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Wenn Politik ein Theater ist, ist der Vorhang schon zu

Gestern Abend saß Friedrich Merz in der Liveshow ARD Arena — und was tat er? Er versprach, die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht weiter steigen zu lassen. Jawohl, der tapfere Retter der Mittelklasse. Klingt fast wie: „Keine Angst, wir sprengen nur ein bisschen weniger dieses Jahr.“

Mit solch edlem Ziel im Blick legt der Kanzler eine Pose hin, die uns glauben machen soll: Er verteidigt unsere Geldbörsen gegen das gefräßige Dämonensystem namens „Gesundheitssystem mit Kostensteigerung“. Und prompt ertönt der Applaus aus dem Studio — man könnte schwören, es war der Soundtrack zu einem Superheldenfilm.

Aber Moment mal: Wenn „wir wollen die Steigerung verhindern“ bedeutet, dass wir nächste Woche vermutlich mit kleinen Pieksen auf der Rechnung rechnen dürfen — na dann: Prost.

Die große Koalition der leeren Versprechen

Natürlich ist das Ganze eingebettet in das übliche Partei‑Tamtam: CDU, SPD, CSU – vereint in der Absicht, nicht zu kürzen, sondern ... äh ... zu stabilisieren. So ungefähr jedenfalls.

Man hat sogar Kredite bereitgestellt (2,3 Mrd. pro Jahr für 2025 und 2026 für die GKV, laut Plan), ganz so, als ob ein Staat Darlehen an seine eigene Bevölkerung vergibt, damit die sich nicht über ihre Sozialversicherung ärgern müssen. Charmante kleine Wirtschaftsrunde: „Gib uns dein Geld – wir versprechen, dich nicht mehr zu melken als nötig.“

Logik des Ganzen: Wenn die Kliniken lieber sparen müssen (aber später mehr kosten), dann steigt der Zusatzbeitrag — und wenn nicht … na ja, dann droht sowieso eine neue Beitragsrunde. Klingt stabil, oder? Wie ein Baukastensystem aus Versprechungen und Schlupflöchern.

Zuckerbrot für’s Wahlvolk – und die Peitsche bleibt im Schrank

Merz spricht von „viel getan“ — für Pflegekräfte, für Rentenreformen, für Integration, für „Leistung statt Umverteilung“.

Was heißt das wirklich? Übersetzt: „Wir verschieben die Probleme, wir verschleppen die Baustellen — und irgendwann, wenn Wahlkampf ist, machen wir wieder große Augen und winken großzügig mit einem neuen Gesetzesentwurf.“ Classic.

Die übliche Show: Forderungen aufstellen, Lippenbekenntnisse verteilen, gute Miene zum bösen Spiel — und hoffen, dass der Bürger am Ende applaudiert und weiter brav zahlt.

Fazit: Willkommen im Land der hehren Versprechungen

Also ja — ganz klar: Man will steigende Beiträge verhindern. So lange, bis die Kasse leer ist, dann wird eben ein neuer Finanzierungsplan ausgegraben. Oder man hofft auf ein Wunder. Vielleicht auf Außerirdische, die das Gesundheitssystem übernehmen.

In der Realität heißt das: Du zahlst weiter — aber mit einem Lächeln auf den Lippen, weil der Staatschef dir glaubhaft versichert hat, er tue, was er könne. Applaus!

Bleib gesund — oder zahl halt. Ich bin schon wieder müde, ständig eure Rechnungen zu checken.

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