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Wie Medien den Aufstieg der AfD begünstigen – direkte Unterstützung, Boulevard-Effekte und unbeabsichtigte Normalisierung


Der Erfolg der AfD fällt nicht vom Himmel – er ist auch ein mediales Produkt. Nicht nur AfD-nahe Plattformen, sondern auch Boulevardmedien und öffentlich-rechtliche Sender tragen unfreiwillig zur Sichtbarkeit der Partei bei. Doch welche Akteure profitieren konkret von dieser Entwicklung – und auf welche Weise tragen sie zur Sichtbarkeit der AfD bei? Ich habe mal einen Blick auf verschiedene Medientypen geworfen und diese analysiert.

Die direkten Unterstützer: Alternative Medien im rechten Spektrum

Ein wachsendes Netz sogenannter "alternativer Medien" agiert als Lautsprecher für AfD-nahe Positionen. Plattformen wie Compact, PI-News, der Deutschland-Kurier oder die deutsche Ausgabe der Epoch Times verbreiten gezielt Inhalte, die sich mit dem Weltbild der AfD decken: migrationskritisch, EU-skeptisch, gegen "Gender-Wahn" und vermeintliche Meinungsunterdrückung. Diese Seiten leben von Spenden, Klickzahlen und Empörung – und inszenieren die AfD als letzte Bastion gegen eine angebliche Meinungsdiktatur. Die Symbiose ist offensichtlich: Diese Medien brauchen die AfD – und umgekehrt.

Boulevardjournalismus: Emotionalisierung statt Analyse

Ein zweiter Kreis sind Boulevardmedien wie BILD, B.Z. oder Express. Diese verfolgen kein explizit rechtes Programm, verstärken aber Narrative, die der AfD nutzen: So etwa, wenn über Einzelfälle von Straftaten mit Migrationshintergrund besonders großflächig und emotional berichtet wird – wie etwa bei Schlagzeilen à la "Clan-Krieg in deutschen Städten" oder "Flüchtling attackiert Rentner". übermäßige Skandalisierung von Kriminalität, Migration oder Sozialleistungen, dramatische Überschriften, pointierte Einzelfälle. Durch Emotionalisierung entsteht ein Resonanzboden, auf dem die AfD ihre politischen Angebote als Lösung präsentieren kann – auch wenn sie im Artikel gar nicht erwähnt wird. Das geschieht nicht aus ideologischer Nähe, sondern aus ökonomischem Interesse: Skandale verkaufen sich besser als nüchterne Analysen.

Öffentlich-rechtliche Medien: Sichtbarkeit durch Kritik

ARD, ZDF, Deutschlandfunk und andere öffentlich-rechtliche Sender berichten überwiegend kritisch über die AfD. Und doch tragen auch sie zur Stabilisierung der Partei bei – unfreiwillig. Talkshow-Auftritte, Kommentierungen oder Berichte über AfD-Skandale erhöhen deren mediale Präsenz. In AfD-nahen Kreisen wird das als "Bestätigung" eines vermeintlichen Kampfes gegen das Establishment gedeutet. Die Strategie der AfD ist hier perfide: Kritik wird zur Aufwertung umgedeutet. So entstehen Normalisierungsprozesse, die mit demokratischer Medienlogik eigentlich nichts zu tun haben.

Ein komplexes Mediensystem mit unterschiedlichen Interessen

Die Schlussfolgerung ist für mich ernüchternd: Es gibt nicht den einen Profiteur des AfD-Erfolgs. Vielmehr wirken unterschiedliche Medientypen auf unterschiedliche Weise – direkt, indirekt oder unbeabsichtigt. Manche haben ein klares ideologisches oder wirtschaftliches Interesse. Andere liefern durch Emotionalisierung eine passende Kulisse. Und selbst kritische Medien leisten durch ihre bloße Thematisierung unfreiwillig einen Beitrag zur Sichtbarkeit.

Wer also fragt, wer die AfD stark macht, sollte nicht nur auf Parteitage oder Umfragen schauen – sondern auch auf Schlagzeilen, Sendeplätze und Algorithmen. Sichtbarkeit ist in der Mediendemokratie Macht. Und diese wird nicht nur gewählt, sondern auch täglich geklickt, kommentiert und weiterverbreitet. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung für Redaktionen und Medienmacher, sich der Wirkung ihrer Themenwahl und Tonlage bewusst zu sein. 

Meine Quellen:


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