoslawiens war dieses Verfahren ein Schritt zur Aufarbeitung der Kriegsjahre.
Bedeutung für die internationale Strafjustiz
Mit dem Prozess gegen Milošević wurde erstmals sichtbar, dass international vereinbarte Rechtsnormen auch gegen mächtige Akteure durchgesetzt werden können. Obwohl Milošević den Prozess nicht überlebte – er starb 2006 in seiner Zelle – setzte das Verfahren Maßstäbe für spätere Prozesse, etwa gegen liberianische oder ruandische Staats- und Regierungschefs.
Der 12. Februar 2002 steht somit für mehr als den Beginn eines Prozesses: Er markiert den Moment, an dem internationale Strafjustiz ihr Potenzial unter Beweis stellte und ein neues Kapitel globaler Rechtsstaatlichkeit aufschlug.
Meine Quellen
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Hintergrundinformationen zum Jugoslawien-Tribunal.
Deutsche Welle: Berichterstattung zum Prozessauftakt gegen Milošević.
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