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100 Tage Merz – Rücksturz in die Vergangenheit


Die CDU feiert sich für 100 Tage Regierung unter Friedrich Merz. Das Flugblatt liest sich wie eine Einladung zur Zeitreise – zurück in die glorreichen 90er, als Sozialabbau noch „Reformen“ hieß und Klimaschutz ein lästiger Nebengedanke war. Ich kam nicht daran vorbei genauer hinzuschauen:

Wirtschaft & „Leistungsgerechtigkeit“

  • Investitions-Sofortprogramm – Steuerbonbons für Konzerne, finanziert durch den Sozialetat. Wirtschaftswachstum powered by Rentenkürzung.

  • Forschungszulage – Angeblich für den Mittelstand. In der Realität: Hauptsponsor für Abteilungen „Steuervermeidung“ in Großunternehmen.

  • Energiepreise runter – Für die Industrie, versteht sich. Für Arbeitnehmer gibt’s maximal eine warme Hand.

  • Pendlerpauschale – Mehr Geld für Vielfahrer mit SUV, weniger Anreiz für klimafreundliche Alternativen.

  • Aktiv- und Frühstartrente – Man lässt Menschen länger schuften und verkauft es als Freiheit.

  • Agrardieselrückvergütung – Klimaschutz? Ach was, Diesel riecht doch nach Heimat.

  • Gastro-Mehrwertsteuer – Ein teures Geschenk an die Branche, während man in Kantinen weiter volle Preise zahlt.

Migration & „Ordnung“

  • Dauerhafte Grenzkontrollen – Europa? Schönes Projekt, aber jetzt lieber Schlagbaumromantik.

  • Familiennachzug aussetzen – Integration à la Merz: Einsamkeit statt Gemeinschaft.

  • Turbo-Einbürgerung abschaffen – Fachkräftemangel? Wir sorgen vor – mit neuen Hürden.

  • Sichere Herkunftsstaaten – Bürokratie im Eiltempo, Menschlichkeit im Schneckentempo.

Digital & „modern“

  • Neues Digitalministerium – Wer braucht funktionierende Netze, wenn er ein Ministerium hat?

  • Weniger Regierungsbeauftragte – Fachkompetenz ist überbewertet, Hauptsache die Kasse stimmt.

  • Once Only-Prinzip – Klingt clever, endet vermutlich als Formular im PDF-Format ohne Speichern-Funktion.

  • Glasfaser „im öffentlichen Interesse“ – Willkommen im Jahr 2010, nur mit 15 Jahren Verspätung.

  • Bau-Turbo – Verspricht Speed, liefert voraussichtlich Schlagzeilen über Baupfusch.

Außenpolitik & „Stärke“

  • Merz als starke Stimme – Paris, Rom und Warschau hören zu – und fragen sich, wie lange das wohl dauert.

  • NATO-Finanzierung – Panzer zuerst, Schulen später.

Politikwechsel – aber nur nach rechts

  • Bürokratieabbau – 25 % weniger Vorschriften klingt gut. Bis man merkt, dass es auch 25 % weniger Verbraucherschutz heißt.

  • Bürgergeld weg – „Fördern und Fordern“ in Merz’ Welt: fördern für Aktionäre, fordern von Arbeitslosen.

  • Wochenarbeitszeit statt Tagesgrenzen – Mehr Überstunden, weniger Freizeit. Fortschritt auf Arbeitgeberseite.

  • IP-Speicherung & Fußfesseln – Sicherheit als Vorwand, Datenschutz als Kollateralschaden.

Mein Fazit:
Merz & Co. nennen das einen Aufbruch. Tatsächlich ist es ein Rückfall in die alte CDU-Schule: Wirtschaft zuerst, Sozialstaat zuletzt, und das mit einem nostalgischen Hauch von „früher war alles besser“. Wer Fortschritt will, sollte besser aufpassen – sonst wacht er im letzten Jahrhundert wieder auf.

Meine Quelle: Flugblatt der CDU -  https://www.cdu.de/app/uploads/2025/08/Flugblatt_Bilanz_100-Tage-Bundesregierung.pdf

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