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Geschichtsklitterung: Wenn die Vergangenheit politisch umgeschrieben wird

Geschichtsklitterung beschreibt den bewussten Versuch, historische Tatsachen zu verfälschen oder zu beschönigen, um bestimmte politische Ziele zu verfolgen. Dabei geht es nicht um legitime Interpretation, sondern um das gezielte Weglassen oder Umdeuten von Fakten.

Ein aktuelles Beispiel bietet die Debatte in den USA über die Darstellung von Rassismus und Sklaverei in Schulbüchern. In einigen Bundesstaaten, etwa Florida oder Texas, wurden Lehrpläne verändert, um die Rolle der Sklaverei zu relativieren oder historische Diskriminierungen herunterzuspielen. Kritiker sehen darin den Versuch, eine „patriotische“ Version der Geschichte zu etablieren, die unbequeme Wahrheiten verschweigt.

Solche Eingriffe sind gefährlich, weil sie das historische Bewusstsein einer Gesellschaft verzerren. Geschichtsklitterung dient nicht der Aufklärung, sondern der politischen Propaganda und der Festigung bestimmter Machtstrukturen. Die Geschichtswissenschaft hingegen basiert auf Quellenkritik, Vielstimmigkeit und der Bereitschaft, auch unbequeme Fakten anzuerkennen.

Eine offene Gesellschaft lebt davon, ihre Vergangenheit ehrlich zu reflektieren. Wer historische Wahrheit manipuliert, schwächt die Demokratie. Bildung, kritisches Denken und freie Forschung sind die besten Mittel, Geschichtsklitterung zu entlarven und zu verhindern.

Meine Quellen:

  • Jelani Cobb: The Matter of Black Lives: Writing from The New Yorker, New York 2021.

  • Bundeszentrale für politische Bildung: „Geschichte und Erinnerungspolitik in den USA“, bpb.de.

  • Timothy Snyder: Über Tyrannei. Zwanzig Lektionen für den Widerstand, München 2017.

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