Der 7. Januar 1979 markiert einen Wendepunkt der südostasiatischen Geschichte. An diesem Tag nahm die vietnamesische Armee Phnom Penh ein und beendete damit die Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha. Dieses Datum steht nicht nur für die Befreiung eines Landes vom wohl brutalsten Regime der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sondern auch für eine geopolitische Neuordnung, deren Folgen bis heute spürbar sind.
Ein Regime der Vernichtung
Seit 1975 hatten die Roten Khmer unter Pol Pot das Land in einen totalitären Agrarstaat verwandelt. Städte wurden geräumt, Bildung und Religion verboten, Menschen in Arbeitslager deportiert. Die Folge war ein Völkermord, dem etwa 1,7 bis 2 Millionen Menschen zum Opfer fielen – rund ein Viertel der damaligen Bevölkerung.
Die Gräueltaten destabilisierten das gesamte Land. Gleichzeitig kam es zu Grenzübergriffen der Roten Khmer auf vietnamesisches Territorium, was letztlich eine militärische Reaktion Hanois provozierte.
Der Fall Phnom Penhs
Am Morgen des 7. Januar 1979 rückten vietnamesische Truppen zusammen mit kambodschanischen Widerstandsgruppen in Phnom Penh ein. Die Roten Khmer flohen in die Grenzregion zu Thailand. Für die Bevölkerung bedeutete dies das Ende von vier Jahren Terror, Hunger und Zwangsarbeit.
Vietnam installierte eine neue Regierung unter Heng Samrin und leitete den langwierigen Wiederaufbau ein – ein Prozess, der von internationalen Machtinteressen überschattet wurde. Besonders China verurteilte den Sturz der Roten Khmer, während die westlichen Staaten aus geopolitischen Erwägungen zögerten, die neue Regierung anzuerkennen.
Folgen und Einordnung
Der 7. Januar wurde in der kambodschanischen Geschichtsschreibung zunächst als „Tag der Befreiung“ gefeiert. Mit dem demokratischen Wandel der 1990er Jahre differenzierte sich die Erinnerungskultur: Die Befreiung wurde anerkannt, gleichzeitig rückten die komplexen internationalen Interessen rund um den Konflikt stärker in den Fokus.
Das Ereignis steht sinnbildlich für die Verflechtung regionaler Sicherheitspolitik, humanitärer Katastrophen und ideologischer Konflikte im Kalten Krieg. Es zeigt, wie eng politische Entscheidungen und menschliche Schicksale miteinander verbunden sind – und wie schwer es ist, ein Land nach systematischer Zerstörung wieder aufzubauen.
Meine Quellen:
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Ben Kiernan: Die Geschichte der Roten Khmer. Berlin 2012.
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Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): „Kambodscha unter Pol Pot“.
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