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Warum leben, wenn wir doch sowieso sterben?


Eine exzellente Frage, wenn man gerade aus dem Fenster gestarrt hat und sich gefragt hat, ob der Sinn des Lebens vielleicht darin liegt, montagmorgens mit feuchten Haaren in einem vollen Bus zu stehen und sich anzuhören, wie jemand auf Lautsprecher TikTok-Videos abspielt.

Aber gut, stellen wir uns der großen Frage. Warum leben? Vielleicht, weil niemand gefragt wurde. Du wurdest geboren, ob du wolltest oder nicht, aus einem Moment der Leidenschaft, Langeweile oder schlicht mangelhafter Verhütung heraus. Herzlichen Glückwunsch. Willkommen im großen Spiel namens "Existenz", wo die Regeln unklar sind, das Ziel diskutabel und der Einsatz dein geistiges Wohlbefinden.

Man sagt uns, wir sollen das Leben in vollen Zügen genießen. Als wäre das Leben ein All-you-can-eat-Buffet, bei dem der Nachtisch bereits leer ist und die Hauptspeise aus lauwarmem Risotto besteht. Genießen! Reisen! Lieben! Instagram! Und zwischendurch irgendwie Geld verdienen, fit bleiben, Freunde behalten und keine psychischen Zusammenbrüche haben. Viel Spaß damit.

Und wozu das alles? Na, um dann mit 87 in einem Pflegeheim zu sitzen, wo dein größter Triumph des Tages darin besteht, eigenständig zu pinkeln. Wenn du Glück hast, kommt ab und zu ein Verwandter vorbei, der sich an deinen Geburtstag erinnert hat, weil Facebook es ihm gesagt hat.

Aber klar, es gibt auch die andere Sichtweise. Man könnte sagen, das Leben ist wertvoll, gerade weil es endlich ist. Aha. Also ist es wie ein limitiertes Sonderangebot? "Nur noch 70 Jahre verfügbar, greifen Sie jetzt zu!".

Dann sind da noch die Philosophen. Camus sagt, das Leben sei absurd, aber man solle es trotzdem lieben. Sisyphos als der Held, der seinen Stein immer wieder den Berg hochrollt. Klingt nach einem glorifizierten Burnout. Nietzsche wirft den Übermenschen ins Rennen, aber erklärt nicht, wie der mit einem 40-Stunden-Job und Miete umgeht. Und Sartre? Existenz geht der Essenz voraus, aber keiner sagt einem, was man mit dieser ganzen Freiheit anfangen soll, außer existenziell zu verzweifeln.

Vielleicht leben wir, weil wir es können. Weil zwischen Geburt und Tod ein kleines Fenster liegt, in dem man lachen, fluchen, sich blamieren, lieben, verzweifeln und tanzen kann. Nicht weil es einen großen Plan gibt, sondern weil es keine Pause- oder Rückspultaste gibt. Und vielleicht ist genau das der Punkt: Wenn man schon gezwungen ist, Teil dieser absurden Komödie zu sein, kann man genauso gut eine spektakulär schräge Rolle spielen.

Warum leben, wenn wir sowieso sterben? Weil die Alternative nichts ist. Und sagen wir ehrlich, die meisten Leute können nicht mal zehn Minuten stillsitzen, ohne ihr Handy zu checken. Ewige Ruhe? Klingt nett auf dem Grabstein, aber die wenigsten würden freiwillig darauf umsteigen, wenn sie gerade mitten in einer guten Serie stecken.

Kurzum: Leben ist vielleicht sinnlos, aber immerhin ist es abwechslungsreich sinnlos. Und manchmal, inmitten all des Lärms, der Langeweile und der existenziellen Augenringe, gibt es doch Momente, die gar nicht so schlecht sind. Und das, mein philosophisch angekratzter Freund, ist vielleicht Grund genug, weiterzumachen. Oder zumindest bis zur nächsten Mahlzeit zu überleben.

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