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Zum Todestag von Carl Sandburg 22.7.1967

Carl Sandburg war ein US-amerikanischer Schriftsteller, Dichter, Historiker und Publizist. Geboren in Galesburg, Illinois, als Sohn schwedischer Einwanderer, entwickelte Sandburg eine tiefe Verbundenheit zur amerikanischen Arbeiterklasse und wurde eine der prägenden Stimmen des sozialen und politischen Fortschritts im frühen 20. Jahrhundert. Er gewann dreimal den Pulitzer-Preis – zweimal für seine Lyrik und einmal für seine monumentale Biografie über Abraham Lincoln.

Sandburg war ein überzeugter Pazifist, Demokrat und Anhänger der sozialistischen Ideen seines Freundes Eugene V. Debs. Seine Gedichte verbinden oft Alltagsbeobachtungen mit politischem Bewusstsein und humanistischer Überzeugung. Neben seiner Lyrik schrieb er Kinderbücher, Essays und war ein geschätzter Sänger traditioneller Volkslieder.

Das Zitat: „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“

Dieses berühmte Zitat wird häufig Carl Sandburg zugeschrieben, stammt jedoch nicht direkt aus einem seiner literarischen Werke. Die wohl ursprüngliche Formulierung taucht in einer 1936 veröffentlichten Anthologie von Sandburg auf, in der er in einem Abschnitt schreibt: “Sometime they’ll give a war and nobody will come.” („Eines Tages wird man einen Krieg ausrufen, und niemand wird erscheinen.“)

Diese Zeile wurde in den 1960er Jahren – besonders durch die US-Friedensbewegung – in der paraphrasierten, eingängigen Form „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ populär gemacht, besonders im deutschsprachigen Raum. Dort wurde es zum geflügelten Wort der Antikriegsbewegung.

Obwohl Sandburg nicht der Urheber dieser exakten deutschen Form ist, trifft die Aussage den Kern seiner pazifistischen Haltung: die Vision einer Welt, in der Menschen sich dem Krieg aktiv verweigern. Damit wurde das Zitat zum Symbol der Hoffnung auf eine friedlichere, selbstbestimmte Gesellschaft.

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