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Soziale Ungleichheit im Ruhrgebiet: Kein Aufstieg mehr für die nächste Generation?


Das Ruhrgebiet gilt seit Jahrzehnten als Brennglas sozialer Probleme. Heute zeigt sich deutlicher denn je: Armut und fehlende Aufstiegschancen sind zu einem Kernproblem geworden. In manchen Städten stammen über 60 % der Schüler*innen aus Familien, die Bürgergeld beziehen. In Duisburg liegt die Armutsgefährdungsquote bei fast 29 %, Gelsenkirchen gilt bundesweit als Stadt mit den meisten armutsbedrohten Kindern.

Die Folgen sind offensichtlich. Bildungsungleichheit verfestigt sich, weil vielen Kindern die Unterstützung fehlt, die für bessere Leistungen notwendig wäre. Der Arbeitsmarkt verlangt neue Qualifikationen, doch gerade die Menschen, die vom Strukturwandel am härtesten getroffen wurden, haben oft keinen Zugang zu Weiterbildung. Quartiere mit schwacher Infrastruktur und steigendem Sanierungsbedarf verstärken die soziale Spaltung.

Besorgniserregend ist auch der politische Effekt. Parteien, die traditionell als Interessenvertreter der Arbeitenden galten, verlieren an Vertrauen. Populistische Angebote gewinnen Zulauf – nicht aus Überzeugung, sondern aus Frust und Resignation.

Das Ruhrgebiet steht damit vor einer Schlüsselfrage: Gelingt es, soziale Teilhabe neu zu organisieren, oder verfestigt sich der Eindruck, dass Aufstieg kaum noch möglich ist? Frühkindliche Förderung, bessere Bildungsangebote, Investitionen in Stadtteile und eine aktive Einbindung der Bürger könnten Ansätze sein. Doch ohne einen klaren politischen Willen und ausreichende Mittel bleibt es bei Absichtserklärungen.

 Wollen wir im Ruhrgebiet wirklich hinnehmen, dass Herkunft über Zukunft entscheidet – oder finden wir den Mut, diese Entwicklung zu durchbrechen?

 

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