Direkt zum Hauptbereich

Pressefreiheit unter Donald Trump: Angriffe auf Medien in den USA im Faktencheck


Die Pressefreiheit in den USA steht unter Druck: Zugangsbeschränkungen, massive Kürzungen öffentlicher Förderung und aggressive Klagen gegen Medien markieren eine besorgniserregende Entwicklung. Ist das der Anfang vom Ende?

Ursachen

Der zweitregierende US-Präsident Donald Trump hat gezielt öffentliche Medien wie NPR und PBS attackiert – unter anderem mit einer Exekutivverordnung vom 1. Mai 2025, die deren Bundesförderung über die Corporation for Public Broadcasting (CPB) stoppen sollte (Executive Order 14290). Diese Maßnahme wurde von den betroffenen Sendern und Expert*innen als verfassungswidrig kritisiert und juristisch angefochten. Parallel dazu eröffnete die von Trump ernannte FCC weitreichende Ermittlungen gegen CBS, ABC und NBC – ausgenommen Fox News – sowie gegen NPR und PBS. Zudem wurde die Associated Press (AP) im Februar 2025 dauerhaft von Presseevents im Oval Office und Air Force One ausgeschlossen, weil sie weiterhin „Golf von Mexiko“ statt Trumps Wunschbezeichnung „Golf von Amerika“ verwendete – ein Vorgehen, das mehrere Gerichte für rechtswidrig erklärten.

Beispiele

  • Funding Cuts: Der Kongress stimmte in der Folge einem Kürzungspaket in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar für NPR und PBS zu. Beide Senderinitiativen – sowie lokale Stationen – reagierten mit Klagen und Notfallspendenkampagnen.

  • SLAPP‑Klagen: Trump reichte eine 10‑Milliarden‑Dollar-Klage gegen das Wall Street Journal ein, um mediale Kritik zu unterdrücken.

  • Zugangsbeschränkungen: Medien wie AP wurden faktisch ausgesperrt, White‑House‑Press‑Pässe entzogen, auch Räume im Pentagon wurden reformkritischen Medien verwehrt.

Zahlen / Ranking

Laut Reporters Without Borders (RSF) liegt die USA im World Press Freedom Index 2025 auf Platz 57 – ein dramatischer Absturz vom Platz 32 im Jahr 2013. Bereits im Vorjahr kam es vom 45. auf den 55. Platz – ein klarer Trend in Richtung „problematisch“ oder „schwerwiegend“ bei der Pressefreiheit.

Folgen für Journalist*innen und Medien

Die Kürzungen gefährden die Existenz vieler lokal agierender Sender – besonders in ländlichen Regionen, die kaum kommerzielle Alternativen haben. Journalist*innen sehen sich zunehmend juristischen Bedrohungen sowie eingeschränktem Zugang ausgesetzt, was Selbstzensur und strukturelle Medienverknappung begünstigt.

Reaktionen – Widerstand und Schutzmechanismen

  • Rechtliche Gegenwehr: NPR und PBS klagen gegen die Exekutivverordnung, mit Rückgriff auf Erster Verfassungszusatz und den Public Broadcasting Act von 1967.

  • Gerichtsbeschlüsse wiederherstellen Zugang: Ein Gericht erzwang die Aufhebung des AP-Ausschlusses.

  • Finanzielle Solidarität: Stiftungen wie Knight und MacArthur beteiligen sich an Spendenaktionen, die lokale Sender stärken sollen.

Die Pressefreiheit in den USA erleidet unter der Trump-Regierung deutliche Rückschläge – belegt durch rechtliche Angriffe, finanzielle Kürzungen und historische Rückgänge im RSF-Ranking. Doch das System zeigt Widerstand: Gerichte stellen verfassungsrechtliche Prüfungen; Medien klagen, Lokalinitiativen mobilisieren Ressourcen. Ob diese Schutzmechanismen ausreichen, um einen weiteren Abstieg zu verhindern, bleibt offen. Für politisch interessierte Leser*innen bleibt die Situation ein Alarmzeichen – aber kein unvermeidliches Ende.

Meine Quellen:


 

💬 Hinweis für Redaktionen und Blogbetreiber

Wenn Sie diesen Beitrag informativ finden, dürfen Sie ihn gerne zitieren oder verlinken.

