Befreiung als politisches Signal
Am 3. Februar 1945 drang die 1. US‑Kavalleriedivision in Manila ein und leitete die Befreiung der philippinischen Hauptstadt von der japanischen Besatzung ein. Noch am Abend erreichten amerikanische Vorausabteilungen die Universität Santo Tomas, wo seit 1942 Tausende Zivilisten interniert waren, und befreiten mehr als 3.700 Menschen. Mit diesem Tag begann die einmonatige Schlacht um Manila, die bis zum 3. März 1945 dauerte. Politisch markierte der 3. Februar das sichtbare Ende der von Japan gestützten „Zweiten Philippinischen Republik“ und stärkte die Position der Exilregierung um Sergio Osmeña, die auf die Wiederherstellung staatlicher Souveränität hinarbeitete.
Kriegsschauplatz Stadt: Zerstörung und Verantwortlichkeiten
Die Kämpfe in Manila entwickelten sich zu einem der brutalsten Stadtkonflikte des Zweiten Weltkriegs im Pazifik. Während nördlich des Pasig‑Flusses die Befreiung relativ rasch gelang, kam es im Süden zu systematischen Massakern an der Zivilbevölkerung und zu großflächiger Zerstörung. Politisch relevant ist dieser Aspekt, weil er die spätere Aufarbeitung von Kriegsverbrechen prägte und die Frage nach Verantwortung – sowohl der japanischen Befehlshaber als auch der Kollaborationsstrukturen – in den Vordergrund rückte. Der urbane Charakter der Kämpfe machte zudem deutlich, wie sehr moderne Kriege politische Legitimität an den Umgang mit Zivilisten knüpfen.
Rückkehr zur Souveränität – und ein neuer Bündnisrahmen
Mit der Befreiung der Hauptstadt gewann die Unabhängigkeitsbewegung neuen Schub. Die politische Linie war klar: Nach Kriegsende sollten die Philippinen vollständig souverän werden – was am 4. Juli 1946 formal erfolgte. Der 3. Februar 1945 wirkte damit wie ein Katalysator für die Re‑Institutionalisierung staatlicher Autorität (Polizei, Verwaltung, Justiz) und für die Neuordnung der Beziehungen zu den USA. Zugleich entstanden strukturelle Abhängigkeiten: Sicherheitsgarantien der USA, militärische Stützpunkte und wirtschaftliche Hilfen prägten die Nachkriegsordnung – Themen, die philippinische Politik und Zivilgesellschaft bis in die Gegenwart kontrovers diskutieren.
Erinnerungspolitik: Wer erzählt die Geschichte Manilas?
Die Deutung des 3. Februar ist auch erinnerungspolitisch umkämpft. Für viele steht der Tag für Befreiung, Rettung und die Rückkehr der staatlichen Würde. Andere betonen die unermesslichen zivilen Verluste, die zwischen den Fronten stattfanden. Diese Doppelperspektive mahnt, militärische Erfolge politisch einzuordnen: Befreiung allein schafft noch keine Gerechtigkeit – es braucht Aufarbeitung, Wiedergutmachung und belastbare Institutionen.
Der 3. Februar 1945 erinnert daran, dass politische Wenden oft in urbanen Räumen entschieden werden – unter den Augen der Zivilgesellschaft. Wer heutige Konflikte verstehen will, sollte Manila als Lehrstück lesen: Legitimität erwächst nicht nur aus militärischer Stärke, sondern aus dem Schutz von Leben, Recht und Erinnerung.
Meine Quellen
American Battle Monuments Commission (ABMC): „February 2025 marks 80 years since Battle of Manila“ (5.02.2025), bestätigt den 3. Februar 1945 als Beginn der Schlacht und die Befreiung von über 3.700 Internierten an der Universität Santo Tomas.
The National WWII Museum, New Orleans: „Liberation of the Philippines 1945“ (1.09.2020), zur Rolle der 1. US‑Kavalleriedivision und der Lage nördlich/südlich des Pasig‑Flusses.
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