Ich freue mich über jede Weiterverbreitung und sachliche Diskussion.

❦ Bitte geben Sie bei Übernahme die Quelle an:
meinekommentare.blogspot.com

*Hinweis gemäß Art. 52 DSA (digital service act der EU) – seit 01.08.2025 verpflichtend: Das verwendete Bild- und Grafikmaterial ist KI-generiert. Ausnahmen sind unter dem jeweiligen Objekt gekennzeichnet.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Zitate: Arthur Schopenhauer und der Nationalstolz – Biografie und Deutung eines kritischen Gedankens

Arthur Schopenhauer (1788–1860) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen des 19. Jahrhunderts. Geboren in Danzig als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns, verbrachte er seine Kindheit in Hamburg und studierte später Philosophie in Göttingen und Berlin. Früh beeinflusst durch Kant, entwickelte er eine eigene metaphysische Weltsicht, die stark vom indischen Denken sowie dem Pessimismus geprägt war. Sein Hauptwerk, Die Welt als Wille und Vorstellung (1819), wurde zunächst kaum beachtet, erlangte aber später große Wirkung, insbesondere auf Philosophen wie Nietzsche und Künstler wie Wagner oder Thomas Mann. Schopenhauer lebte zeitweise in Weimar, Frankfurt am Main und Italien und führte ein zurückgezogenes Leben, geprägt von kritischer Beobachtung der Gesellschaft. In seinem Spätwerk Parerga und Paralipomena (1851), einer Sammlung von Essays und Aphorismen, formuliert er diesen berühmten Gedanken. Diese Aussage ist eine scharfe Kritik an einer Haltung, die Schopenhauer als int...

aus der Geschichte: Die Internationale – Geschichte, Bedeutung und Wirkung einer Arbeiterhymne

"Die Internationale" ist eines der bekanntesten Lieder der internationalen Arbeiterbewegung und wurde im Laufe der Zeit zu einer Hymne für Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten und andere linke Bewegungen weltweit. Ihr Ursprung liegt im 19. Jahrhundert, einer Zeit tiefgreifender politischer und sozialer Umbrüche. Der Text von "Die Internationale" wurde 1871 von Eugène Pottier (1816–1887), einem französischen Kommunarden und Mitglied der Pariser Kommune, als Gedicht verfasst. Die Pariser Kommune, die vom 18. März bis 28. Mai 1871 existierte, gilt als eines der frühesten Beispiele einer Arbeiterregierung. Nach der blutigen Niederschlagung der Kommune durch französische Regierungstruppen verfasste Pottier das Gedicht als Ausdruck revolutionären Geists und als Appell an die Solidarität der unterdrückten Klassen. Die Vertonung des Textes erfolgte erst 1888 durch den belgischen Arbeiterkomponisten Pierre De Geyter (1848–1932), der in Lille lebte. Die Melodie ist kraftvoll...

Europa liebt Trump. Solange es WLAN und Cheeseburger gibt

Fangen wir mit dem Elefanten im Raum an: dem orangenen in Washington. Die Erzählung, dass Trump „eine innere Angelegenheit der USA“ sei, ist niedlich. So wie zu glauben, ein Hausbrand im Nachbarhaus ginge dich nichts an, weil „es ja deren Wohnzimmer ist“. Für Europa ist Trump aus mehreren Gründen tödlich unpraktisch: Sicherheits- und Bündnispolitik : Ein US-Präsident, der NATO wie ein Netflix-Abo behandelt („Nutze ich das wirklich genug?“), ist für Europa ungefähr so beruhigend wie ein ausgelaufener Tanklastwagen vor der Haustür. Klimapolitik : Während Europa sich mühsam an Klimaziele klammert, bläst ein trumpistisches Amerika fröhlich CO₂ in die Luft und erklärt den Klimawandel zur Meinungssache. Ist auch klar: Die Atmosphäre kennt bekanntlich Landesgrenzen. Genau wie WLAN. Rechtsruck als Exportgut : Trumpismus ist nicht einfach US-Innenpolitik, er ist Markenware. Ein Franchise für autoritäre Ego-Showpolitik, das sich in Europa bestens verkauft – von Orbán über Le Pen bis z...